Beiträge von Dimmalimm
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Ich persönlich habe nie mit Locken gearbeitet, weil mein Hund (logischerweise) genau so reagieren würde, wenn das Leckerli dann fehlt.
Ich habe das einfach sehr kleinschrittig über normale Grundstellungsarbeit aufgebaut mit Markern + Lecker oder Spiel. Am Anfang markerst du eben nach 1-2 Schritten und erhöhst dann eben ganz langsam die Anzahl der Schritte, nach denen die Party passiert. Auch gezielte Winkelarbeit kann hilfreich sein für mehr Aufmerksamkeit.
Ich finde es immer schwierig, wenn zu früh zu lange Strecken am Stück verlangt werden. Ich habe auch am Anfang häufig Blickkontakt mit dem Hund gehalten und verbal gelobt im Laufen, weil mein Hund da total drauf abfährt - aber das ist Geschmackssache und muss natürlich auch zur BH wieder abgebaut werden (bzw. bei mir wurden die Abstände zwischen den "Ansprachen" so verlängert, dass es nachher für das ganze Schema gereicht hat ;-)).
Haben eure Trainer keine guten Tipps für euch, du trainierst ja sicher in einem Verein? Die kennen ja deinen Hund und euch als Team am besten :)
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Habt ihr vielleicht die Möglichkeit, nochmal "von vorne anzufangen"? Ich meine damit, dass die Hundesitterin noch ein paar mal kommt, wenn du zu Hause bist, und dass ihr in aller Ruhe gemeinsam spazieren geht. Nach dem Spaziergang könnte sie vielleicht noch etwas bei euch bleiben auf einen Kaffee, einfach um dem Hund zu zeigen, dass sie "dazu gehört".
Außerdem finde ich den Vorschlag gut, dass die Hundesitterin (zumindest in der ersten Zeit) nach dem Spaziergang noch ein wenig in der Wohnung bleibt, bis der Hund zur Ruhe gekommen ist.
Ich kann deine Sorgen wirklich gut nachvollziehen; ich habe auch lange nach einer vernünftigen Lösung gesucht und leider einige nicht so prickelnde Erfahrungen gemacht. Mittlerweile haben wir eine tolle Gassigeherin, und das ist wirklich eine Erleichterung im Alltag. Mir persönlich wären 9 Stunden ohne Lösemöglichkeit definitiv zu lang, auch wenn mein Hund es prinzipiell könnte.
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Ich denke auch, dass du unsere Kritik leider missverstehst. Es geht in keinster Weise darum, was dein Hund kann bzw. nicht kann, sondern darum, wie du mit ihrem Verhalten umgehst. Denn in dem Video zum Beispiel reagiert sie ja nicht "viel besser" auf deinen Abbruchversuch, sondern schlicht und einfach gar nicht. Was für einen Hund in dem Alter in keinster Weise verwunderlich ist - aber dass du sie dann minutenlang weiter gewähren lässt, wird einfach früher oder später nach hinten losgehen.
Hier will dir sicher niemand was Böses! Meine Hündin kommt auch nicht aus optimalen Verhältnissen - sie ist in Außenhaltung aufgewachsen, wurde dann relativ jung abgegeben und hat in verschiedenen Tierheimen gelebt, bis sie mit knapp 5 Jahren zu mir kam. Sie ist jetzt 7 und irgendwo auf dem Stand eines spätpubertären Junghundes.. Sie ist ganz ordentlich erzogen, hat gerade ihre Begleithundeprüfung bestanden und ist mittlerweile durchaus gesellschaftsfähig. Aber wir haben trotzdem noch unsere Baustellen, und manche werden sicher auch lebenslang bleiben. Obwohl ich mit Hunden aufgewachsen bin, ist sie mein erster eigener Hund, und ich glaube nicht, dass ich das alles ohne professionelle Hilfe geschafft hätte. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mich so viele erfahrene Hundemenschen auf unserem Weg unterstützt haben.
Ich finde einfach, du solltest dir frühzeitig einen kompetenten Trainer suchen, der dich im konsequenten (und das heißt nicht lauten, brutalen oder sonstwie heftigen!) Umgang mit ihr schult, damit du überhaupt eine Chance hast, sie in die richtigen Bahnen zu lenken.
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Wow.. Auf die Frage, warum sie das macht, fällt mir irgendwie nur eins ein: Weil du sie lässt

Warum lässt du ihr das so irre lange durchgehen? Warum gibst du ihr ein Verbot ("nein"), das sie nicht befolgt, und das hat keinerlei Konsequenzen? Wie soll der Hund denn so lernen, was er darf und was eben nicht? In dieser Sequenz lernt dein Hund ja eigentlich nur eins: Was Frauchen sagt, ist völlig irrelevant.
