Warum bevorzugt ihr Rassehunde sooo sehr? Auch die können Probleme haben/machen. Was ist an einem Rassehund besser?
Ich bin ein Freund von älteren TS Hunden, weil die Erwachsen sind und man eine Menge Tendenzen schon erahnen kann.
Habe aber auch Verständnis für Liebhaber von Zuchthunden, auch wenn sie für mich nie in Frage kämen (es gibt auch tatsächlich keine Rasse, die mich komplett anspricht).
Sie sind im groben Rahmen berechenbarer, es wurde bestimmte Eigenschaften bewusst selektiert. Man hat einen groben Rahmen wie man sich das Verhalten des Hundes vorstellen kann. Nicht jeder Rassehund liest seinen Rassestandard richtig und nicht jeder Rassehund passt zu den Vorstellungen seines Halters (weil vielleicht einiges idealisiert oder nicht bedacht wurde) aber es gibt Wahrscheinlichkeiten.
Die Wahrscheinlichkeit das ein Labbi einen lenkbaren Jagdtrieb hat, eine hohe Beißhemmung, eher kein Problem mit Mensch und Hund haben wird und Freude am Apportieren hat ist größer als das er eine menschenreißende Bestie wird, die einen enormen Schutztrieb hat.
Genauso gering ist die Wahrscheinlichkeit, das ein Schäfi fröhlich auf alle fremden Menschen zuspringt, ein Spielwiesenhund wird und alle anderen Hunde lieb hat.
Und wenn ich verträumt mit meinem Hund ohne Leine durch die Landschaft streifen will hole ich mir keinen Sloughi. *habe jetzt bewusst überspitzt*.
Ein Mischling ist eine Wundertüte, alles kann - nix muss, im schlimmsten Fall muss man sich überlegen ob man mit bestimmten Eigenschaften in ihrer "schlimmsten" Ausprägung leben kann.
Nehmen wir unsere alte Hündin: Collie-Schäferhund-Terrier, seltendämlich wer sowas produziert.
Bei Menschen sehr sensibel, kein Jagdtrieb, durch den Schäferhund einen guten Schutztrieb (und sie meinte das dann auch ernst), die Polizistengene vom Schäfi haben ihr übriges getan, dazu die Dickköpfigkeit eines Terriers, gepaart mit eisernem Willen offensiv nach vorne zu gehen ohne Rücksicht auf Verluste und ohne die Spur von einem Rückwärtsgang.
Fazit: Tolle Hündin, toll zu Menschen, wenn auch eher reserviert. Sonst nur an Leine oder im Freilauf mit Maulkorb zu führen. Prognose der Trainerin, die sich bestätigte, Management auf jedenfall machbar, Freilauf ohne Maulkorb eher nicht.
Hat uns nun nicht gestört, wussten wir vorher (mit knapp 11 Jahren übernommen), wir würden sie jederzeit wieder nehmen und wir vermissen sie immer noch, passte wie Arsch auf Eimer, trotz der Aggressionsproblematik.
Die Frage ist, wie stellst du dir das Leben mit deinem Hund vor und kommst du auch mit der ungünstigsten Kombination der Rasseeigenschaften klar.
Die Frage die ich mir bei der Kombi stellen würde ist, komme ich mit einem Hund klar, der eine gehörige Portion Wach- und Schutztrieb hat und bei Artgenossen vielleicht nicht ganz so unkompliziert ist und eine etwas kürzere Zündschnur hat und kann ich mir vorstellen den Hund sicher zu führen, auch wenn der eine entsprechende Gewichtsklasse erreichen wird (nehmen wir mal 40kg).
Das jetzt mal ganz abgesehen von dem 2 (!) "Ups-Wurf".