Ich möchte dir gern glauben. Es würde es auf jeden Fall deutlich einfacher machen. Leider gibt es genau zwei gegenteilige Aussagen, was es ohne Erfahrung schwer macht.
Warum ist es dir denn so wichtig, dass dein Hund Tricks wegen „der Beziehung“ zu dir ausführt und nicht, weil er eine Belohnung im Hinterkopf hat?
Das ist nicht provokant gemeint, ich möchte es wirklich gerne verstehen, weil ich das so gar nicht nachvollziehen kann.
Hier gibt es für Tricks (nichts anderes ist Sitz/Platz/Rückruf) eine Belohnung. Genauso wie meine Hunde auch zb im Agi nach dem Lauf ihre Belohnung bekommen.
Das heißt nicht, das ich bei meinem 9 Jahre alten Rüden jedes Sitz belohne oder er ohne Keks in der Hand kein Sitz macht. Aber in schwierigen Situationen, zb wenn er aus kurzer Distanz angepöbelt wird und trotzdem sitzen bleibt wie heute Morgen, bekommt er auch mal ne Handvoll Kekse fürs Sitz. Und ja, gelegentlich bekommt er auch mal nur so fürs Sitzen nen Keks.
Mein junger Border Collie, 9 Monate alt, wird noch in vielen vielen Situationen für sein gutes Verhalten belohnt. Einfach, weil ich persönlich gutes Verhalten gerne großzügig belohne, weil der Hund so weniger „frei fliegt“ und weniger auf schlechte Ideen kommt.
(Stichwort Lerntheorie: was sich lohnt an Verhalten wird häufiger gezeigt.)
Beziehung zu seinem Hund hat wenig damit zu tun, wie gut oder schnell oder sicher der Hund Tricks ausführt. Es gibt einige Einsatzgebiete von Hunden, da wird ganz gezielt drauf geachtet, dass diese Hunde auch bei völlig fremden Menschen sehr komplexe Aufgaben erledigen. Da hat das Null mit Beziehung zu tun. Da weiß der Hund einfach, was er machen soll. Und das am Ende seine Belohnung wartet. 