Jandra
Wem macht es mehr Spaß , dem Menschen oder dem Hund ?
Du schreibst , der Hund kommt mit seinen Sachen seiner Beute an . Du denkst sofort , der will mit dir um diese seine Beute mit dir zergeln/raufen . Vielleicht will er sie dir aber nur einfach zeigen . ! Macht meine Parson Hündin auch ... sie legt mir den Ochsenziemer in die Hand oder auf den Schoß .. ich nehme ihn .. tu so als rieche ich daran und gebe ihn ihr wieder . Sie schnappt ihn und läuft voller Freude in ihre Box damit . Das wars ... kein Geraufe .. kein Machtkampf und keine Aggression . Und das Gute daran ist auch , das der Hund dadurch auch lernt zu Vertrauen .
Ich will Dich ja nicht schocken, aber was glaubst Du, was Dein Hund da versucht? Wieso soll Deine Hündin Dir einen Ochsenziemer zeigen wollen, den sie ja wohl von Dir gekriegt und keinem Bullen abgenommen hat?
Das arme Wauzi versucht sich ein kleines Spiel mit Dir zusammenzubasteln, ein Spielchen um die Beute! Du willst es zwar nicht wahrnehmen, aber durch das Annehmen des Ochsenziemers (der Spielbeute) gehst Du ein Stückchen auf ihr offensichtliches Bedürfnis ein - genug, daß dieser dankbare Hund die Freude eines Spieles empfinden kann, die Du ihm ja generell absprichst....
Bei meinen Hunden geht dann das Vertrauen so weit, daß ich diese Beute nicht nur "anfassen und beriechen", sondern sie ihnen sogar rituell im Spiel streitig machen darf, ja das von mir erwartet wird. Und wir zergeln mit Genuß und wechselnder Rollenverteilung, ich werfe oder verstecke, und wenn wir unseren Spaß hatten, nehme ich die Beute, was immer das gerade ist, oder mein Hund behält sie. Mal so, mal so. Kein Machtkampf, kein Geraufe, keine Aggression - pures Vertrauen und Stärkung unserer Bindung.
Wenn Dir das so unvorstellbar ist, frage ich mich aber, wie Du deine Auftragshunde in IPO in 3 Monaten fertig ausbilden kannst? Da Du die Förderung des "Beutetriebes" ja vehement ablehnst ( Sichworte Agggression, Machtkampf, Geraufe, Vertrauensverlust) und dann nur der "Wehrtrieb" in Abt. C übrigbleibt - meinst Du, ein Hund, der aus Angst um körperliche Unversehrtheit in Verletzungsabsicht auf einen Helfer losgeht, ist sicherer zu führen als ein Hund, der im Helfer den Partner in einem hochritualisierten Beutespiel sieht?
Da paßt doch was nicht!