Beiträge von miamaus2013

    Ich wurde von frühster Kindheit an mit Erklärungen und ohne Verbote und damit auch ohne Strafen erzogen. Allerdings steht mir jemand nah, der auf das leiseste Wimpernzucken seines Vaters reagierte, weil er wusste, dass andernfalls Strafen folgen würden, die er fürchtete. Ich denke, er wirkte sehr "gut erzogen".
    Aber eines Tages nahm er, als eine Strafe drohte den Baseballschläger und schlug seinen (meist bewaffneten Bodybuilder) Vater damit die Treppe hinunter. Notwehr.
    Ich hab ihm von diesem Thema hier erzählt und er sagte sehr gefasst, "Diese solide aufgebauten Drohungen um einen Angst basierten Gehorsam zu erhalten, nennt man Terror." Das sei die Definition. Ich habs mal gegoogelt. Stimmt.
    Joa. Hat mich erschüttert.

    auch wenn Kindererziehung hier nicht das Thema ist, gibt es da ja durchaus Abstufungen.

    ich wurde zb auch mit Strafen erzogen, ohne das meine Eltern mich jemals geschlagen hätten oder dergleichen. Ich habe und hatte auch nie Angst, dass meine Eltern mir gegenüber körperlich übergriffig werden könnten/konnten.

    Aber mal als Beispiel: ich habe als Kind mal auf nem Blatt Papier, das auf dem Teppich lag, mit Filzstiften gemalt, Filzstift ging durchs Papier, der helle Teppich war danach bunt. Da musste ich als Strafe den Teppich sauber machen, so gut es eben ging.
    Lernerfahrung: leg besser was unter, wenn du mit Filzstiften malst. ;)
    Bei meinen Eltern war immer völlig klar, welches Verhalten gerade Mist war und wie man es besser machen kann. Es kam nie aus heiterem Himmel, aus einer Laune heraus. Und noch mal: ohne dabei jemals körperlich übergriffig zu werden.

    Das ist auch etwas, was ich bei Hunden wichtig finde: Vorhersehbarkeit. Nicht heute so und morgen so. Der Hund braucht meiner Meinung nach einen festen Rahmen, in dem er sich bewegen kann, in dem er genau weiß, was geht und was eben nicht geht.
    Zumal ich meinen Hunden ja auch immer die Chance gebe, es richtig zu machen, in dem schon so früh wie möglich auf den Fehler hingewiesen wird. (Um mal bei dem Beispiel oben zu bleiben: man sieht, das Kind malt ohne Unterlage und sagt: leg besser was unter, sonst bekommt der Teppich was ab. Legt es dann dennoch nix unter, muss es den Teppich eben sauber machen.)

    Meine Erziehung basiert aber auch darauf, dem Hund von Anfang an möglichst genau zu erklären, was genau ich will. Er weiß also genau, in welchem Rahmen er sich bewegen kann. Und wenn er den Rahmen verlässt, folgt auch immer erst ein Hinweis.
    Es ist also nicht so, dass ich durch die Gegend laufe und nur darauf warte, dass ich meine Hunde für irgendwas bestrafen kann. Ganz im Gegenteil: ich lobe immer schon im Ansatz gute Entscheidungen und versuche eben auch im Ansatz schlechte Entscheidungen zu verhindern.

    Die besten Spaziergänge sind für mich die, bei denen es nur Lob für die Hunde gab und ich nicht eine schlechte Entscheidung verhindern musste.

    Ich brauche was schön warmes, eng am Körper anliegendes, für den Alltag. Eben sowas wie diese ganzen Jumper oder auch das selbstgenähte von @Wuschelfreund (ist toll geworden!). Regen muss es nicht abhalten, Capes haben wir. Nieselregen wäre schön, muss aber nicht.Die Sache ist, dass das Tierchen noch wächst, heisst, ich will möglichst keine Unsummen für ein Teil ausgeben, was in 4 Wochen nicht mehr passt.
    Ich bekomme ja schon immer mehr Lust aufs Selbernähen, bin aber ziemlicher Anfänger an der Maschine. Was für Stoff nimmt man denn da..?

    wie viel Wachstum erwartest du denn noch? Also wird der Hund noch deutlicher höher, länger oder gehts nur noch in die Breite?

    Was wäre denn, wenn Du mal so richtig laut motzt, wenn er denn mal aufsteht, oder in Deine Richtung robbt?

