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Dann sagt mal, Ihr, die Ihr dagegen seid, dass Hunde nach Deutschland kommen: Was soll mit solch einer Hündin geschehen? Lassen wir sie im Zwinger und schmeißen ihr alle paar Tage Futter hin? Wäre eine Möglichkeit, so löst sich das "Problem" sicherlich ziemlich schnell. Wenn sie kein Futter kriegt, noch schneller.
Das sind genau solche Mitleidsheischenden Aussagen, die ein Kern des Problemes sind.
Bei "Jagdhündin" gehe ich nun mal davon aus, dass der Hund auch jagdlich verwendet wurde, in seinem Ursprungsland. Glaubst du ernsthaft, du tust dem Hund damit einen gefallen, dass du ihn nach Deutschland zerrst, wo er sein Leben and er Schleppe verbringen wird (ist total klasse... gerade Haltungsschäden sind ja so selten) und womöglich in seinem letzten Lebensabschnitt noch mit dem Stress einer hohen Menschendichte und der deutschen Kulturlandschaft konfrontiert wird?
Ja, sicher ist bestimmt besser als in nem Verschlag zu verrecken, aber bei zwei schlechten Optionen ist das irgendwie die Wahl zwischen Pest und Cholera, für einen jagdlich orientierten Hund.
Mal ganz davon ab, dir scheint es ja egal zu sein ob du Hunde ihren Anlagen entsprechend halten kannst, aber die allermeisten Leute die solch einen Hund aufnehmen würden sind sich nicht bewusst, dass sie diesen Hund wohl den Rest seines Lebens in Leinenhaft behalten werden müssen und werden das so wohl auch kaum wollen. (Wer will das schon?)
Deutlich sinnvoller wäre es, den Leuten nicht ganz einfach ihre Probleme abzunehmen, sondern damit die Leute dazu zu zwingen, sich mit ihrem Problem zu befassen.
Mal zu dem Extrembeispiel einer Hündin in meinem weiteren Umfeld.
Aufgesammelt von einer Tochter einer Bekannten, ich glaube in Thailand. Die Tochter ist FLugbegleiterin, ihr Freund Pilot . Sie machten einen Zwischenstop dort und nutzen den für ein paar Tage Urlaub. EInes ABends entdeckten sie wohl ein paar Jugendliche mit Motorrädern, die immer wieder auf und ab fuhren. Beim näheren betrachten entpuppte sich der Sandhaufen als einige wenige Tage alte Hundewelpen. Sie verscheuchten die Jugendlichen und konnten dann nur noch einen Welpen retten. Sie waren mit der Hündin dort beim Tierarzt und entschieden sich, sie mit nach Deutschland zu schmuggeln. Am Flughafen in Deutschland bekamen sie dann doch ein schlechtes Gewissen und meldeten den Welpen dem Zoll.
Es folgten mehrere Wochen Quarantäne im Tierheim, wo der Hund dann also in den wichtigsten Phasen nur ein gefliestes Zimmer und eine einzige Betreuerin kennenlernte.
Zu diesem Zeitpunkt war noch alles optimistisch. Tja, lange Rede, Endergebnis ist heute, der Hund ist meines Wissens derzeit ca 5 Jahre alt. Wurde bis heute konstant von mehreren Hundetrainern betreut, zu guter letzt auch medikamentös ruhig gestellt, hat aber permanent Todesangst (inklusive häufige Entleerung der Analdrüsen) und wurde sogar nach AUssage der Halter bis dato fast noch nie ohne geklemmte Rute gesehen.
Tja, gute Tat getan oder nicht? Die Halterin ist so weit, zu sagen, es wäre besser gewesen den letzten überlebenden Welpen direkt einschläfern zu lassen, denn so ist das auch kein Leben.