bordy: Ich kann ja durchaus sehen, dass es auch andere Schäferhunde gibt, im Gegensatz zu zum Beispiel Möpsen, wo ich wirklich noch keinen gesehen hab, der der aktuellen Standardauslegung soweit entspricht, das man sich auf ner Zuchtschau sehen lassen könnte und der trotzdem ne gesunde Anatomie hat (weil's sich einfach wiederspricht).
Aber hast du als Schäferhundmensch solche Hunde wie ich sie beschrieben hab wirklich noch nicht gesehen oder nur in verchwindend geringer Zahl? Dieses weiche, instabile, "schleichende" Gangwerk und im freien Stand hinten "zusammensackend"?
Ich habe nirgends behauptet, dass es keine übertypisierten Schäferhunde gibt. Es gibt sogar relativ viele.
Mit "schiefem Rücken" hat das aber weniger zu tun, eher einer zu starken Wickelung in der Hinterhand und größtenteils lockeren Bändern. Solche Hunde können im übrigen trotzdem laufen (gerade darauf wird extrem viel Wert gelegt... sie müssen in der GHKL relativ lang "traben" können), allerdings ist es für einen Gebrauchshund in dieser starken Ausprägung einfach kontraproduktiv. Selbst wenn so ein Hund dann die triebliche Veranlagung mitbringt um tauglich zu sein, bleiben Einschränkungen in der Wendigkeit und meist auch erhöhtes Verletzungspotential. Kann ich so aus Erfahrung sagen, ich habe Jahrelang Hochzucht Hunde geführt.
Fakt ist aber auch (obwohl die ganzen "Fachleute" hier das sicher verneinen, weil ich bin ja böser Schutzhundesportler, total geil drauf einem Hund möglichst weh zu tun und überhaupt ist es ja total okay hier Dinge vom Stapel zu lassen, für die andere gemeldet werden würden.. aber ich schweife ab - und das ist übrigens der Grund warum ich ansich gar keinen Bock hab zu dem Thema noch groß etwas zu sagen) , dass es innerhalb der Rasse Deutscher Schäferhund mehr Unterschiede gibt, als es bei manchen andern komplett getrennten Rassen untereinander. In den letzten Jahren gab es grob gerundet 12.000 DSH Welpen jährlich und man geht von ungefähr einem Drittel Leistungspopulation aus. Also mindestens 4000 Welpen die schonmal grundsätzlich dem Bild, was als "Der" DSH gehandelt wird nicht entsprechen. Das ist mehr, als andere beliebte Rassen in 2 Jahren alleine ohne irgendeine Unterteilung haben. Wenn mir dann jemand erzählt, es gäbe ja grundsätzlich nur "die andern", dann stellt er sich beim Suchen entweder absichtlich blöd an oder ist es einfach.
Dafür sollte man natürlich auch wissen, dass ein Standbild nicht unbedingt sagt, wie ein Hund von sich aus aussieht. Wenn man nur nach einem Standbild geht, wird's natürlich schwierig.. wenn man sich mit dem Thema so eingehend beschäftigt hat, dass man es sich erlauben kann solche Sprüche wie die letzten Seiten zu klopfen, sollte das Wissen hierüber wie gesagt da sein.
Aber wenn hier dann ein absolut oberflächlich und von Formulierungen die einfach a) falsch sind und b) anzeigen, dass jemand mit der Thematik null zu schaffen hat , strotzenden Artikel einer CollieZüchterin, die beurteilen möchte wie ein Gebrauchshund zu sein hat rangezogen wird, wundert mich relativ wenig.
Ich erinnere mich dazu nur an eine interessante Begegnung in einem Futterladen hier. Ich hatte meine Hündin mit dabei, wartete an der Theke, bis sich eine Frau hinter mir anstellte. Irgendwann entwickelte sich dann folgende Konversation..
"Oh der ist ja schön gerade "
"Danke."
"Diese Ostlinien sind ja auch viel schöner, die Westhunde sind ja alle krank, da findet man sowas nicht"
"Meine Hündin ist zwar in Thüringen geboren, hat aber kein Ostblut, sondern rein West... allerdings Leistungszucht". (ich war mal in Plauderlaune, mir war langweilig) "ja aber.. die sind dann aber ganz selten !"
"eigentlich nicht, man geht von einem Drittel Leistungspopulation aus, was ungefähr 4000 Welpen jährlich sind."

Meine Hündin ist im übrigen die, die immer als eher "naja immerhin ist sie gut" bezeichnet wird - schön fanden die Leute immer z.B. den Ausbildungsrüden, der andauernd Probleme mit den Bändern und 68cm Schulterhöhe hatte, was das ganze nicht besser gemacht hat. Das waren dann die selben Leute die einem 5 Minuten vorher nen Vortrag darüber gehalten haben, wie krank das doch ist das man "solche" Hunde züchten kann. Da weiss man dann auch wie es mit dem Fachwissen steht...
Zu den Preisen.... ein gesunder, Zuchtfähiger , gut veranlagter Malinois Rüde mit Papieren hat genauso seinen Preis und wird eher ungern in den Dienst verkauft, selbst wenn die die Preise zahlen könnten. Es ist nur schlichtweg so, dass es beim Malinois einen relativ großen Markt mit papierlosen Hunden die z.B. bei Händlern aufwachsen gibt. Ansonsten sind es häufig Hunde die irgendwelche Leute als netter Familienhund wollten und die dann weg müssen, aber aus diversen Gründen für Sport und Zucht (siehe Papiere) uninteressant sind.
Hier in der Kreisgruppe sind die meisten übrigens wieder vom Malinois weg, aus diversen Gründen. Modebewegungen gibt es auch im Gebrauchshundebereich..