Beiträge von Bubelino

    Die Aussage, dass (deine) Tiere wichtiger sind als Menschen, bedrückt mich sehr. Ich habe auch in jenen Jahren nicht gelebt, aber mich - berufsbedingt - mit jenem Menschenbild viel beschäftigt, daher bin ich hellhörig bei Aussagen, die bestreiten, dass jeder Mensch eine Würde und einen Wert hat, der über dem eines Tieres steht.

    Da ich selbst auch in Bereichen tätig bin, in denen es um Menschenwürde geht, kann ich das einerseits nachvollziehen.
    Nur: warum stehen Wert und Würde eines Menschen über dem eines Tieres? Aus normaler Menschensicht natürlich schon, so läuft Speziesismus eben. Aber mal übergeordnet: warum?
    Damit sage ich NICHT, dass ich nicht ebenfalls auf Kosten von Tieren lebe. Nur, dass ich daran irgendwie auch leide. Weil ich gerne die perfekte Welt hätte.

    Joa, die Diskussion driftet irgendwie ab. Es tut nichts zur Sache, wer wie lange vegetarisch oder vegan gelebt hat, in welchen Behältnissen das Hundefutter geliefert wird (oh - Lieferung- ökologischer Fußabdruck???).
    Es wirkt auf mich auch irgendwie merkwürdig komisch, wenn man in einem Thread mit diesem Titel lesen muss, wer seine Familie wie ernährt. Das muss doch echt nicht sein.
    Niemand kann auf dieser Welt "schuldlos" leben. In Anführungszeichen deshalb, weil wir uns ab Geburt (oder teilweise sogar schon davor) in Strukturen befinden, die entweder von Ausbeutung profitieren, oder eben unter ihnen leiden.
    Die Frage, die ich mir dabei stelle, ist nicht: "wieviel machst Du?", sondern eher: "wieviele Gedanken machst Du Dir, was versuchst Du, wie bewusst ist Dir Dein eigenes Verhalten"?

    Ich meine damit, dass die meisten Hunde, die ich in den letzten 30 Jahren kennenglernt habe, viele davon aus dem Tiersschutz, auch fortgeschrittenen Alters, so manche aus dem Ausland, nach gewisser Eingewöhnungzeit absolut zufrieden mit der Situation wirkten, von sich aus Interaktionsversuche mit dem jeweiligen Besitzer unternommen haben, Neues hinzugelernt und Altes ablegen konnten.
    Huch: ich sehe gerade, dass ich da offenbar mangelndes Leseverständnis an den Tag gelegt habe. Shame on me. Ich habe "gegen den Konsens des Hundes " irgendwie genau gegenteilig gelesen. Sorry, löschen kann ich nix mehr.

    Man hat ihn sich ins Haus geholt (wie jemand schon schrieb gegen seinen Konsens)

    Vielleicht hab ich zu unaufmerksam gelesen, ich weiß jetzt nicht, wo das steht, aber egal.
    M.E. nach ist das fast nie gegen den Konsens des Hundes (wenn man nicht gerade grobe Fehler macht). Eben deshalb, weil Hunde nahezu "rasse"-übergreifend menschliche Gesellschaft und Interaktion mit Menschen schätzen und sehr oft auch anstreben.
    Dass der Mensch mit Hunden und -deutlich eingschränkter - Katzen eine Symbiose eingegangen ist, ist eine recht anthropomorphe Formulierung. Denn auch Hund (und in gewissem Sinne auch Katze) sind ebenfalls von sich aus diese Beziehung eingegangen. Was die Verpflichtung ja nur verstärkt.
    Und dass Hunde oder auch Katzen wichtiger seien als andere Tiere auf dem Planeten, das ist doch eine Aussage, die allein auf Wohlstandsgesellschaften, meistens im "Westen" bestehend, zutrifft. Hunde und Katzen werden ja in bestimmten Erdteilen gegessen und entsprechen voher gehalten bzw behandelt.