Edit: Ich sehe da auch weder Frust noch Verhaltensauffälligkeit, sondern einfach nur einen jungen Hund, der mal gucken möchte, ob man sich vielleicht durch die Couch graben kann. Und da scheinbar niemand was dagegen hat, versucht sie's halt weiter, ist doch lustig.
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Ich würde mir da, ehrlich gesagt, gar keinen großen Gedanken um die "Auslastung" oder mögliche Langeweile des Hundes machen... das hab ich nie verstanden und werde ich auch nie verstehen. Ist gar nicht bös gemeint, gerade als Ersthundebesitzer macht man sich sicher viele Gedanken.
Aber: Meine Hündin zum Beispiel ist prinzipiell wunderbar ausgelastet durch Hundesport, Wanderungen u.v.m. Und dann gibt es eben Tage, an denen nicht viel passiert - sei es, weil ich z.B. beruflich stark eingespannt bin oder krank bin, oder sei es eben wegen äußerst unwirtlichem Wetter. Dann geht es kurz raus zum Lösen und danach wieder rein auf die Couch. Mir ist wichtig, dass mein Hund solche Tage kennt und damit leben kann.
Ich habe auch das Glück, dass ich meinen Hund notfalls mal nur in den Hof lassen kann zum Lösen - da wird der toughe Terrier dann zur Mimose und verkriecht sich unter den Carport fürs Geschäft, weil man da so wunderbar geschützt sein Geschäft machen kann

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Ich finde es so schade, dass gerade Anfänger so häufig Tierschutzhunde ausschließen aus voller Überzeugung, dass diese Hunde alle einen Knacks haben.
Ich bin schon länger ehrenamtlich im Tierschutz tätig, und wir haben immer wieder so tolle Hunde, die einfach perfekt für jede Anfängerfamilie wären. Natürlich muss man da genau hin schauen und darauf achten, dass man vernünftig beraten wird - aber viele Hunde im Tierheim kommen nicht aus katastrophalen Verhältnissen und haben eben keinen psychischen Schaden, sondern mussten aus den unterschiedlichsten persönlichen Umständen abgegeben werden; sie kennen das Leben im Haus und gewisse Regeln, sie haben oft schon einen (mehr oder weniger guten) Grundgehorsam, sind stubenrein, kennen ggf. das Alleinbleiben und verzeihen so manchen Erziehungsfehler. Einfach Hunde, von denen man noch was lernen kann :)
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Ich möchte mal die vage Vermutung anstellen, dass ein solcher Hund mit einem solchen Job heillos überfordert sein wird und dass dieser Schuss gewaltig nach hinten los gehen kann.
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Tröpfeln ... ist gar nicht mal so typisch für die kastrationsbedingte Inkontinenz ... zumindest laut der Infos in den Links nicht ... Dort wird beschrieben, es gibt das Tröpfeln aber auch direkt die ganze Ladung.
Danke, das war mir so gar nicht bewusst. Die Infos hab ich heute auf der Arbeit nur mal überflogen :)
@straalster Danke auch dir für deinen Erfahrungsbericht; ich werde wohl definitiv das ganze Bild noch mal einem zweiten Tierarzt darlegen und schauen, wie man da sinnvoll weiter diagnostiziert.
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Danke dir für deine Einschätzung, das bestätigt wirklich mein Bauchgefühl.
Das ganze Bild ist für mich nicht stimmig und passt nicht zu verhaltensbedingten Neurosen, Protestpinkeln oder was auch immer. Leider ist Candy ein extrem sensibler und hibbeliger Hund und tatsächlich sehr anfällig für zwanghaftes Verhalten, deshalb schiebt man es vielleicht leicht auf diese Schiene, und ich mache mir auch ernsthaft Gedanken, ob es so etwas sein könnte.
Aber wir haben so viel in den Griff bekommen (stark übersteigertes Beuteverhalten (Balljunkie im TH), Steine kauen als totale Zwangsneurose (wahrscheinlich in der Außenhaltung als "Beschäftigung" angefangen), und mittlerweile ist sie eigentlich ein relativ normaler Hund.
Ich muss bewusst darauf achten, dass sie ausreichend Pausen hat, mache auch bewusst wenig mit ihr (bzw. sehr kurze Einheiten), und so funktioniert das eigentlich gut und sie scheint mir im Moment auch wirklich sehr ausgeglichen.
Sie kann viel besesr "loslassen" als früher, das merkt man ganz deutlich.
Durch diese intensive Arbeit mit ihr und den wirklich nicht einfachen Weg, den wir bisher hatten, behaupte ich auch einfach meinen Hund sehr gut zu kennen und einschätzen zu können... und hoffe, dass ich damit Recht habe ;-)