Mal zu dem Waldkindergarten....
Die haben hier ein eigenes eingezäuntes Gebiet, müssen aber um dorthin zu kommen über Waldwege - also öffentliches Gelände. Die Wege die sie dorthin nutzen, sind breit und gut einsehbar - es kommt also siher nicht vor, dass die Gruppe "plötzlich" vor einem steht.
Wer da noch sagt "passiert halt mal", wenn ein Hund dort hin rast und nichts besseres zu tun hat als nen 5jährigen Zwerg mit Vollgas anzuspringen und so umzuwerfen, dass er mit Gehirnerschütterung erstmal zur Kontrolle ins KH muss, der hat für mich den Schuss nicht gehört. Sorry. Sowas passiert nicht, wenn der eigene Hund halbwegs abrufbar ist und ich auch auf ihn achte, nicht nur auf den neuesten Tratsch meines Gesprächspartners.
Im übrigen, in besagtem Fall haben sich wohl alle "verantwortungsvollen Hundehalter" schnellstens vom Acker gemacht - ohne eine Entschuldigung, ohne Angabe der Versicherung. Hundchen hatte also seinen Spaß und die Betreuerinnen blieben mit verletzten Kindern zurück. Bei der nächsten Gelegenheit kann man sich dann aber immer gerne beschweren, dass alles immer Hundefeindlicher wird und man immer mehr eingeschränkt wird.
Und mal ehrlich, dass ist hier keine Seltenheit.
Würde ich in einer Welt wohnen, so wie sie scheinbar im Dogforum ist, wo alle ihre Hunde so im Griff haben, dass sie auch abgeleint und nicht Fuß-gehend niemanden belästigen, in der man Rücksicht nimmt darauf wenn niemand Kontakt wünscht und sich entschuldigt wenn man einen Fehler macht, dann wäre ich bei dem Thema auch nicht so pingelig.
Nur leider sieht die Realität so aus, dass man hier oftmals froh sein kann wenn man den zum Hund gehörigen Halter überhaupt ordnen kann. Man kann noch erfreuter sein, wenn derjenige dann auf die Idee kommt seinen Hund mit 20 Kommandos zu sich zu lotzen und irgendwie festzuhalten. Das ist aber schon ein höchst positiver Fall. Meistens versucht man nichtmal seinen Hund zu rufen, hört ja eh nicht und man hat dann das vergnügen, von seinem Seniorhund, der einfach seine Ruhe haben will, einen "nur spielen" wollenden Hund zu pflücken, der gerade auf dessen Rücken Trampolin springt.
Die Realität beinhaltet leider auch Erlebnisse, wie das man morgens um 7 beim Fahrrad fahren 2 mal auf dem selben Spaziergang (!!) von einem 50kg Rottimix fletschend und knurrend vom Fahrrad geholt wird und dann, weil man sich zur Wehr setzt quer über die Wiese angebrüllt wird was einem einfällt den Hund anzufassen und wenn man sich nicht so anstellen würde, wäre das alles kein THema, denn die wollen nur spielen.
Entgehen kann man dem ganzen nur, wenn man wirklich zu eher unchristlichen Zeiten auf Schleichwegen durch den Wald tappt - was übrigens der Weg ist, den ich meistens wähle.
Richtig, wenn man in soeinem Gebiet wohnt ist man irgendwann genervt, allein schon weil ich es nicht einsehe für jeden Spaziergang erstmal 20km raus zu fahren.
Wirklich positiv in Erinnerung geblieben ist mir ein ca 10jähriges Mädel, morgens um sieben am Waldrand mit ihrem kleinen braunen Pudel. Das Mädel entdeckte mich und versuchte ihren Hund zu sich zu bekommen. Er hörte allerdings kein Stück, sodass sie ihn dann letztendlich einfing, am Halsband festhielt und sich an die Seite stellte.
So, ganz ehrlich, mir ist es vollkommen wurscht ob andere Hunde hören, solange die Hundehalter irgendwie mitdenken. Ich bin mit meinen Hunden an dem Mädchen vorbei, habe miich bei ihr bedankt und habe ihr Leckerchen ANgeboten, damit sie weiter mit ihrem Hund üben kann.
So viel zum Kinder Thema, denn eigentlich ist es schon traurig das ein 10jähriges Kind rücksichtsvoller ist als 98% aller Hundehalter hier.
Mein Freund wohnt übrigens 300km weiter, in einem kleinen Kaff, mit viel Platz aussen rum. Wenn ich dort mit den Hunden rausgehe, begegnet mir kaum jemand und wenn, dann hören die zwar selten toll, aber man bemüht sich wenigstens seinen Hund bei sich zu behalten und ist nicht der Meinung "der darf das, der muss sich austoben".
Wenn ich dort dauerhaft wohnen würde, dann würde ich wohl auch denken "wie doof sind die denn, was regen die sich so auf? ist doch garnicht so schlimm". Stimmt, ist es dort auch nicht!
Mein Freund dachte als ich ihm das so erzählte zuerst auch, ich übertreibe und mache mir da zu viel Stress. Bis ich ihn dann Abends zur letzten Runde mit meiner läufigen Hündin rausgeschickt habe - seitdem zweifelt er keine mehr meiner Geschichten an.