Beiträge von Pinky4

    Ich verneige mich vor dir, große Meisterin!:gott:

    Weißt du, als Lehrerin solltest du durchaus mit gewissen Stilmitteln vertraut sein und auch erkennen, wann ein Text bewusst überspitzt dargestellt ist.

    Und ab und an über sich selbst zu lachen, schadet auch nicht.

    Und ja, ich will ihn stehen lassen.

    Mag ja nicht dein Humor sein.

    Ich find ihn witzig - und zwar ohne jemanden zu kränken oder bloßzustellen, weil alle Namen frei erfunden sind.

    Mal ein kleines Stimmchen für etwas Geduld.

    Du hattest so feste Vorstellungen, als du zurückgekommen bist, dass du dich vielleicht erst ein bisschen davon lösen musst, um die Situation ein wenig unvoreingenommener zu betrachten.

    Eine Stunde mit Hund in der Schule, so wie ich sie in Erinnerung habe...

    Spoiler anzeigen

    „Denise, lass mal den Hund und setz du dich hin!“

    „Nein, Florian, du auch! Wir haben Deutsch!“

    „Hund! Hier! Platz!“

    „Alex, du sollst den Hund nicht rufen!

    Jaqueline, du auch nicht!„

    „Hab ich gar nicht!“

    „Ich hab dich doch gehört!“

    „Frau X, der Daniel lockt den Hund an!“

    „Daniel! Hör auf! Hund! Platz!“

    „So, Deutsch... Also, lies mal vor, Selina!“

    „Selina! Du sollst die Aufgabe lesen!“

    „Entschuldigung, Frau X, ich hab grad zum Hund geschaut.“

    „Schau lieber ins Buch! ... Wo ist denn der Hund????“

    „Hihihi! Frau X, der Hund wühlt grad Maximilians Schultasche durch!!!“

    „HUND!!!“

    „Aber Frau X, der Maximilian hat ihm sein Wurstbrot gegeben, ich hab‘s genau gesehen!“

    „Maximilian, fütter den Hund nicht, der kriegt Bauchweh. Du kannst ihm nach dem Unterricht ein Leckerchen vom Pult geben.“

    „Hund! Hier! Platz!“

    „So, jetzt lassen wir mal den Hund in Ruhe, dem ist das eh zu viel Trubel, und konzentrieren uns auf Deutsch.“

    „Frau X! Kann ich schnell vorkommen? Passt das so?“

    „Nein! Nicht zum Hund! Lass den mal in Ruhe! Bleib sitzen, ich komm zu dir!“

    „Frau X, der Hund will die Türe aufmachen!“

    „HUND! NEIN!“

    „Vielleicht sollten Sie die Türe wieder zusperren?“

    „Hm, ok. Ich lass den Schlüssel stecken, falls jemand raus muss.“

    „Ohoh... Der Hund schaut aus dem Fenster! Springt der da raus, Frau X?“

    „Nein.“

    „Glaub ich. Pass mal kurz auf, ich such immer noch meinen Schlüssel!“

    „Hihihihi“

    „Chantal! Was machst du denn da???“

    „Der küsst mich!!!“

    „Ja. Ihhh. Lass den mal. Und nicht so fest am Kopf packen!“

    „Achtung, tritt ihn nicht!“

    „So, der Hund legt sich jetzt mal hin, ihr lasst den in Ruhe und wir machen Deutsch!“

    „Hund! Platz!“

    „Frau X! Darf ich mir die Hände waschen? Die stinken jetzt voll nach Hund!“

    „Ich auch! Ich hab Sabber an der Hand!“

    „Und ich im Gesicht.“

    „Ok, wascht euch schnell und dann Deutsch!“

    „Franziska!!!!! Wehe, du fasst jetzt nochmal den Hund an!!!“

    „Ach, die Stunde ist vorbei? Naja. Ok. Wir machen dann morgen mit Deutsch weiter. JETZT dürft ihr den Hund streicheln.

    Aber nicht alle auf einmal!!!“

    Es wurde im Laufe der Zeit besser, muss ich dazu sagen.

    Aber es hat Nerven gekostet...

    Ich hab mal damit geliebäugelt. (Auch Bayern.)

    Voraussetzung war bei uns (vor einigen Jahren, ich weiß nicht, ob sich da was geändert hat) die Einverständnis von Schulleiter und Schulamt, eine Haftpflichtversicherung über eine gewisse Mindest-Summe, Impfungen und regelmäßige Entwurmung. Das war‘s. Zur charakterlichen Eignung gab‘s damals keine Vorschriften. BH oder Wesenstest war „gern gesehen“.

    Hatte ich aber auch nicht, weil meine Hunde etwa ein dreiviertel Jahr waren, als ich begonnen habe, sie mitzunehmen.

    Ich hatte diverse Fortbildungen besucht, die von Kolleginnen angeboten wurden, die schon länger Schulhunde einsetzen.

    Meine Hündin hatte ich genau einmal dabei. Sie fand‘s einfach nur schrecklich.

    Mein Rüde fand‘s gut, darum hab ich ihn eine Zeitlang einmal wöchentlich nachmittags für eine Doppelstunde mitgenommen.

    Die Schüler fanden‘s bombe.

    Ich fand‘s wahnsinnig anstrengend.

    Nach den ersten 45 Minuten war der Bär meistens endplatt, obwohl er ja in dem Sinn nichts machen musste, außer halt rumzuliegen. Dann wollte er heim.

    (Dummerweise macht er halt dann einfach die Tür auf und geht... Tschüß dann, bemüh dich nicht, ich weiß, wo‘s rausgeht.:pfeif:) Also musste ich dann auch noch die Tür überwachen.

    Zum Halbjahr kam dann eine Schülerin in meine Klasse, die hochgradig allergisch reagierte, und zwar auch dann, wenn der Hund nicht mit ihr, sondern nur vorher im Zimmer war. Bärchen und ich (und die Maus, die derweil alleine daheim warten musste, wahrscheinlich auch) waren erleichtert, als wir das Experiment dadurch beenden mussten/konnten.

    Mein Chef und die Klasse waren ziemlich traurig.

    Ich hab außerdem vier Schulhunde an meinen Schulen erlebt.

    Einen Pudel, der nur sehr sporadisch dabei war, wenn es um schwierige Einzelgespräche mit Schülern ging, einen Dalmatiner, der als „Lesehund“ gearbeitet hat, einen Goldie, dessen Besitzerin allerdings nur ein halbes Jahr an unserer Schule war, und einen Labbi-Mix.

    Der Labbi-Mix ist darin wirklich total aufgegangen, wurde aber dann Scheidungsopfer und ist mit Herrchen weggezogen.

    Ich persönlich möchte das (auch mit einem Hund, der besser geeignet wäre) nicht mehr machen.