Hallo zusammen,
England.
Kann zusammenfassend nur sagen: S'war klasse! ![]()
Wir hatten ja grosse Bedenken unsere beiden Angsthasen während der Kanal-Überquerung,
im Parkdeck der Fähre, allein im Wohnmobil zu lassen.
Hatte mich schon auf eine Umgestaltung des Fahrzeug-Interieurs eingestellt.
Erschwerend kam schlechtes Wetter hinzu. Seehr schlechtes Wetter.
Ich hatte schon richtige Probleme, die dicke Berta auf dem Weg nach Calais, auf der
Strasse zu halten.
Das versprach für den Kanal nix Gutes.
Wir waren gut zwei Stunden früher in Calais als nötig und fuhren direkt zum Einchecken.
Unsere Papiere waren nicht besonders interessant für die Zöllner, die der Hunde hingegen,
um so mehr.
Nachdem die Heimtierpässe sehr gewissenhaft gecheckt wurden, bekamen wir ein Lese-
gerät gereicht und mussten die Microchips der Hunde auslesen.
Bei Jimmy hatten wir ein bissle Probleme, den Chip zu finden. Dann hat es denn doch ge-
klappt und wir bekamen einen Aufkleber für die dicke Berta und direkt einen Warteplatz für
die nächste -frühere- Fähre. Bingo!
So standen wir also staunend vor einer Reihe dicker Pötte.
Das Ding da, war unser Böötchen.
Also, die Rampe runter, und rauf auf das schwankende Kanu.
Da stand se nu, die dicke Berta.
Das letzte Auto auf'm ganzen Pott.
Also ganz hinten, über dem Antrieb, so richtig laut.
Bei Sturm und Seegang und mit zwei ängstlichen Kamelen
an Bord. Schlimmer geht nimmer.
Mit recht gemischten Gefühlen verliessen wir das Parkdeck.
Unser TA hatte uns Beruhigungs-Pillen gegeben, von denen
die Kamele je eine Halbe bekamen... würde das helfen?
...es hat geholfen.
Die Überfahrt war die Hölle.
Zumindest für nicht wenige der Passagiere.
Die Toiletten waren belagert, wie eine DOB-Abteilung im SSV (Sale).
Die Leute
wie die Schlosshunde. Der Seegang war so stark,
dass es verboten war, auf die Decks zu gehen.
Auch das Fraule begann blass um das Schnäuzle zu werden.
Also griff ich zu bewährten Mitteln und schwankte zum Buffet.
Dort erstand ich für uns Coke light und eine grosse Portion Fish & Chips.
Geschickt den umhertaumelnden Mitpassagieren ausweichend, balancierte
ich unser Abendessen an den Tisch.
Fraule war mehr als skeptisch, langte dann aber doch zu.
Und... es half.
Mit nichts kotzt sich's schneller, als mit einem leeren Magen. Mit einer ordentlichen
Grundlage hingegen, kann man es aushalten.
Wenn nicht, ist das Ergebnis das gleiche, nur die Sauerei ist grösser. ![]()
Nach zwei Stunden Überfahrt mit wechselnden Schräglagen und zunehmend
schlechter werdender Atemluft, erreichten wir meine Heimat, das Reich der
Inselaffen, Great Britain.
Besonders erfreulich... die Kamele waren tapfer gewesen. Vielleicht waren aber
auch nur die Pillen gut.
Keine Ahnung.
Jedenfalls, war das Wohnmobil unversehert und die Pelzigen wohl auf!
Dann kam's!
Nach verlassen der Fähre (bitte fahren Sie links!) wollte ich die
Adresse meines Cousins in's tomtom eingeben, bei dem wir während unseres Auf-
enthaltes zu campieren gedachten.
Aber...
Auf dem Navi gab es kein England!
Hatte im Frühjahr ein Update auf das tomtom geladen.
Da die Datenmenge jedoch gösser als der Speicherplatz war, hat tomtom
Europa gesplittet. Man kann also nur einen Teil auf das Navi laden.
So habe ich einfach Skandinavien und den ganzen Ostblock weggelassen.
Das dabei aber auch England mit dabei war, habe ich nicht bemerkt.
Erst da halt. Als es zu spät war.
Ein ganz klein wenig wütend und nur minimal genervt :explode: fuhr ich dann
erstmal Richtung London, dem englischen Paris. Da kann man nix falsch machen,
über die Hauptstadt führen alle Wege nach Dings, äh Rom. Oder so.
Jedenfalls hielten wir dann in Maidstone und schliefen auf dem Rastplatz.
(Unbehelligt, was sich noch ändern sollte)
Am nächsten Morgen kaufte ich eine Road-Map und auf altmodische Weise
navigierend, setzten wir unsere Fahrt in die Midlands fort.
Das Wetter war besser, die Strassenseite immer noch die Falsche.
Kurz nach dieser Aufnahme, flog uns eine Taube direkt ins Wohnmobil. Mitten auf
den Alkoven. Hatte anscheinend auch Probleme mit dem Navi gehabt, die Ärmste.
Hab ich auch noch nie erlebt. so was.
Schlußendlich erreichten wir Malvern Wells, wurden herzlich aufgenommen und
gleich reichhaltig verpflegt. Hausmannskost und Old Spreckled Hen. So kann man
es aushalten.
Am nächsten Tag, gingen wir eine grosse Runde mit den Hunden auf den Malvern
Hills.
Plötzlich stoppte Verona und beschnüffelte was Braunes.
Ein Kackhaufen?
Schnell zog ich sie weg, was sich als gute Entscheidung erwies.
Der Kackhaufen hatte nämlich Augen (und sicherlich auch Zähne)
Höhlenmenschen gab's auch:
Und jede Menge Gegend:
Appropos Gegend.
Hunde sind gerne gesehen und man wird auch oft und sehr freundlich
darauf angesprochen.
Auch findet man überall Hundtoiletten und Wassernäpfe auf den Strassen.
Aber genau so oft...
...auch Hinweise darauf, wie es gewünscht wird, dass die Hunde sich verhalten.
Und die Hundehalter selbstverständlich auch.
Hinter all der Höflichkeit verbirgt sich stets der Hinweis, dass ein liegengelassener
Hundehaufen locker mal 1.000 Pfund Bussgeld kostet und ein wildernder Hund
vom Farmer erschossen wird. Ohne Diskussion.
Wie Dagobert Duck schon sagte: Strenge Rechnung, gute Freundschaft.
Unser nächstes Ziel, war Witley Court. Ein seltsam versponnener Ort.
Davon morgen mehr...
liebe Grüsse ... Patrick