Beiträge von bordy

    Ich denke wenn du das Buch von Ekard Lind zum Spiel liest, wirst du schon gute Ansätze bekommen, wie man das richtige (!) Spiel mit dem Hund fördert - von daher werde ich das ganze Beutespiel jetzt hier nicht erläutern. Das Buch ist aber wirklich gut.

    Anmerken möchte ich aber 3 Dinge :

    1. wie weit ein Hund wirklich konstant über Beute zu motivieren ist, ist größtenteils auch genetisch festgelegt. Für einen eher futterorientierten Hund wird Spiel vielleicht ganz nett sein, aber nie das gleiche -umgekehrt genauso. Ich arbeite hier gemischt, je nach Situation. Vorteil beim Spiel ist allerdings, durch die Bewegung nimmst du etwas Spannung raus und der Hund kann sich auflockern.

    2. Allein über Futterspucken würde ich dir kaum empfehlen eine Fußarbeit aufzubauen, aus mehreren Gründen. Erstmal lernst du dem Hund nur, dem Futter hinterherzuschaun, nicht was er eigentlich tun soll. Zweitens lernt der Hund nicht die richtige Position die er haben soll. Drittens ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Hund über kurz oder lang vorprellen wird, weil du es wohl kaum schaffen wirst in die korrekte Fußposition reinzuspucken.
    Futter spucken kann eine nette Hilfe sein, die man 2-3 mal gibt wenn der Hund in der Situation garnicht rafft wo er hin soll - für mehr würde ich es aber nicht verwenden.

    3. Keinen Druck auf einen sensiblen Hund zu machen ist schön und gut. Trotzdem solltest du vermeiden deinen Hund in Watte zu packen und gar zu sehr auf das "ich bin so sensibel und hab Angst" Getue einzugehen. Meine Erfahrung mit solchen Hunden ist, je mehr die Leute versuchen, auch nur alles von dem Hund fernzuhalten was bei ihm Meideverhalten in irgendeiner Form verursacht, desto schlimmer wird das ganze. Druck oder Zwänge sind bei diesem Typ Hund sicher selten der richtige Weg, aber manchmal müssen sie da einfach durch und sie brauchen noch mehr klare Regeln und Grenzen als ein etwas selbstbewusster Hund.
    Kleines Beispiel aus noch Obedience Zeiten.. Frau mittleren Alters, mit weißen Schäferhund. Hund eher sensibel, teilweise ängstlich. Man hat alles gemacht, von der Verhaltensanalyse bishin zum Einschicken von Haarbüscheln an irgendeine Tierkommunikatorin. Alles hochwissenschaftlich, dass darf man mit dem Hund nicht machen und uhhh wenn ich das mit meinem machen würde, würd der sich eingraben |)
    Der Tag kam also, als die Dame weg musste und bat, ein beliebiges Vereinsmitglied mit ihrem Hund rauszugehen. Dieses beliebige Mitglied war dann ich.. Hund genommen, rausgegangen, alles super (wär laut der Dame nur möglich mit vorherigem ausgiebigen kennelernen.. hab ich ignoriert) . Hund versucht Taschentuch aufzunehmen, kurzes "HEY" von mir und gut war.
    Scheinbar hat der Hund mit etwas anderem Umgang seine überaus große Sensibilität verloren gehabt. |)

    Wenn ich mal so Durchrechne.. an meinem Gymnasium gab es an die 100 feste Lehrkräfte, plus diverse Referendare (Seminarschule, waren auch immer so 20-30).

    Erinnern an Lehrer, die wirklich das Negativklischee erfüllen kann ich mich auch. Das waren, wenn ichs mal grob überdenke und nicht unbedingt Sachen mit einbeziehe, bei denen ich nur eine andere Meinung hatte, die aber korrekt waren, 2 Lehrkräfte.

    Schau ich mich so im "realen Leben" um dann komme ich auf mehr als nur 2 Ar**** auf 130. Allerdings merkt man sich ja immer eher negatives... oder verklärt die Vergangenheit oder das eigene Verhalten.
    Auch ich komme aber unter 130 Leuten auch immer nur auf wenige die ich wirklich mag - sagen wir mal 5. Bleiben noch 123 übrig, die egal wie frustriert ich über 2 andere bin, immernoch in Ordnung waren.

