Beiträge von Quarus

    Dass, was die meisten landläufig als Jagdtrieb definieren, ist ja das Hinterherlaufen von sichtbarem Wild.
    Ich denke, das ist bei den meisten Rassen, ob Jagdhund oder nicht, ein Anreiz, hinter her zu rennen.

    Und wenn ich mit z.B. einem Boxer früh genug Bällchen spiele und andere Wurfspiele veranstalte, habe ich da auch sicher gute Chancen, dass er bestens vortrainiert ist, wenn dann irgendwann der Hase vor ihm hoch geht.

    Von daher muss man beim Jagdtrieb einfach unterscheiden und da sind viele Vorsteher einfach deutlich leichter zu handhaben. Ich könnte ja z.B. das Vorstehen bei Wildgeruch belohnen und damit die Jagd schon umlenken oder abbrechen.
    Ein bisschen jagdalternative Arbeiten ist sicherlich immer von Vorteil, denn auch beim Dummytraining als Beispiel geht es ja um Kooperation, der Hund lernt ja, diverse Anweisungen zu befolgen und wird vom Menschen gelenkt.

    Wichtig ist einfach bei den meisten Hunden, die jagdlich ambitioniert sind, dass sie möglichst von klein auf eine gute Impulskontrolle, Frustrationstoleranz, Rückruf und Abbruchsignal lernen.

    Man kann ja durchaus "Anti"jagdtraining schon von klein auf machen, nämlich indem der Hund direkt lernt, dass es sich für ihn lohnt, auf sich weg bewegende Reize nicht zu reagieren und er eine Belohnung bekommt, wenn er sich daran hemmt.

    Jagdtrieb ist ja nichts schlechtes. Und ich fände es eher traurig, wenn Jagdhundrassen bei Wildsicht/-witterung usw. völlig ungerührt blieben. Aber Du schreibst ganz richtig, daß es gesteuert werden muß. Bei einem Jagdhund ist diese Steuerung aufwändiger, als bei einem Nichtjagdhund. Ich kenne z.B. bei all meinen bekannten Boxern keinen, der Wild mehr als ein paar Überraschungsschritte hinterhergehen würde. Meine "Beutegeier" lebten/leben seit 35 Jahre in friedlicher Koexistenz mit Mengen von Muffel-, Reh-, Schwarz- und Rotwild, auch einigen Hasen, hier im Mittelgebirge, ohne ein einziges Mal zu hetzen im Freilauf. Das Basisinteresse war einfach von Beginn an viel niedriger. Das hat sich auch nicht durch Ballspiele geändert.

    Davon abgesehen bin ich im Zwiespalt, ob es der Sinn bei der Rassewahl ist, viel Energie und Zeit darin zu investieren, die in vielen Generationen der Rasse angezüchteten Eigenschaften dem Einzeltier "auszutreiben", damit es für eine Haltung paßt, für die es nie vorgesehen war.

    Matteo nervt, daß ich mich vor jedem Ausgang erst ewig anfracken muß. Er hat doch seine Klamotten auch immer an, warum geht das bei mir nicht? Noch ne Schicht, und noch ne Schicht, und was an die Hinterpfoten, und was an die Vorderpfoten, und auf den Kopf was, und die Spaßbremse (Leine) quer drüber.... das DAUERT!!!!!

    Die Vizslas, die ich kenne, sind sehr sensible, feinnervige Hunde. Das Gegenteil von bollerigen Boxern. Da muß man sich drauf einstellen und es mögen. Tüchtig Jagdtrieb hatten sie alle.

    (ich stehe eher auf Grobmotoriker, die nix so schnell übelnehmen, aber Geschmäcker sind eben verschieden)

    Ein Boxer würde passen und die Anforderungen der TE wie auch ihres Freundes erfüllen. Muß man nur nach einer passenden Verpaarung suchen. Auf den Erfassungsbögen der Zuchtauglichkeitsprüfung sind ausführliche Infos zu Charaktereigenschaften der Eltern festgehalten, und Boxer sind eine der wenigen Rassen, bei denen die 20 km Ausdauerprüfung am Rad zwingend für alle Zuchttiere vorgeschrieben ist. Da läßt sich auf jeden Fall was finden.

    Pokale gibt es bei uns nicht mehr, wir sind auf geschliffenes Glas oder auch mal Schleifen umgestiegen. Ich kann die Pötte auch echt nicht mehr sehen.

    Die Staubfänger kriegen nur die Prüfungsbesten, aber alle Teilnehmer bekommen für den Hund eine Kleinigkeit, ein Spielzeug, ein Hundehandtuch o.ä. Das habe und nutze ich natürlich alles. Vor 25 Jahren gab es beim Landesgruppenpokalkampf eine Meterleine, die ist so praktisch, daß ich sie noch heute allen anderen vorziehe. Im Vereinsheim stehen der IPO-LG-Wanderpokal und noch so ein paar Tröge mit den Namen der Siegerteams drauf, die guck ich aber gern an und erinnere mich an die Hunde, mit denen wir vor vielen Jahren solche schönen Erfolge hatten. Ach ja, das waren tolle Wuffels.... wunderbare Persönlichkeiten.

    @tgrund

    Solange er der Rasse entsprechend wächst, schadet das spargelige gar nichts. Das kennen viele Halter aktiver, größerer Hunderassen. Eher würde ich versuchen, ihn nicht bewegungsmäßig zu pushen (das danken dann später die Knochen und Gelenke), als immer mehr Energie reinzupumpen. Ein gutes Futter wie das Josera reicht.

    Laß ihm Zeit, auszureifen, das Ansetzen kommt von allein zur richtigen Zeit.

    Bei "Schnauzereiben" denke ich zuerst an eine leichte Überempfindlichkeit gegen eine bestimmte Substanz (Futter, Umwelt), die eine leichte Entzündungsreaktion an der dünnen Haut der Lefzen hervorruft. Dieser Reiz (Jucken) führt dann zum Schnauzereiben.

    Ich hatte mal einen Rüden, der direkt nach der Abgabe mit 10 Wochen Demotikose bekam. Nach Ausheilung gab es nie wieder ein Problem damit.

    Homöopathie und daraus resultierenden Diagnosen stehe ich sehr kritisch gegenüber.