Huhu,
lese hier nur still mit.
Wie hat die Trainerin ihn denn eingeschätzt? Ward ihr schon zusammen draußen, wie sieht sie sein Verhalten gegenüber Menschen und Hunden?
Das Hinlegen bei Hundebegegnungen muss keine Unsicherheit sein.
Ich würde mich da auch in Bezug auf Körpersprache schlau machen, einfach damit du ihn auch besser einschätzen kannst und entsprechend reagieren kannst. Die Motivation des Hundes bestimmt das Training, die Situation, dein Handeln,...
Und es ist schwer, gerade wenn weil man dem Chef auch ungern "Vorschriften" machen will, aber ich würde mir für das Büro einen "Plan" entwickeln.
Wie stellst du dir deinen Bürohund vor und was kannst du tun, um ihm dies zu erleichtern.
Beispiel, wir haben Kami nun seit gut einem Jahr und sie hatte letzte Woche ihren ersten Bürotag. Sie muss nicht mit ins Büro, mein Freund ist arbeitet Zuhause, ich auch oft, aber es war an dem Tag praktisch, weil ich danach noch auf eine Hunderunde verabredet gewesen bin.
Ich erwarte von einem Bürohund:
- das er ruhig und entspannt schlafen kann
- nicht durch die Gegend wandert
- selbstständig keine Leute begrüßt, die in den Raum kommen
Kami trägt immer Geschirr, an dem Tag hatte sie das Halsband um. Das trägt sie auch zukünftig dort, sollte sie mal mitkommen, damit sie einen weiteren Unterscheidungspunkt hat.
Ähnlich Blindenführhund (Führgeschirr = Arbeit, normales Geschirr, Halsband = Freizeit).
Sie durfte erst den Raum erkunden, jede Ecke mal abschnüffeln, ich habe Pansenwürfel geworfen,...
Dann habe ich sie neben meinem Platz abgelegt. Als die 1. Kollegin kam, wollte sie diese begrüßen, ich habe das Abbruchkommando gegeben, sie legte sich wieder hin und wurde gelobt.
Unser Vorteil, sie kennt schon Kommandos und ist sehr sensibel. Wenn wieder Leute in den Raum kamen blieb sie liegen. Kamen sie zu meinem Tisch, hat sie gefragt (Blickkontakt zu mir) ob sie die Begrüßen darf. Akzeptierte sowohl ja, als auch nein. Bei nein pennte sie einfach weiter.
Kami ist nun vom Charakter anders als euer Rüde, aber ich würde mir trotzdem vorher überlegen was du willst und das dann auch entsprechend angehen.
Aber alles kann nicht geleistet werden. Die Meldung der Küchengeräusche lässt sicher noch nach, viele Hunde müssen ein Gefühl dafür bekommen, welche Geräusche "normal" sind und was vielleicht wirklich "meldungswürdig" ist, ein Teil Wachtrieb wird er sicher haben.
Klär mit der Trainerin, wie sie ihn einschätzt, schau dir Körpersprache in einzelnen Situationen genau an.
Er ist ja noch nicht lange bei euch, das braucht alles Zeit und Geduld, auch den eigenen Hund immer besser einschätzen zu können.
Wenn er knurrt, bellt,... schaut auf die Rutenstellung, auf die Mundwinkel, die Ohren, das Körpergewicht. Wird zwischendrin beschwichtigt (dazu hat Majakathi ja etwas geschrieben). Versucht zu sehen wie er sich fühlt, bevor es eine Stufe weiter geht (Knurren, Bellen,...).
Das hier sieht ähnlich aus, die Motivation ist aber völlig unterschiedlich, einmal unsicher, einmal selbstsicher
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Mit der Zeit, werdet ihr ihn immer besser kennen, ihr werdet zusammen wachsen und du wirst erkennen was gerade los ist und kannst vorher eingreifen. Hunde reagieren sehr extrem auf Körpersprache.
Unsere bellt auch mal aus Unsicherheit. Sie kann seelenruhig an einem Angstkläffer vorbei gehen, aber bei anderen reicht ein Drohfixieren oder wenn Hunde an der Leine ziehen (das Körpergewicht dieser Hunde ist nach vorne verlagert > das ist ebenfalls bedrohend). Ich schau also auf das Gegenüber, schaue auf Kami und handele entsprechend. Wenn bei ihr Zug auf die Leine kommt (sie will sich der Situation entziehen), stresst sie das, weil sie in ihrer Bewegung eingeschränkt ist,...
All diese Kleinigkeiten, die Auslöser, was mag euer Hund, was macht ihm Angst,... das bekommt ihr mit der Zeit heraus und seht es immer schneller und könnt ihm immer schneller helfen.
Die Motivation ist wie gesagt wichtig, es ist ein Unterschied, ob der Hund aus Unsicherheit handelt oder weil sich bereits ein Schutz-, Territorialtrieb,... entwickelt.
Und bedenkt immer wieder, wieviel neues auf ihn einprasselt. Habt Geduld, versucht euch in das Tier zu versetzen. Das heißt nicht, das man am Anfang nachlässig ist, es muss zum Hund und zu euch passen. Kami hat hier als erstes gelernt, das sie nicht von sich aus ins Bad darf (ich mag das nicht), Sitz hat sie erst nach 6 Monaten gelernt, weil sie es vorher nicht hätte leisten können und wir es nicht brauchen.
Bin gespannt auf eure erste Trainerstunde, hört sich auf jedenfall schonmal besser an, also die erste Trainerin. Vergesst nicht den Spaß, die Leichtigkeit und Humor. Jedes Gespann hat seine eigene Geschwindigkeit, ihr werdet mit der Zeit ein Gefühl füreinander bekommen.