    Trotzdem finde ich solche Verallgemeinerungen wie sie hier abgelassen werden einfach unmöglich. Egal von wem sie kommen, Mod oder nicht - ich kann ja gerne meine Erfahrungen schreiben, aber zwischen eigene Erfahrungen und einer Abhandlung über die generellen unfähigen "Pauker", ist für mich immernoch ein kleiner Unterschied.

    Leider ist es heutzutage ja schon fast in ein gewisses Feindbild zu haben, bei dem man sich dann alles erlauben kann. Lehrer, Polizisten, Beamten.. kann ja eh keiner leiden, also als drauf |)
    Wenn ich hier jetzt schreiben würde, also diese Listenhunde, blöde Tölen, haben ja eh nur Proleten und sind gemeingefährlich, würde ich wohl gevierteilt werden. Wenn ich hinterher setzen würde, jaaa, ich hab ja schonmal einen kennengelernt der mir Angst gemacht hat, dann würde ich wohl trotzdem kaum mit dem Leben davon kommen |)

    Zitat

    Eben! Hunde sind nun mal grundverschieden. Die einen wollen, dürfen/können/sollen/müssen aus den unterschiedlichsten Gründen beim HH bleiben, und die anderen wollen erst gar nicht. Shit happens... :lachtot:

    Tja.. womit wir wieder beim Anfang wären. Da schreibt ein HH sein Hund geht nur 5m weg (wieso auch immer), darf aber auch mal rennen und sprinten und schon sind die "Tierrechtler" auf dem Plan die jegliche Vorgehensweise ausser permanentem Rumrennen für sehr bedenklich halten.

    Wenn ich das hier bei einigen so lese, so kann mir meine ältere Hündin echt leid tun.

    Von klein auf fand sie sinnlos in der Gegend rumrennen eher doof, war eigentlich nie weiter als 10m von mir weg und man glaubt es kaum - hat auf jedes Kommando das ich gegeben habe sofort reagiert (natürlich nach entsprechendem Training.. allerdings scheint sie da mental ja doch irgendwie bei mir gewesen zu sein).
    Wenn ich drüber nachdenke, warens evtl auch nur 5m - ich kann Längen schlecht schätzen ehrlich gesagt. Innerhalb dieser paar Meter scheint sie das mit dem Schnüffeln auch gut hinbekommen zu haben.

    Bewegung kam in die Sache bei Interaktion mit mir, Dummies, Unterordnung. Ansonsten bloß auf und ab rennen.. sinnlos.

    Hat mein Hund bis heute 10 Jahre lang gelitten?

    Erklärt mir mal bitte wer, warum ein Hund unbedingt ständig rennen muss? Ausser, das das "halt so ist"?

    Welcher Canide rennt denn bitte sinnlos in der Gegend rum, ausserhalb der Jagd(vergleichen wir das mal mit Training beim Hund..)?

    Und wo ist für den Hund jetzt bitte der Unterschied ob er die meiste Zeit an der Leine ist/einen Radius einhalten muss, weil der Halter ihn nicht kontrollieren kann oder weil der Halter sich so sicherer fühlt? Mal ab von dem ideologischen "der muss doch".


    Beim Sprint wird übrigens Adrenalin frei, der Hund pusht sich - interessant zu lesen, dass man einerseits seitenweise über die bösen Balljunkies diskutiert und welche gar schrööcklichen Folgen es zu haben scheint, wenn der Hund mal nem Ball hinterherrennt, aber sinnloses auf und ab gesprinte nun das non plus ultra zu sein scheint.

    Meine Junge Hündin hat im normalen Gassigang auch einen größeren Radius - sagen wir mal bis zu 30m beim Durchstarten (ja ich kanns nicht schätzen). Weiter geht sie nicht und das finde ich auch gut so. Wenn mir ein Halter nun sagt, er vertraut seinem HUnd nur auf 10m, mei dann ist das so. Solange ich als Halter dafür hafte, wenn mein Hund sch.. baut im Frei lauf, ist das auch dessen Bier wie weit er den Hund weg lässt.