    Zugegeben: Wenn da irgendwo ein Fehler im Aufbau war, würde ich auch genau da ansetzen, alles "neu" und kleinschrittiger aufbauen und bestätigen.
    So nebenbei mal ein Auge darauf haben, ob man nicht doch vielleicht aus Versehen eine Verhaltenskette aufgebaut hat ;)

    Aber, was ist, wenn die Betonung tatsächlich eher auf "keinen Sinn" liegt?
    Dann würde ich dem Hund durchaus auch mal sagen, daß er die Ablage auch mal ohne "Sinn und Zweck" dieser Übung verstehen zu müssen, eben so machen kann :ka:


    Schönen Gruß
    SheltiePower

    für mich klang es eher so, als hätte der Hund schlicht noch nicht verstanden, was er machen soll.. :ka:
    daher meine Idee mit dem kleinschrittigen Aufbau, Fehler verhindern, korrektes Verhalten belohnen.

    @Rocky1217, ich habs grade nicht mehr genau auf dem Schirm, was genau suchst du noch mal?

    Pomppa geht zb problemlos mit hoch getragener Rute.


    das auf dem Foto sind der Perus (in schwarz) und der Kevyt (in grau)

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    und das ist der Jumppa (Rute ist nur angedeutet hoch, aber wenn Hund die Rute komplett hoch nimmt, dann liegt der Stoff einfach nur auf der Rute auf. Bei meinen Hunden hebt es nicht den kompletten Jumppa hoch.)

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    . Und eben die Ablage. Emil sieht keinen Sinn darin minutenlang auf dem Platz zu liegen und nichts zu tun. Man sieht ihm an wie er versucht sich zu beherrschen und milimeterweise zu mir robbt, aber wenn der andere Hund abgerufen wird hält Emil es oft nicht aus und rennt ebenfalls los


    ich würde das viiiel viel kleinschrittiger traineren. Wenn er robbt oder gar aufsteht, war das viel zu viel. Je öfter der Hund Fehler macht, umso mehr schleift sich das ein und umso unzuverlässiger wird die Ablage.

    Ich würde so nah am Hund bleiben, dass er zuverlässig ruhig liegen bleibt und dann stets ruhiges liegen belohnen. Am Anfang nur einen Schritt weg und wenige Sekunden warten und dann steigern.

    Wenn er es noch nicht packt, dass der andere Hund abgerufen wird, geh zu ihm hin, stell dich neben ihn und belohne ihn, wenn er liegen bleibt.

    Es sollte für den Hund keine Option sein, aufzustehen.

    Ich rufe schon aus der Ablage ab. Ich will eine gewisse Körperspannung und Aufmerksamkeit. Aber, das ist das Wichtige, ich rufe ausschließlich dann ab, wenn der Hund perfekt stillliegt, nicht wenn er die Pfoten bewegt oder robbt oder andere Verhaltensweisen zeigt, die ich nicht in der Ablage haben will. Nach dem Premack principle verstärkte ich mit dem Abruf die Ablage, vorausgesetzt ich achte eben darauf, dass gerade kein ungeduldiges, unruhiges Verhalten währenddessen stattfindet. Natürlich nicht immer, ich belohne genauso in der Ablage und der Hund darf die Position niemals selbst auflösen.


    Das hätte bei Ares nicht funktioniert. Da wäre bei ihm einfach zu viel Erwartungshaltung in der Ablage gewesen und er hätte das niemals 10 Minuten lang durch gehalten.
    Für ihn war die strikte Trennung zwischen Ablage und Abruf wichtig, um in der Ablage die nötige Ruhe zu haben.

    ich lese hier ja immer mal wieder mit, obwohl ich keinen Hibbel habe, der Mali hätte aber durchaus Potential dazu..

    ich find die Antwort von @flying-paws echt faszinierend.


