Beiträge von Quarus

    Alles in Maßen, stimme da @Dackelbenny vollkommen zu.

    Ein junger Hund will laufen und spielen, ich fände es traurig, ihm das und Erfahrungen generell zu verwehren. Nur eben nicht exzessiv Treppen rauf und runter, oder Toben bis zur totalen Erschöpfung, oder Märsche bis zum Umfallen. Dafür täglich ein Hüpferchen über Bächlein oder Ast, entspannte Freilaufschnüffeltour, Zergel/Gehorsamsspielchen mit Frauchen für den späteren Sport, Kumpel treffen und paar Minuten zusammen machen.

    "Getreidefrei" ist in meinen Augen so eine Modeerscheinung, da konnte mir trotz mehrfacher Nachfrage keiner der Anhänger die Mysterien der angeblichen Schlackenablagerung in den Gelenken erklären, die für die angebliche Arthroseförderung verantwortlich sein sollen. Ich füttere schon immer Vollkorngetreide, und meine Hunde stehen bis ins hohe Alter gesund auf den Beinen.

    Wir haben in Deutschland ein riesiges Problem mit aggressiven Streunerrudeln, aber keinesfalls mit Wölfen...

    In "Welt.de" war gestern ein bemerkenswerter Artikel (sehr lang) über die eskalierende Wolfsproblematik. Dort wurden auch Nutzniesser und Geschädigte sauber herausgearbeitet. Hoffentlich wird der Artikel aus dem Abo-Teil bald freigeschaltet!

    Es wurde zweifelsfrei nachgewiesen, dass Kryptorchismus eine angeborene, erbliche Erkrankung ist. Der Erbgang wird als autosomal rezessiv und polygen beschrieben.Somit hängt es nicht von schwellenwerten ab. Das ganze ist nicht geschlechtsgebunden. Somit ist es wie mit dem dilutegen, sind 2 Hunde Träger fallen in diesem Wurf Einhoder, ein Teil der Welpen wird Träger des Gen und ein Teil wird es nicht tragen.

    Das bezweifle ich in seiner Ausschliesslichkeit. Gerade bei Vererbern mit großen Nachkommenzahlen kommen "Ausreisser" vor, die es nicht geben dürfte, wäre der Elternteil kein Träger, und deren Anzahl viel höher sein müßte, wäre er Träger.

    Aber bei polygener Vererbung hast Du ja die Schwellenwertproblematik doch drin.

    Bei der Wurfabnahme werden die Hoden kontrolliert. Entweder der Wurf ist hodenfehlerfrei oder es fehlt noch was. Dann besteht die Möglichkeit zur Nachkontrolle, wobei dann "verspäteter Hodenabstieg" beim betroffenen Hund eingetragen wird. Ist ein Rüde mit Hodenfehler im Wurf, hat nicht nur dieser einen schlechten Zuchtwert und ist von der Zucht ausgeschlossen, sondern verschlechtert durch komplizierte Algorithmen auch den seiner Wurfgeschwister, Eltern, Halbgeschwister und anderer Verwandter. Je entfernter verwandt, desto abschwächender ist der Effekt. Dagegen kann sich ein belasteter Zuchthund natürlich bei fehlerfreier Nachzucht verbessern. Genau das gleiche Prinzip wie bei HD. Es dauert lange, aber der Anteil an Hodenfehlern sinkt, ohne das genetischer Kahlschlag nötig ist.

    Und warum das Ganze? Weil in den 1920er Jahren!!! bedenkenlos mit Einhodern gezüchtet wurde....

    Das wird seit Jahrzehnten u.a. im Boxerklub versucht, aber so einfach ist das leider nicht. Ähnlich wie bei HD scheint es multifaktoriell bedingt zu sein und bei Überschreiten von Schwellenwerten bei beiden Eltern zur Ausprägung bei der Nachzucht zu kommen. Mein Verein arbeitet jetzt mit dem genetischen Zuchtwert, der die Verwandschaftsergebnisse berücksichtigt, um die Vererber festzustellen und auszuschalten. Ist aber auch nicht unumstritten, weil kaum ein Rüde und schon gar keine Hündin so viel Nachzucht hat, daß wirklich gesicherte statistische Ergebnisse erzielt werden können. So kann schon ein Wurf mit Hodenfehlern die züchterische Zukunft eines Hundes zerstören, der mit anderen Partnern nur saubere Würfe hervorgebracht hätte. Schwierig und langwierig.