Ich sehe mehrere Punkte kritisch.
Punkt 1
Du wohnst direkt an einer Hauptverkehrsstraße - zu jedem Gassi musst/möchtest du mit den Öffis fahren. Ansonsten kann der Hund sich vermutlich nur auf Asphalt lösen? Im Gemeinschaftsgarten geht das ja (verständlicherweise) nicht. Was, wenn du einen Hund bekommst, der nicht mit den Öffis fahren mag?
Punkt 2
Du scheinst sehr stark übergewichtig zu sein und das Haus nur sehr selten zu verlassen - kannst du dir vorstellen, einen Hund mehrmals täglich die Treppen hochzutragen? Ich bin selbst keine Feder und weiß, wie anstrengend es sein kann, Treppen zu steigen, wenn man außer sich selbst auch noch einen Hund tragen muss. Bitte verlass' dich nicht darauf, daß ein Hund IMMER alleine Treppen läuft - es kann in jedem Alter Fälle geben, wo du den Hund tragen musst. Von daher sollte dein Hund klein und handlich sein - bei 7kg würde ich die Obergrenze sehen. (von der Beschreibung deiner Fitness ausgehend)
Es kann immer Fälle geben, in denen du schnell beim Hund sein oder dich blitzschnell bücken musst - kannst du das? Hunde können schnell in richtig doofe Situationen geraten - das sind jetzt keine Horrorszenarien. Da reicht etwas, was er plötzlich fressen will, dir fällt mal die Leine aus der Hand oder er hat im Freilauf plötzlich Ärger mit einem anderen Hund etc.
Punkt 3
Du erwartest von einem Hund das, was eigentlich von dir kommen muss. Ein Hund ist nicht für deinen Antrieb verantwortlich, aber von deinem Antrieb abhängig. Kannst du das sicher gewährleisten? Wie verlässlich sind deine Nachbarn? (auch sie können krank werden oder wegziehen)
Ganz sicher kann ein Hund fü dich förderlich sein, aber es kann auch das genaue Gegenteil eintreten. (Welpenblues etc.) Hast du dich damit beschäftigt? Was würdest du machen, wenn es dir mit Hund schlechter geht als vorher?
Punkt 4
Ein Hund sollte niemals die Aufgabe haben dich zu beschützen. Das geht unkontrolliert bös' nach hinten los. Niemand kann dir vorher sagen, ob dein Hund in einem Mehrfamilienhaus immer alle Geräusche still hinnimmt.
Punkt 5
Mit Hund wirst du (gewollt oder nicht) deutlich mehr Kontakt zu Menschen haben, als dir vielleicht lieb ist. Was dann? Kannst du damit umgehen, täglich angesprochen zu werden? Du möchtest ja täglich mit den Öffis fahren, da wird es nicht ausbleiben, daß Menschen dich wegen deines Hundes ansprechen. Viele vermutlich freundlich/neugierig, aber es kann auch böse und übergriffige Kommentare geben. Wie geht es dir damit? Kannst du das so gut verpacken, daß du wenige Stunden später wieder in die gleiche Bahn einsteigst für die nächste Runde? Du kannst dich dann nicht zu Hause einigeln.
Punkt 6
Wie sieht es bei dir mit dem Thema Tierarzt/Tierklinik/Notdienst aus? Nicht immer ist der, der am nähesten dran ist, auch der Beste. Gibt es bei euch einen Notdienst, der ins Haus kommt und wie erreichbar sind für dich Klinik und TA? Taxen nehmen nicht immer Hunde mit - und Hunde werden bevorzugt dann richtig krank, wenn alle Ärzte der Umgebung Feierabend haben. Gibt es jemanden, der dich dann verlässlich zu jeder Tages- und Nachtzeit in eine Klinik fahren würde?
Man kann städtisch wohnend gut ohne eigenes Auto leben, wenn man ein wirklich gutes und verlässliches Netzwerk hat. Mit einer sozialen Phobie hat man das (vermute ich) eher weniger. Da möchte ich dir allerdings nicht Unrecht tun.
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Das sind auf jeden Fall die Punkte, die du sicher abgeklärt haben solltest. Ein zukünftiger Hund kann jetzt dein Ansporn sein, aber eben nur für die Zukunft. Er ist kein Mittel zum Zweck.