Beiträge von Dimmalimm

    Was er nicht gut kann ist Selbstregulation. Die entwickelt sich im Welpenalter und ist so ziemlich das einzige, was kaum noch nachzuholen ist.

    Sollte ich mal einen Welpen bekommen, werde ich ganz explizit drauf achten, dass der Hund frühzeitig lernt abzuschalten und sein Gehirn sich ganz in Ruhe entwickeln kann.

    :gut::gut::gut:

    Auch das, liebe TE - nimm es dir zu Herzen! Das ist auch bei uns die weitaus größte Baustelle für meine Hündin und ich wünsche ihr und mir oft, sie hätte in der Welpenzeit jemanden gehabt, der genau das mit ihr übt!

    manche Menschen legen sich Aussies oder auch BCs zu, weil diese den Ruf von super intelligenten Hunden haben (mit - natürlich einem super intelligenten Menschen als Halter....), und wenn der Primus dann nicht spurt in der Huschu, ist das "voll peinlich". Wenn du dich mit deiner Persönlichkeit und deinen Emotionen ganz in eurer Zweierteam hineinbegibst und nicht die Schuld oder was auch immer beim Hund suchst, dann wird es dir leichter fallen, dich auf sein Tempo einzulassen.

    Liebe TE, ich kann dir nur raten, dir diese Worte wirklich zu Herzen zu nehmen und außerdem der Einschätzung von flying-paws zu vertrauen.

    Ich bin selbst eine äußerst ehrgeizige Perfektionistin und habe dann einen völlig durchgeknallten Terrier-Mix aus dem Tierschutz übernommen. Glaube mir, ich kann durchaus nachvollziehen, wie das ist, wenn der eigene Hund einen gefühlt permanent bis auf die Knochen blamiert.

    Aber du musst verstehen, dass dein Hund das nicht tut, um dich zu ärgern oder weil du dir nicht genug Mühe gibst, sondern weil er mit der Situation komplett überfordert ist! Dein Programm ist viel zu viel, und für meinen Geschmack auch viel zu viel von "Kommandos üben" geprägt. Das ist ein Baby, und der sollte jetzt in erster Linie lernen, dass er dir vertrauen kann und dass die Zusammenarbeit mit dir irre viel Spaß machen kann. Sitz und Platz und ähnliche Tricks lernt der doch später auch noch in null komma nix!

    Meine Hündin war 5, als ich sie übernommen habe und hat in ihrer ach-so-wichtigen Präge- und Junghundephase überhaupt nichts gelernt, sondern in Außenhaltung und in Tierheimen gehaust. Heute ist sie 9 und kann alles, was ein Hund im Alltag so können muss - inklusive Sitz und Platz ;-)

    Ich sehe Freunde, die mit ihren Hunden spielen, die überall mitnehmen können usw. Und ich sitze zuhause und halte vorsichtig Leckerlies hin und freue mich wenn sie eines direkt aus der Hand nimmt und einen Tag mal nicht aus Angst oder Stress pinkelt und sich verkriecht

    Oje...wieso musste es denn dann ausgerechnet ein Hund mit dieser Vorgeschichte werden? Was hast du denn erwartet?!

    Du solltest dir unbedingt klar darüber werden, dass kein Hund von alleine so funktioniert, wie du es beschreibst - selbst ein gut ausgebildeter erwachsener Hund aus zweiter Hand wird dir irgendwann mal Probleme bereiten. Wenn du so wenig Geduld und Nervenstärke aufbringen kannst, ist ein Hund vielleicht einfach nicht das Richtige für dich.

    Ich würde den Hund völlig in Ruhe lassen. Ist doch prima, wenn er mit den Pfoten rein geht, das ist ja schon eine schöne Abkühlung!

    Meine Hündin ist die ersten 2 Jahre oder so ausschließlich bis zum Bauch ins Wasser gegangen und hätte niemals nicht den Boden unter den Füßen verlieren wollen. Irgendwann an einem Sommertag ist sie am Fluss dann einfach mal einen Schritt weiter und ist los geschwommen. Seitdem schwimmt sie wie ein kleines Motorboot, mit voller Begeisterung und als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Ich habe sie nie versucht zu animieren.

