Mit dem Gedanken und der Sorge lebe ich jeden Tag, Jills Metastasen können jederzeit ein Gefäß arrodieren oder die Bronchien verlegen und ich könnte nichts tun. Habe mit unserer Tierklinik da viel drüber gesprochen. Keiner hat mir geraten meinen Hund einzuschläfern. Und ich stehe dazu: So wie sie im Moment drauf ist, würde ich meinen Hund auch nicht einschläfern nur weil könnte, sollte, hätte....
Ich möchte dir ja nicht zu nahe Treten, aber ich bin mittlerweile davon abgekommen, darauf zu vertrauen, dass mir gerade eine Tierklinik, die idR Massenabfertigung betreibt immer ehrlich sagt was Sache ist.
Gerade weil viele Tierhalter es auch nicht hören wollen - die möchten lieber hören "aber das und das geht schon noch" als "das können wir zwar machen, aber es verlängert Leid nur".
VOr ein paar Wochen ging es unserer Seniorin sehr schlecht und wir waren alle zu gebunden, um die Tage beim Tierarzt zu verbringen. ALso entschieden wir uns, sie für 2 Tage stationär in der Tierklinik hier aufnehmen zu lassen - was uns alles vorgeschlagen wurde, was dem Hund nicht geholfen hätte, ist wirklich beschämend.
Diese Wahrscheinlichkeit gibt es immer....keiner kann sagen wann der Tumor wie wächst und wohin er wächst....
Ich kann aber durchaus absehen, wenn cih weiß um welche Art Tumor es sich handelt, wohin die Reise geht.
Es gibt langsam wachsende Tumore an Stellen, an denen man sich wirklich Zeit lassen kann und es gibt Tumore, da schaut die Sache anders aus. Wenn ich heute feststellen würde, dass einer meiner Hunde einen Tumor der letzteren Sorte hat, dann wäre für mich die Entscheidung klar.
Heißt das für dich im Umkehrschluss, dass ich nicht zu meiner Verantwortung stehe, weil ich mein Tier trotz Lungenmetastasen nicht einschläfere?
Ich kenne weder die genaue Diagnose deines Hundes, noch dich, von daher das ganze mal rein hypothetisch - setzen wir den Fall, dein Hund hat eine nicht unerhebliche Menge an Metastasen in der Lunge, in entsprechender Größe und mit entsprechendem Wachstum. In diesem Fall bin ich wirklich der Meinung, dass es nicht im Sinne des Tieres, sondern höchstens im eigenen gehandelt ist, den Hund nicht zu erlösen.
Der Punkt ist doch einfach, wenn die Krankheit so weit vorgeschritten ist, dann schaut der Ablauf bei platzen der Metastasen so aus, dass der Hund erstickt - so langsam, dass er sich noch wirklich quält, aber idR auch so schnell, dass man keine wirkliche Chance mehr hat dieses Leid abzukürzen.
Bist du schonmal als Kind oder Jugendlicher beim schwimmen von Freunden Spaßeshalber unter Wasser gedrückt worden, aber evtl zu lange? Ist ein absolut besch.. Gefühl - denkst du das ist ein schöner Tod?
Ich würde das meinem Hund ersparen wollen. Lieber zwei Tage weniger, aber dafür das vermieden.
Ja, aber genau so mache ich das doch bei meiner Oma auch! Ich lasse nicht an ihr rumpfuschen. Ich lebe mit der Angst, dass sie sehr plötzlich und unerwartet von mir gehen könnte und bin bereit sie einzuschläfern, wenn sie gehen will. Ich hoffe auch, dass ich durch Herz und Verstand sehen werde, wann es Zeit ist.
Wir waren heute drei Stunden in der Sonne, sie hat Leckerlie gemampft und es sich im Schatten gemütlich gemacht....trotz Metastasen, die sie wahrscheinlich irgendwann töten werden, ja.
Ich weiß, ich nehme das gerade persönlich; ich fühle mich nicht angegriffen und möchte auch dich nicht angreifen. Wenn ich das getan habe, vergib mir. Das ist ein sehr emotionales Thema für mich.