Showdown.
Inspecteur le Jazz stoppte den Fahrstuhl im vierten Stock und nahm die
Treppe.
Er wollte beim Treppenhaus-Eingang auf der 5E mal sehen, ob die
Beamten auf ihrem Posten sind.
Und siehe da: Am Treppen-Zugang keine Wache. :motz:
'Na denen werde ich was erzählen' brummte er vor sich hin und ging
den Korridor entlang.
Da wurde er plötzlich von einem alten Mann in Filzpantoffeln und tiefer-
gelegter Unterhose überholt. Der Mann sauste wie ein Leistungssportler
und fluchte dabei:' Ach du grosse Kacke... Ui ui ui ui ui!'
...murmelte le Jazz. 'Ganz schön fit für sein Alter.'
Als der Inspecteur um die Ecke bog, erstarrte er!
Auch vor dem Zimmer der jungen Schriftstellerin, keine Wache. Der
Stuhl war leer.
'Putain der Merde! Wo sind denn diese Schwachköpfe!?' schimpfte le Jazz
und machte einen Satz zu der Türe.
Er wollte gerade öffnen, da hörte er jemanden seinen Namen rufen.
'Oh-la Inspektor... hier! Ist nix passiert!'
Wachtmeister Spitz kam gerade aus dem Raum, den der rasende Rentner
soeben betreten hatte.
Er sah blass aus. Die Uniform sass nachlässig. Das Haupthaar war zerzaust.
'Oooh Inspektor! Uns geht's soo schlecht! Krankenhaus, mistiges! Wir haben
uns was eingefangen. Cholera. Oder sogar die Pest. Mich hat das durch-
geputzt bis an die Haarspitzen.
Kollege Dampf sitzt noch.
Er schwört, eine Murmel wiedergefunden zu haben, die er als fünfjähriger
mal verschluckt hat. Es ist schreckl...'
'Mensch Spitz, wollen Sie mich verarschen!?
Es geht hier um Leben und Tod einer Zeugin und ihr Hinterlader spielt auf
dem Klo rum! Ja spinnt ihr denn? Wie könnt ihr einfach so Eure Posten
verlassen...?'
In diesem Moment kam Wachtmeister Dampf aus der Toilette.
Er sah noch schlechter aus als Spitz.
Blass. Das Hemd hing halb aus dem Dienst-Beinkleid. Er wankte.
Dampf hielt einen kleinen, runden Gegenstand in der Hand und betrachtete
diesen dümmlich grinsend.
'Au weia, Inspektor. Was ist mir schlecht. Soo Flitzkacke! Und gucken Sie
mal hier...'
'Tun sie das weg, verdammt! Und überhaupt, was stinkt hier so nach Zwiebeln?
Was lungern sie auf dem WC rum? Ist schon Dienstschluss, hä?
'Nein Inspektor. Wir sind krank. Das muss eine Epedemie sein. Der Typ,
der gerade auf's Klo ist... ich glaub, den hat's zerrissen! Ohhh is' mir soo
schlecht.'
'Wachtmeister Dampf! Nehmen Sie sich zusammen!'
'Und daaas brennt!'
'Sacre-bleu! Jetzt ist aber Schluss! Ihr geht beide auf Euren Posten.
Ich suche mir jetzt einen Arzt und dann gehen wir in das Krankenzimmer
und ich versuche die Zeugin zu verhören.'
Le Jazz kramte sein altes Mobil-Telefon hervor.
'Ich fordere Ablösung für Euch an. Bis die da sind, rührt ihr Euch aber
nicht vom Fleck. Kapiert ihr Saftnasen! Und wehe es geht was daneben!'
Kopfschüttelnd machte sich der Inspecteur auf die Suche nach dem
Stationsarzt.
Unterdessen stand die Besserwisserin vor dem Krankenlager ihrer
Kontrahentin.
'Hallo mein Schatz' sagte sie kalt lächelnd. :hexefies:
Sie sah fasziniert auf die junge Frau herab, die vor ihr im Bett lag.
Diese war in einer schrecklichen Verfassung.
Die Schriftstellerin lag auf dem Rücken. Die Beine angewinkelt. Die Arme
angezogen und verkrampft. Die offenen Augen starrten ins Leere.
Die B. fasste sie am Arm an.
Sie schrak zurück. Die Muskeln waren bretthart angespannt.
Die Schriftstellerin atmete flach, der ganze Körper war völlig verkrampft.
Mit einem bösen Grinsen holte die B. eine grosse Injektions-Spritze aus
ihrer Sporttasche.
Sie betrachtete die Infusionsflasche, die an einem
Galgen über dem Bett hing. Ein dünner Plastik-Schlauch führte von der
Flasche zu einem Zugang, der am linken Handrücken der Patientin gelegt
worden war.
Ihr Plan war eben so simpel wie teuflisch.
Eine einfache Injektion von Luft in diesen Schlauch, was eine Embolie bei
der Schriftstellerin zur Folge haben würde, und all ihre Probleme wären
gelöst.
Die B. blickte ihrem Opfer in die leeren Augen.
Nochmals berührte sie die Wehrlose.
Keine Reaktion.
Sie konnte einfach nicht widerstehen, nahm die Schutzkappe ab und stiess ihr die Nadel der
grossen Spritze in den Arm.
Die Schriftstellerin rührte sich nicht, starrte weiter ungerührt ins Nichts.
Die B. bereute, nicht mehr Zeit zur Verfügung zu haben.
'Schatz, was könnten wir zwei für einen Spass miteinander haben.' flüsterte sie.
Dann zog sie die Spritze auf.
Wird der Plan gelingen?
Oder kann der Inspecteur noch eingreifen?
Ist der Opi wirkich explodiert?
Und wer putzt die Toiletten?
Wer löst das Rätsel der Murmel?
Und werden die Wachtmeister dicht-halten?
Bald, bald werden wir es wissen.
luftige Grüsse ... Patrick :^^: