Beiträge von Lauretti

    Ihr haltet mich für bekloppt, wenn ihr das lest.... Oder auch nicht? :lol:

    Also es lief wie folgt ab:

    Mit dem Hund raus und beim zurück kommen den Schlüssel nicht ins Schloss, sondern direkt in die Tasche packen (damit umgeht man wunderbar den Trigger Schlüsselklappern)

    Hund füttern, mit Hund ins Wohnzimmer und Fernseher laut an. Nach 15-20 Minuten aufstehen, Jacke anziehen und auf den Balkon im eine zu rauchen.

    Dann mit den Schuhen ins Bad, dort so tun als würde man auf Toilette gehen (mit spülen und Hände waschen) und heimlich die Schuhe anziehen. Und dann auf Zehenspitzen aus der Wohnung schleichen....

    |)

    Ihr braucht dazu nichts sagen - ich weiß schon... Aber irgendwann ist man echt so verzweifelt, dass man so einen Scheiß macht.
    Das tut gerade so gut zu sehen, dass Henry bei ganz normalem Verlassen der Wohnung null Reaktion zeigt, dass ich super entspannt und spontan mit ihm üben kann und wahrscheinlich ist genau das der Schlüssel zum erneuten Erfolg bei uns.

    Das ist ja total niedlich! :herzen1:

    Ich habe ja im Winter mit der Vogelfütterung auf meinem Fensterbrett in der Küche angefangen und alles, was vorbei kam, war ne dicke Taube...

    Nach anfänglichem Unmut hab ich sie mittlerweile ja echt gern! Sie heißt Rosalie und wenn ich morgens meinen ersten Kaffee mache, guckt sie (wie Tauben eben gucken) durchs Fenster :lol:

    So, der große Tag war heute und ich wollte ja berichten, wie es mit der Trainerin war. Achtung, das wird lang! Aber vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen auch, wenn ich hier alles versuche, gut zu erklären.

    Ich war wirklich nervös, wie das alles ablaufen wird und ob Trainerin und ich auch zusammen passen.
    Passt denke ich sehr gut - Gott sei Dank :gut:

    Henry war echt toll - fremde Menschen, die einfach so hier rein spazieren, haben wir ja selten. Trotzdem lief es echt gut! Die gesamte Anamnese dauerte auch knapp 2h. Erst wurden viele Fragen geklärt, dann ging es nochmal zusammen raus und dann kam ihre Einschätzung und ihre Vorschläge.

    Sie denkt nicht, dass es Kontrollverhalten ist. Sie vermutet tatsächlich ein kleines Trauma bei unserem damaligen Umzug und meinen hundehassenden Nachbarn, der hier an der Tür damals wahrscheinlich Randale gemacht hat.
    Verkettung blöder Umstände + stark verunsichertes Frauchen, dass schnell ins Meideverhalten verfällt und sich furchtbar unter Druck setzt in Sachen Hundehaltung :pfeif:

    Sie denkt auch, dass ich Henry auf unsere magischen 45-60 Minuten konditioniert habe. Da das seit langer Zeit die maximale Zeit ist, in der er alleine ist, wird er einfach unruhig weil er mittlerweile weiß, ich komme spätestens dann wieder. Und ich bestätige ihn darin ja auch immer wieder seit über einem Jahr.

    Jetzt heißt es konditionierte Entspannung für mich und Gegenkonditionierung der Alleine-Bleib Zeiten für Henry.

    Da ich ja vermeiden wollte, dass Henry direkt mitbekommt, wenn ich gehe, hat sich hier ja ein unsäglich langes Ritual etabliert, bevor ich tatsächlich die Wohnung verlassen habe. Das ist ab heute gestrichen, auch wenn mir das erstmal total schwer fiel :ugly:
    Ab sofort bekommt Henry ganz leise klassische Musik an, ich zieh mich an und gehe. Ruhig mehrmals am Tag soll ich jetzt mit ganz unterschiedlichen Zeitintervallen das so machen. Und dabei dann auch ruhig mal 65 oder 70 Minuten probieren.
    Damit ich nicht direkt wieder angespannt bin (ich weiß ja, wann ich lange Übungseinheiten machen will und geh dann schon wieder ganz anders aus der Wohnung), soll ich ganz spontan draußen vor der Tür entscheiden, wie lange ich weg bleiben werde - nicht schon in der Wohnung.

    Ich habe eigentlich mit einem ordentlichen Rückschritt gerechnet heute. Erst war Henry 15 Minuten alleine - aber es lief völlig problemlos. Dann bin ich später nochmal für 3 Minuten raus, auch kein Problem.
    Und dann wollte ich spontan nochmal 20 Minuten probieren und das für die Trainerin filmen. Als ich mittels Kamera dann aber gesehen habe, dass Henry total entspannt pennt, hab ich einfach nochmal 35 Minuten dran gehangen... Das Video sieht aus wie ein Standbild, er schlief ganz entspannt eingerollt auf dem Sofa!