    Ich halte meine Hunde bei mir, sie belästigen niemanden.

    Begegnet mir wer im Wald, sitzen/liegen sie neben mir und man kann ohne Probleme passieren. Kann der Hund das noch nicht, wird er kurz gehalten. Das sehe ich als meine Pflicht als Hundehalter an und darüber gibt es auch keine Diskussionen.

    Allerdings ist es wirklich leider so, dass es immer mehr Menschen gibt, die es gerade darauf anlegen ihren Frust über die Welt auf irgendwen zu projezieren und ihren Ärger an irgendwem auszulassen. Wenn ich auf einem 8m breiten Weg meinen Hund an die Seite nehme und dem andern noch sagen wir mal locker 6 Meter Weg zur Verfügung stehen um Kollisionsfrei mich und meinen Hund zu passieren und er trotzdem direkt auf mich zutappt um sich dann aufzuregen das man alles blockiert - entschuldigung, aber da zählt für mich auch kein " der hat mal schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht". Das ist pure Provokation und man legt es darauf an Ärger zu haben.

    Im Endeffekt wird bei diesen "Kein Hund wird ""Böse"" geboren" Aussagen auch immer vernachlässigt, dass die meisten Hunde nicht aus "Überzeugung", sondern schlicht aus Unsicherheit und einem schlechten Nervenkostüm beissen.


    Ein Hund mit schweren Mängeln im Wesen, der sich dann erschreckt wenn irgendwo ein Löffel runterfällt, wird wahrscheinlicher beissen als einer mit ausgeglichenem Wesen - auch wenn bei beiden Agression nicht explizit gefördert wurde.

    Leider wird Unsicherheit von vielen Haltern/Züchtern gerne unter den Tisch gekehrt mit der AUsrede der ist ja nur unsicher/hat Angst/würde nie jemanden irgendetwas tun - aber gerade die Hunde, die sich, wenn man frontal auf sie zugeht verkriechen sind häufig die, die einem dann hinterrücks ins Bein hacken.

    Wenn solche unsicheren Individuen also nicht aus der Zucht fliegen, ist es klar, dass auch immer mehr Beissvorfälle folgen.

    Wenn man wegen sonem Unsinn nun schon die Polizei ruft, dann braucht man sich auch nicht wundern warum die ständig überlastet sind.
    SOlchen Kaspern sollte man die Aktion in Rechnung stellen, sorry.

    ICh bezweifle auch das man dir irgendwas kann.

    Ich halte es ehrlich gesagt für ein Gerücht, dass man einem Hund mit einer schlechten Aufzucht das hinterher nicht mehr anmerkt. Wäre das so, könnten wir uns alle lustig Hunde vom Polenmarkt holen und bräuchten uns die ganzen Scherze mit Sozialisierung und Co nicht mehr geben.
    Ist im übrigen auch meine Erfahrung mit Welpen aus dem Auslandstierschutz. Mag ja sein das Halter solcher Hunde das etwas verdrängen oder es Ausnahmen gibt (mir ist nur noch keine begegnet), aber mir ist bisher noch kein selbstbewusster Junghund mit normalem Sozialverhalten und ohne größere Umweltprobleme mit solcher Vorgeschichte begnet.

    Wenn du heute nicht unbedingt wert darauf legst, Lebenslang irgendwelche Mängel auszubügeln, würde ich keinen Hund aus einem Tierheim aufnehmen, wo die Welpen bis zur Abgabe isoliert in einem Zwinger sitzen und kaum Ansprache haben. Wobei das ja nicht sein muss.

    Der Punkt der mir hier persönlich etwas auf den Keks geht ist, dass jedem, der angibt mit Clicker und rein Positiv nicht zu Rande zu kommen automatisch zu unterstellt er hat das ja eh alles nur falsch gemacht und wäre quasi inkompetent.

    Man kann den Spieß auch mal umdrehen.. man könnte auch sagen, dass alle, die über Verbot keinen nicht pöbelnden und mit der Zeit auch relaxten Hund bekommen haben, ganz einfach damit nicht umgehen können.


    Könnte man ja..


    Man könnte aber auch einfach mal ohne große Belehrungen akzeptieren was andere tun.