    Im Nahbereich über soziale Interaktion. Nur noch mal vorneweg: Wir sprechen hier von der Kontitionierung! Der Strafe geht immer das Kommando voraus. Das Kommando ist nie die Strafe, sondern immer nur die Ankündigung! Das ist wichtig, sonst funktioniert das nicht.
    Strafe ganz konkret: Ich bedränge den Hund körperlich und/oder schubse ihn an der Schulter weg. So lange und/oder so vehement, bis er Meideverhalten zeigt, auch, wenn ich mich wieder in völlig normaler Körperhaltung befinde. Bei Hunden, die aus diesem Bedrängen einen Ringkampf machen (ist oft bei Hunden der Fall, die ihre Menschen körperlich ständig bedrängen dürfen und dafür gelobt werden und/oder hundtypenabhängig) nutze ich auch Wasser. Das aber nicht irgendwo neben den Hund oder auf den Popo, sondern mitten ins Gesicht. Ich will den Fluchtreflex, das Bedrohungsgefühl auslösen. Es soll für den Hund wirklich doof sein. Auf Distanz werfe ich dem Hund etwas entgegen, das ihn auch treffen darf, wenn er selbst reinläuft, weil er das Kommando nicht bricht. Natürlich ist das etwas, was ihn nicht verletzen kann. (Da ich immer schlecht vorbereitet bin, ist das meist was aktuell Verfügbares aus meiner Jackentasche. |) Notfalls auch die Leine zusammengeknüllt und verknotet. Meine Leine hat nur einen kleinen Karabiner dran und keine Ringe.) Wenn mein Hund auf Distanz einen Fehler begeht, ich das mit dem Kommando abbreche, der Hund nicht reagiert und ich aktuell nix zum Werfen habe, dann nehme ich die Füße in die Hand um wie oben beschriebe einzugreifen. Was meine Hunde nie erleben ist ein Abbruchkommando, dass nicht durchgezogen wird. Mein Spitz, der Lump, weiß ganz genau, wann ich bereit bin den Sprint hinzulegen. Dann bricht er auch auf große Distanz ab. Daher muss ich immer bereit für den Sprint sein.
    Wenn sie auf den Abbruch reagieren werden sie anfangs immer belohnt (außer beim Hau ab, da würde ich mir wegen der gewollten Distanzvergrößerung zur Situation ein Problem schaffen, dass der Hund wegen der Belohnungserwartung wieder rankommt), später sporadisch, aber auch noch recht häufig.
    Und jetzt noch ein kleiner, aber so wichtiger Fakt: Ich trainiere dieses Kommando in lapidaren Alltagssituationen auf. Niemals beginne ich so was an der Stelle, wo ich es eigentlich brauche. Denn dort ist der Stresspegel bei allen so hoch, das sich mir da gleich mal eine hohe Wahrscheinlichkeit schaffe, dass es schief geht. Heißt im Klartext: Ich verbiete alles mögliche, was ein Hund im Alltag so tut. Einfach mal so. Zeitung lesen. Einfach mal abbrechen. Klar, Unrat aufsammeln - ist aber meist schon wieder eine stressigere Situation. Kuscheln. Spielen. Der Hund will trinken gehen. (Oh, ich hör schon wie jetzt viele sagen: Das ist ja arschig! Ja, aber beim Futter wird knallhart kontrolliert. Wo ist der Unterschied zum Wasser? Abgesehen davon ist das auch real. Ich war am Wochenende bei einer Veranstaltung, da standen Wassernäpfe für alle. Meine dürfen da nicht ran. Erregerumschlagplatz. Nein Danke.) Schön sind auch so "Ja-Nein-Übungen": Mit Spielzeug spielen, aufhören, das Spielzeug präsentieren und es verbieten. Dann über klare Signale wieder auffordern. Aufhören etc. Oder Futter weitläufig streuen, den Hund fressen lassen, Abbrechen, dann wieder freigeben etc. Das selbe mit Zeitung lesen. Das schult ungemein, dass der Mensch!!! lernt klar zu kommunizieren was er will. Und, dass ein Abbruch kein Weltuntergang ist, sondern einfach mal aufhören. Und evtl. danach weitermachen. Oder nicht.

    Achso. Und weil es oben erwähnt wird: Leinenruck kommt für meine Hunde nicht vor. Die Leine ist rein positiv belegt. An der Leine sein ist bei uns DAS Entspannungssignal schlechthin. Abgesehen davon habe ich keinen Bock meinem Hund die Halswirbel rauszuknallen.


    ich bin ja keine Hundetrainerin und mit Sicherheit auch nicht annähernd so versiert, aber tatsächlich habe ich das bei meinen Hunden ganz ähnlich aufgebaut... mit hat das beim Lesen heute morgen echt überrascht..
    Und wie auch beschrieben ist mir das Meideverhalten wichtig..


    ich habe ebenfalls unterschiedliche Abbruchkommandos, je nachdem wie 'schlimm' die Handlung des Hundes ist. Und auch ein 'raus' wenn ein falscher Weg eingeschlagen wird :D sieht man ja in dem Video auch, als einer der Border Collies ein paar Schritte in diese Hofeinfahrt (?) macht.


    Ich sag die Abbruchkommandos auch grundsätzlich leise. Meine Hunde sind eh selten extrem weit weg und es ist erstaunlich, wie gut doch deren Gehör ist. =)

    sorry, eigentlich total überflüssiger Post, aber irgendwie musste ich meine Faszination jetzt gerade einfach mal los werden :hust: