Wenn man es streng durchdiskutiert, so rein nach Punkten, kann man schon auf die Punktzahl kommen und ist dann im oberen mangelhaft. Ist halt die Frage ob man das auch so als Kritikpunkte sieht...
Was mich (ganz persönlich) an der Sache eher stört ist, dass ich es bis dato eigentlich immer gut fand, dass die meisten Richter im IPO Bereich (im Gegensatz zum z.B. Obedience) irgendwo den Gesamteindruck mit einfließen lassen. Und da einen Hund, der insgesamt offensichtlich Freude an der Arbeit hat und damit eine gesamt korrekte und Aufmerksame Arbeit abliefert, ins mangelhaft zu werfen, finde ich einfach nicht richtig. Zumal die Kritikpunkte wirklich Minimal waren, bzw habe ich schon Unterordnungen von Leuten, die Meisterschaften damit gewonnen haben, gesehen, bei denen das auch nicht anders aussah - deren Freifolge war aber auch nicht mangelhaft.
Ein anderer Punkt ist, dass wohl die Fußarbeit zwischen den Übungen mit in die Bewertung mit eingeflossen ist. Eine Regelung, die für den "gemeinen" Hundeführer, so nicht mal kommuniziert worden ist..
Allgemein finde ich die sehr negative Bewertung sehr schade. Ich finde, man kann auch klar sagen, was nicht passt und dabei trotzdem auch noch eine Leistung honorrieren und erwähnen, was gut war.
Als Hundeführer geht man nach soeiner allgemein negativen Bewertung wohl eher ziemlich angenervt vom Platz. wenn man bedenkt, dass auch auf Meisterschaften die Starterzahlen rückläufig sind, wohl eher nicht so toll.
Ich kann mich noch erinnern, an eine meiner ersten 3er Prüfungen. Ich hatte damals zwar schon ein paar Hunde ausgebildet und auf Prüfungen geführt, aber mit meinem alten Rüden war ich da gerade erst am Anfang. Er hatte als ich ihn übernommen habe, schon die 3. Allerdings Unterordnung eher nach der "alten" Schule und freudig, spritzig war was anderes. In der ersten Prüfung mit ihm, ist er beim Abruf die halbe Strecke auf mich zu getrabt.
Wie auch immer, wir haben viel trainiert, ich habe in weiten Teilen der Unterordnung viel mit ihm erreicht, er hatte wieder Freude an der Unterordnung. Zur zweiten Prüfung kam dann ein Richter, der vor kurzer Zeit mit seinem Hund auf der DM erstmal durchgerasselt war, aber anscheinend noch nicht wieder daheim angekommen
So, natürlich war die Unterodnung nicht Pfeilschnell und nicht super korrekt. Aber, für seine Verhältnisse war er freudig bei der Sache. Prüfungsleitung hat das dem Richter wohl auch alles erzählt und auf dem Weg vom Voraus zum Abmelden war ich dann auch noch sehr positiv gestimmt und stolz auf meinen Hund, weil er sich so verbessert hat.
Da stand ich dann mit (ich glaube .. weiß ich nicht mehr genau) 16/17 mit meinem Hund und durfte mir anhören, wie mies doch quasi jede Übung war und wie bemitleidenswert der Hund. Der Brüller war dann der Kommentar zum schnellen, korrekten Voraus: anstatt einfach mal zu loben, dass die Übung gut war, durft ich mir dann anhören "das der Hund ja jetzt nur froh ist das das endlich vorbei ist und sich deswegen jetzt mal bissl beeilt hat".
Joa, spontan hab ich dann fast zu heulen angefangen und ich würde mal sagen, jeder Anfänger hätte nach soeiner "aufbauenden" Bewertung im Sport aufgehört.
Sowas muss für mich einfach nicht sein. Selbst wenn mir persönlich als Richter eine Arbeit nicht gefällt, kann ich trotzdem immernoch die positiven Aspekte sehen und muss den HF nicht wie den letzten Kasper vom Platz schicken. Und wenn ein Hund eine solche Arbeit ablegt wie in dem Video, dann muss ich den nicht ins mangelhaft nehmen..