Man sollte nie vergessen dass es auch noch einen RIESEN Unterschied macht ob jemand 1,2 oder mehr Hunde führt, wie groß diese Hunde sind und deren Charakter.
Ich glaube Mehrhundehalter (und langjährige Einzelhundehalter) sind in ihren Vorstellungen von "erfolgreichem Training" etwas.. pragmatischer und deutlicher als "Hundeanfänger". Zweitere haben die Muße und die Geduld sich Jahrelang einem Problemchen zu widmen.
Ich führe bis zu 4 Hunde. Ich habe weder die Zeit noch den Nerv noch die Möglichkeit (2 Augen, 2 Ohren, 2 Hände!) jedem Hund einzeln kleinstschrittig zu erklären dass man nicht pöbelt. Alleine wäre es ja auch nie ein Problem- die Biester haben nur zusammen gepöbelt wie Sau. Eher unerfreulich wenn 3 Hunde vorwärts in die Leine gehen (knapp 18kg) während weitere 5kg einen nicht besonders geordneten Rückzug antreten wollen.
Und nein, ich habe auch nicht die Zeit (und auch einfach nicht die Lust) getrennt Gassi zu gehen, zumal das das eigentliche Problem nicht behebt.
Jeder hat eine andere Schmerzgrenze. Manche stören sich nicht daran wenn der Hund eine "lebenslange Dauerbaustelle" ist in Puncto Erziehung, andere wollen die Erziehung anhaken und das Leben mit Hund eben "ohne herumerziehen" genießen. Manche sehen in Leinenziehen eine Baustelle, andere finden das nicht allzu tragisch.
Ich persönlich glaube nicht dass Hunde in einer rosaroten Wattewölkchenwelt leben und von Strafe oder Hemmung umfallen. Genauso verteufele ich Meideverhalten per se nicht (dazu ist mir das lernen über Meideverhalten zu natürlich). Meine Hunde lernen sehr viel positiv. Aber wenn sie es immer und immer wieder wissen wollen bzw das positive nicht den gewünschten Erfolg bringt setze ich auch Strafe, Hemmung und Meideverhalten ein.
Beispiel? Abbey meinte der Tisch ist nur dazu da dass sie darauf herumstiefeln kann. Ich habe 3! Jahre damit verschwendet sie immer wieder runterzusetzen, "nein" zu hauchen, sie dafür zu belohnen wenn sie sich doch vom Tisch weggedreht hat. Das Fazit war: sie kletterte "nur" mehr auf den Tisch wenn ichs nicht gesehen habe.
Irgendwann hats mir gereicht, ich hab den Tisch mit Doppelseitigem Klebeband präperiert und mich auf die Lauer gelegt. Als sie draufstand gabs ein RICHTIGES Donnerwetter, sie ist mal richtig kleben geblieben (was unangenehm war) und seit dem hab ich nie wieder nen Chihuahua aufm Tisch gehabt.
Ürigens würde ich auf "so macht man es in der Theorie" vollkommen pfeifen wenn mir dann ein Hund der annähernd mein Körpergewicht hat auf der Nase herumzutanzen droht. Ich will keinen Mollosser oder ne Dogge oder nen irischen Wolfshund in der Leine hängen haben. Aus Sicherheit für mich, für den Hund und für meine Umwelt.
Denn mit einem solchen Kaliber hat man nicht nur eine Verantwortung dem Hund gegenüber sondern auch seinen Mitmenschen. Da geht es einfach nicht dass sich der Hund benimmt wie offene Hose. Da interessiert es auch die angesprungene Omi nicht dass man den Hund nun schon auf 20m distanz abrufen kann. Fakt ist dass der Hund sich das gar nicht anzugewöhnen hat.