Es gibt Menschen, die bemerkenswerte Sätze von sich geben, ohne ein
Wort zu reden.
Als wir heute vom Spaziergang nach Hause gingen, trafen wir unterwegs
eine junge Famile. Papa, Mama und ein kleines Mädchen, ca. 18 Monate
alt.
Das Kind sah Jimmy und Verona.
...uuuiiiiiiiiiiiiiiiiiiii - euh-euh!
Sie stand (wacklig) da und streckte die Arme nach den Beiden aus.
Ihre Augen strahlten und ihr Gesicht war ein einziges Leuchten.
Wir hielten an.
Die beiden Kamele setzten sich.
Mama und die Kleine kamen langsam auf uns zu.
(Ich muss sagen, es waren junge Leute russischer Abstammung. Viele
sind Hunden gegenüber sehr ablehnend und ängstlich. Der Papa jeden-
falls, blieb stehen und beäugte das Geschehen recht argwöhnisch aus
sicherer Entfernung)
Die Mama ging in die Hocke und hielt die Kleine fest. Deren Hände
öffneten und schlossen sich ganz mechanisch, während sie aufgeregt
trippelte und fröhlich lachte.
Ganz vorsichtig, begann sie Jimmy zu streicheln.
Sie quiekte vor Glück.
Ihre Mama hielt Jimmy die Hand hin und er leckte daran.
Die Kleine machte es ihr nach und Jimmy leckte auch die Hand des Kindes.
Die Kleine machte einen Schritt zurück und sah ihre Hand an, als würde
sie diese zum ersten Mal in ihrem Leben sehen.
Dann lachte sie lauthals, hielt die Hand hoch und zeigte mit dem
Zeigefinger der anderen Hand darauf.
Sie zeigte ihre Hand auch Verona, die wiederum auch daran leckte.
Da flippte die Kleine fast aus.
Sie quiekte, plapperte und strahlte dabei über alle Backen.
Dann ging sie in die Hocke und griff ganz sanft in Jimmy's Fell.
Das grosse Kamel legte sich hin und liess sie machen.
Die Kleine näherte sich seiner Schnauze gaaanz langsam mit ihrem
Gesicht.
Jimmy hob den Kopf und roch an ihrer Nase, sie kaum berührend.
Bemerkenswerte Töne kamen aus dem glücklichen kleinen Kind.
Die Mama lachte und selbst dem unsicheren, in Sicherheit stehenden
Papa, entglitt ein Lächeln.
Als wir dann gingen, schüttelte die Kleine entrüstet den Kopf, kreischte
Tiefgründiges in ihrer Kindersprache und zeigte ihre hundenasenfeuchte
Hand wie ein Stop-Signal!
Unmöglich, dass diese guten Freunde, die sie berührt hatten, nun gehen
wollten...
Solche Begegnungen sind immer schön.
Und das wird sich wohl bei dem kleinen Mädel einprägen und sie wird
keine Furcht zeigen, wenn sie Hunden begegnet.
Schön auch, wenn die eigenen Hunde so gelassen sind und sich ohne
Scheu geben und keinerlei Aggression zeigen.
Ist trotzdem immer ein Moment erhöhter Wachsamkeit und Konzen-
tration. Man weiss ja nie...
War aber doch ein tolles Erlebnis und vielleicht träumt die Kleine heute
Nacht von ihren lieben Freunden mit der feuchten Nase und sie sagt im
Schlaf ganz wichtige Dinge in ihrer Kindersprache.
Vielleicht sogar ganz bemerkenswerte Sätze.
liebe Grüsse ... Patrick