ich würde das Programm ebenfalls deutlich kürzen.
Ich habe bei meinem Mali-Rüden drauf geachtet, dass er drin lernt, wirklich runter zu fahren und zu entspannen. Action immer und überall können die nämlich gut. Am runter fahren hapert es oft.
Das ist ja auch genau das, was du beschreibst: der Welpe schläft kaum.
Ares hat die ersten Monate eine räumliche Begrenzung gebraucht, um wirklich runter fahren und sich entspannen zu können.
Ich habe das auch schlicht ritualisiert:
morgens raus zum Lösen
danach Futter, noch mal schnell auf die Wiese stellen zum Pinkeln
und dann war erstmal Pause angesagt
wenn er sich dann bemerkbar gemacht hat, kurz raus auf die Wiese zum Lösen
und wieder Pause
diese klare Struktur hat ihm sehr geholfen.
Dass du dem Welpen viel zeigen willst ist ja prinzipiell gut. Aber überforder den kleinen Kerl nicht, das schlägt dann nämlich ins Gegenteil um. Er erlebt seien Umwelt dann nicht als schön und aufregend, sondern dieses Gefühl von Stress und ständiger Überforderung prägt sich ein. Und das ist in der Prägephase eben doppelt fatal.
Ich habe das zb so gemacht: Ausflug in die Stadt. Wir sind mit dem Auto hin gefahren, sind ein paar Meter gelaufen bis zur nächsten Bank. Ich habe mich hingesetzt, Welpi auf meinen Schoß genommen und er hat sich alles angeschaut.
Wenn er ganz ruhig und müde wurde, man merkt das gut, dann werden die so ganz weich im Körper, wie kleine Stofftiere
, habe ich ihn zurück zum Auto getragen und wir sind nach Hause gefahren.
Lernerfahrung: aufregender Ort, aber man kann sich dennoch entspannen und runter fahren und es passiert gar nichts.
Edit: solche Ausflüge gab es auch nicht jeden Tag. Danach war erstmal 1 bis 2 Tage Pause und nur lösen in ruhiger Umgebung angesagt, je nachdem wie aufregend der Ausflug war.
Hat dazu geführt, dass ich jetzt einen Hund habe, der sich auch mitten in der Fußgängerzone flach auf die Seite legt, wenn eben 'Pause' angesagt ist.
Ich würde auch das Training der Leinenführigkeit nicht übertreiben. Gerade, wenn die noch so klein sind und sich so viel mit ihrer Umwelt auseinander setzen, haben die einfach keine Kapazität dafür frei, auch noch brav an der Leine zu laufen.
Mein Mali-Welpe hatte anfangs immer Geschirr an. Da war leichter Zug erlaubt, ist es bis heute. Und nur an ausgewählten Stellen habe ich mal ein 1 - 2 Minuten mit ihm an der Leine laufe geübt.
Genau so Sitz, Platz und sowas. Immer nur ganz kleine Einheiten mit viel Spaß und Freude. Bis ein Hund das perfekt kann, vergehen eh noch viele viele Monate. Da braucht man jetzt nix übers Knie zu brechen.
Was ich wirklich durchsetzen würde: es wird nicht in die Leine gebissen, weil das einfach sau gefährlich ist in der Gewichtsklasse.
Und ansonsten: tief durchatmen. Niemand ist perfekt. Das wird schon 