Meine Erfahrungen mit Jägern sind auch sehr ambivalent. Ich hatte sehr nette jagende Arbeitskollegen, bei denen ich mir recht sicher bin, daß a) die Umgangsformen stimmten und b) der Zeigefinger gerade blieb, wenn sie auf Hundehalter mit Hund im Revier trafen.
Ich habe aber auch unmögliche Zeitgenossen kennengelernt, denen das Wissen um die Macht, im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung eine Waffe führen zu dürfen, ganz klar Allmachtsphantasien hervorgerufen hat. Unabhängig davon, ob Hund Auslöser war oder nicht. Meine Mutter z.B. ist mal als Langläuferin übelst angepampt worden, weil die von der Gemeinde präparierte Loipe für den Geschmack des Herrenjägers zu dicht an seiner Kirrung vorbeigeführt hat. Mit den Gemeindeoberen hat sich der Held aber nicht getraut anzulegen, lieber eine 70-Jährige mit Enkelkind beschimpft....
Ich bin schon kilometerweit mit angeleintem Hund auf Waldwegen mit dem SUV verfolgt worden, hin und her und hinter den Kurven gelauert, um mich beim Freilauf der Hunde zu erwischen. Auf frisch gemähter Futterwiese den Hund an der Fährtenleine gearbeitet, Jäger kommt in halsbrecherischem Tempo quer über die gesamte Fläche gerast um mich zu beschuldigen, meinen Hund Kitze reißen zu lassen. Im September. Und so weiter.....
Diesen Typen werde ich keinesfalls ihre miesen Methoden nachsehen. Ich kann hier nicht ausweichen, im Mittelgebirge ist nun mal viel Wald und tummeln sich in den Hochwildrevieren viele Jäger. Da müßte ich, überspitzt gesagt, ins winzige Hundeauslaufgebiet der 65 km entfernten nächsten Großstadt fahren, um meinen Hunden nach Geschmack mancher Jäger Freilauf gewähren zu können. Absurd!
Ich lasse mir also nichts zuschulden kommen und deshalb nichts unterstellen oder mich bedrohen. Von mir gibts Gegenwind, und kein prophylaktisches Verstecken oder Verschwinden.
Jäger, die auch im Zivilleben Manieren haben, kommen damit prima klar.