    Meine Hund waren und sind für mich keinesfalls "nur" Hunde, aber eben Hunde, so wie manch andere das hier schon beschrieben haben. Daraus entsteht für mich persönlich eine Verpflichtung, ihnen und ihrer jeweiligen Art auch gerecht zu werden.
    Sie sind mir sehr wichtig und ich liebe sie sehr. Ich liebe auch meine Familie sehr. Und wenn es den unwahrscheinlichen Konfliktfall geben würde, dann würde ich auch meinem Kind den Vorzug geben, was, denke ich, ganz normal ist.
    Irgendjemand hat weiter oben geschrieben, dass es die Tendenz gäbe, Hunde zu "Superwesen" zu machen und ihnen unglaubliche Fähigkeiten anzudichten. Die Tendenz mag es geben.
    Aber: ich verfolge seit Jahren mit großem Interesse die Veröffentlichungen der Abteilung für Verhaltensforschung der ungarischen Eötvös-Universität. Da wird einem schon deutlich, dass Hunde sich dem Menschen auf eine Art angepasst haben, die einzigartig in der Tierwelt ist. Dass sie verstehen wollen und auch können, was man von ihnen will, was man zu ihnen sagt. Dass sie lernen und kooperieren wollen, nicht allein, um einen Vorteil zu genießen, sondern aus einer Art partnerschaftlichen Antriebs heraus. Dass sie in der Tat eher als "kindliches" Familienmitglied gesehen werden sollten, will man ihnen gerecht werden, und nicht als "Tier" im Gegensatz zum Menschen (wobei das ja sowieso eigentlich komisch ist. Weil Menschen letzten Endes auch Säugetiere sind).
    Ich kann z.B. überhaupt nicht zustimmen, auch nicht aus meinen eigenen Erfahrungen heraus, wenn von Hundehaltern, auch solchen, die ich selbst als sehr gute Hundehalter einschätzen würde, gesagt wird, Hunde seien reine Opportunisten, die einfach immer alles tun, was ihnen nützt, ohne "Gefühl" für den menschlichen Partner an der Seite.

    Ich frage mich das ja auch bei anderen Rassen und deren Training. Momentan reden wir aber doch über genau diese Art antrainierten Trabens beim DSH. Ist dann eine solche Frage nicht erlaubt, nur weil es woanders auch nicht besser läuft? Sorry, aber diese Art von Antworten wirkt schlicht und einfach pampig.
    Und Training, dass zumindest potentiell gesundheutsgefährdend sein könnte (glaubt man den Tierärzten hier im Thread), sollte doch erst Recht hintergragt werden.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass solche Rudel entnommen werden müssen. Herdenschutz muss machbar bleiben - mit solchen Rudeln ist er das nicht mehr.

    In diesem Fall sehe ich das auch so, vor allem nach einem Gespräch mit einem befreundeten Förster mit Revier hier ganz in der Nähe.
    Wir sind ja hier in BaWü, also bisher gab bzw gibt es "nur" durchstreifende Wölfe, bislang keinen Nachweis einer Sesshaftigkeit.
    Der besagte Förster hat - m. E. - eine gute Einstellung zum Thema. Grundsätzlich meint er, dass man sich an die veränderte Lage durch Wöle und Wolfsrudel anpassen muss. Und das Schäden in gewissem Umfang auch hinzunehmen sind (er verwies auf z.B. Waldbauern, die nach heftigen Stürmen, die immer häufiger vorkommen, auch mit den Schäden klarkommen müssen). Bei Wölfen bzw Rudeln, die sich auf Weidetiere spezialisiert haben, spricht er sich für eine "Entnahme" aus. Einfach deshalb, weil diese Wölfe nicht mehr lernen werden, dass sie nicht das bequeme, eingezäunte Buffet aufsuchen sollen, sondern ihr Futter im Wald selbst jagen müssen.
    Zum Fall der gerissenen Bracke findet er übrigens, auch interessant für mich, sehr deutliche Worte. Für ihn war der Tod des Hundes absehbar, und zwar aufgrund des Jagdverhaltens seines Hundeführers (und dieser Mann ist kein "Wolkskuschler").