    Vielleicht kommt es also noch irgendwann, vielleicht aber auch nicht - mir persönlich wäre das egal und ich würde den Hund da nicht künstlich unter Druck setzen.

    Was füttert ihr denn? Ich würde so einem Hund keine Rinderkopfhaut oder ähnliche proteinreiche Kauartikel geben.

    Ansonsten finde ich auch, dass ihr zu oft raus geht; eigentlich sollte ein Hund in dem Alter länger durchhalten können. Hat sie denn auf einer dieser Runden Freilauf oder ist sie da immer nur an kurzer Leine?

    Wie sieht denn euer Umgang mit dem Hund aus? Seid ihr vielleicht auch eher lebhaft und laut, oder geht ihr bewusst ruhig und leise mit ihr um? Ich habe selbst einen extremen Hibbelhund, und die reagiert sehr stark auf mein Erregungslevel. Wenn ihr Kinder habt, ist es ja sicher auch nicht gerade ruhig bei euch im Haus - hat der Hund da ausreichend Rückzugsmöglichkeiten?

    Stressmedikamente würde ich komplett weglassen. Es stresst ihn, egal ob er in deinen Augen schläft oder nicht. Sein Kopf bleibt wach und er kriegt trotzdem alles mit. Dh. er kann sich nicht wehren und das stresst noch mehr. Lass ihn mal den "Stress" ausleben indem er damit umgehen kann. Betäuben kann man schmerzen - aber keinen Stress.

    Dir ist aber schon klar, dass Zylkene und L-Theanin weder Schlaf- noch Betäubungsmittel sind?

    Ich finde auch, wenn du dir jetzt schon solche Gedanken machst, ob du den Hund so "hinbiegen" kannst, dass er in dein Leben passt (ich sage das jetzt bewusst so überspitzt, bitte nimm mir das nicht übel), solltest du vielleicht einen unkomplizierteren Begleiter suchen.

    Ich habe selbst einen Bracken-Terrier-Mix mit zahlreichen Baustellen aus dem Tierschutz übernommen. Sie hat unter anderem aus ihrer Unsicherheit heraus alles attackiert, was ihr so in die Quere kam. Dazu kamen massiver Jagdtrieb und völlig hyperaktives, unkontrolliertes Verhalten.

    Wir sind jetzt nach 4 Jahren so weit, dass ich sie relativ problemlos im Alltag mitnehmen kann. Es gibt ein paar Hunde im Dorf, die sie hasst, und die pöbelt sie immer noch an, wenn der Abstand nicht groß genug ist. Ansonsten sind Begegnungen kein Problem mehr, weil sie einfach einen guten Gehorsam hat, abrufbar ist und auch ohne Leine im Fuß überall mit mir vorbei geht. Das war allerdings erst nach sehr langer Zeit möglich und - zumindest meiner Einschätzung nach - nicht allein über Erziehung und Gehorsam zu erreichen, sondern vor allem durch BEziehung und ihr stetig wachsendes Vertrauen in mich. Ich muss schon sagen, dass in den ersten Monaten und Jahren mit diesem Hund mein Sozialleben sehr gelitten hat, weil ich sie eben nirgendwo hin mitnehmen konnte bzw. alles sehr aufwändig für sie managen musste, damit sie in meiner Welt halbwegs zurecht kam. Ich muss dazu sagen, dass ich den Hund schon vorher mehrere Jahre aus dem Tierheim kannte und einfach klar war, dass wir zusammen gehören - für einen "neuen", mir völlig unbekannten Hund hätte ich diese Einschränkungen ehrlicherweise nicht auf mich nehmen wollen.

    Letzten Endes ist und bleibt ein solcher Hund aber ein Überraschungspaket; es ist schon möglich, dass sich die Hündin nach ein paar Wochen Eingewöhnungszeit ganz unauffällig verhält, aber es kann eben auch immer schlimmer werden und ins andere Extrem hochschrauben. Darauf solltest du gefasst sein und das solltest du wollen.