Ja die Sache mit dem Revier kenne ich, macht für mich trotzdem keinen Sinn, denn es kommt ja auch bei großen zusammenhängenden Gehege zu Konflikten. Und wir reden hier ja nicht, von exorbitant großen Gehegen. In der Regel sieht man selten etwas das größer als 120x50cm ist, das ist ja im Verhältnis zu den natürlichen Lebensbedingungen und dem Aktivtitätslevel nix.
Wenn würde ich auch zwei nehmen, aber spätestens wenn einer stirbt, steht eine VG an und das Tier muss gelinde gesagt nehmen, wem ich ihn vorsetze (mehr als ein paar Tiere testet ja kaum einer durch).
Ich bin da in einer moralischen Falle. Das Zerstören sehe ich schon kritisch, denn die Zähne nutzen sich wie bei allen Nagern, nicht durch das kauen harter Sachen ab, sondern durch das Reiben an den jeweils gegenüberstehenden Zähnen. Macht auch Sinn, Zahnschmelz ist extrem hart, wieso sollte die Zähne durch Pappe/Holznagen abgenutzt werden.
Deshalb müssen Tiere mit Zahnfehlstellungen auch behandelt werden, denn selbst wenn die noch fressen können, von Körner futtern kürzen sich die Zähne nicht, das geschieht nur durch die Reibung der Zähne aneinander.
Ich glaube schon, das das auch ein Anzeichen von Stress sein KANN. Mir ist beim Hamster noch kein Tier untergekommen, das sowas aus Spaß an der Freude macht. Zum Futtergewinn ja (Futter in Toirolle), Nistmaterial (Toipapier in Toirolle), aber noch nie so, es sei denn das Tier hatte Stress.
Ebenso verhält es sich bei den Hamstern hier so mit der Laufradaktivtität.
Es sind viele Dinge die ich mir noch nicht recht beantworten kann, bzw. wo ich für mich noch nicht herausgefunden habe, wie ich diese "Fallen" für MICH lösen kann.
Letzendlich ist für wahrscheinlich fast jeden Tierschutznager den man aufnimmt, das Leben besser, weil einfach mehr Platz als vorher, besseres Futter,... Aber für MICH komme ich da noch nicht recht an den Punkt wo alles für mich geklärt ist und ich sage JETZT. Vieles kann mir keiner Beantworten, dafür müsste man vergleichende Studien machen und da sieht es einfach eher mau aus. So würde man herausbekommen, welche Faktoren genau Stress auslösen und wie dieser sich zeigen kann.
Ich habe jetzt fast 20 Jahre Hamster und in den 20 Jahren ist das Gehege immer weiter gewachsen, die Streu wurden immer tiefer, die Nahrungsquellen wurden anders und je weiter ich komme, desto weiter "entfernt" sich das Tier. Soll heißen, desto mehr machen die ihr Ding. Sie haben Zeiten, die den Aktivitätszeiten in der Wildbahn gleichen, sie bauen sich ein Gang- und Höhlensystem, schichten selbstständig um, sind täglich mit der Futtersuche beschäftigt,... Zerstört wird nix, das Laufrad wird kaum genutzt und mein Gehege ist nicht riesig. Ich bewerte das postitiv, denn findet eine Störung dessen statt (Krankheit > kleineres Gehege zur Behandlung oder weniger Streu,...) fallen sie in ein Aktivitätslevel das unnormal ist. Sie stehen früher auf, randalieren an der Einrichtung und laufen extrem verstärkt im Laufrad, folglich sehe ich dieses Verhalten kritisch.
Ich habe da bei Rennern noch zuviele Fragezeichen, auch wenn ich weiß sie haben es immer besser als vorher.
Zucht finde ich da auch wichtig, ist beim Hamster ja auch so (also bei den Zwerghamstern), die Sozialisation scheint da auch eine entscheidene Rolle zu spielen.
Ich würde mich dann wohl auch entweder für Zuchttiere interessieren (würde ich aber nur aufnehmen, wenn ich Idealbedingungen bieten kann und das kann ich gerade nicht) oder einen VG Profi zurate ziehen.
Denn wie ihr schon schreibt, die haben eben auch unterschiedliche Charaktere.