    Auch wenn ich jetzt noch keine Steigerung der Zeit hinbekommen habe, hat mir das heute erstmal viel gebracht und ich hoffe tatsächlich, dass wir jetzt endlich vorwärts kommen! Dass es diese ewig lange Ritual überhaupt nicht braucht, ich einfach Jacke und Schlüssel nehmen und gehen kann und Henry nicht mal den Kopf hebt, hat mir echt Mut gemacht.

    Ich bin da ganz froh, dass ich Henry "nur" über Nacht abgeben muss - die Spätdienste werden von meinen Eltern abgedeckt und die kennen Henry einfach von Tag 1 an.

    Trotzdem ist es manchmal schwerer, als ich dachte, für über Nacht etwas zu finden.
    Am liebsten wäre mir ja wirklich irgendwann, dass Henry während meiner Nachtdienste alleine bleiben kann - das würde unfassbar viel leichter machen!

    Übermorgen kommt jetzt endlich nochmal eine Trainerin zu mir nach Hause - hauptsächlich fürs Alleine bleiben (ich trau mir einfach nicht, weiter zu steigern und brauch mal etwas Anleitung und Fremdeinschätzung). Ich glaube aber mittlerweile eh, dass da ganz grundlegend was noch nicht so richtig läuft bei uns beiden und das mit dem alleine bleiben eher ein Symptom ist.

    Auf die Idee kam ich aber auch erst so langsam, als bei Sittern bestimmte Dinge überhaupt kein Problem waren (Katzen, andere Hunde, fremde Menschen) , in meinem Beisein dann aber plötzlich schon.
    Ich bin gespannt und auch echt schon aufgeregt, wie die Trainerin das einschätzen wird und wie unser Trainingsplan dann aussehen wird.... Ich kann ja dann mal berichten, wenn ihr wollt.

    Bei dem Tibi war ich echt erschrocken, was als "die Hälfte geschafft" nach einem halben Jahr Training bezeichnet wurde!

    Ich hab ja nun selbst nen Hund, der große Probleme mit dem alleine bleiben hat und kann das echt nachfühlen. War mir am Ende aber echt unsicher, ob diese Methode wirklich die richtige ist.

    Ich weiß nicht, was da vielleicht sonst noch abgesprochen wurde im alltäglichen Umgang mit dem Hund, aber hätte mir gewünscht, man schaut sich den Hund nach gewisser Zeit auch mal draußen an und guckt, wo man zusätzlich aufpassen muss. Also das Problem des nicht alleine sein Könnens nicht so separiert betrachtet hätte - gerade auch, wenn es um Kontrollverhalten und Frust geht.

    Das ist eben der springende Punkt!Ohne explizite Einwilligung des Betroffenen ist eine Tötung bei Menschen inakzeptabel.

    Während wir beim Tier die Entscheidung zum Töten regelmäßig treffen, ohne eine Einwilligung zu haben. Und das "im Sinne des Tieres" tun, also entscheiden, daß sein Leben so lebensunwert ist.

    Es gibt chronisch Kranke und behinderte Lebewesen (die keine Meinung zu ihrem Todeszeitpunkt abgeben können), bei denen wir im Falle von Tieren zur Spritze greifen, bei Menschen hoffentlich nicht.

    Da wird man sich wahrscheinlich nie einig werden.

    Ich bring nur mal einen sehr entscheidenden Punkt an, den (hoffentlich) viele nicht auf dem Schirm haben bei dieser Diskussion:

    Wenn ich meinen Hund einschläfern lasse, dann habe ich davon nichts. Es kostet mich Geld, der Hund ist tot und fertig.
    Wenn ich jetzt entscheide, dass meine Oma zu sehr leidet und besser getötet werden sollte, dann erbe ich im besten Fall nen Haufen Geld.

    Ja, ich weiß dass das schlimm klingt - aber man kann sich echt nicht vorstellen, wozu Menschen in der Lage sind, wenn es um Geld geht. Da werden Ärzte massiv bedroht, dass sie den Todestag des Patienten vordatieren sollen, damit man noch einen Monat Erbe abgreifen kann und da gibt es noch ganz andere Abgründe.

    Andersrum habe ich auch schon erlebt, dass Angehörige eben NICHT im Sinne des Patienten entscheiden und mittels Vorsorgevollmacht Maßnahmen einfordern, die der Betroffene nie wollte. Die konnten oder wollten noch nicht los lassen.

    Ich kann übrigens auch nicht abschließend sagen, ob ich nun dafür oder dagegen bin - da muss ich immer den Einzelfall sehen. Und da ist es schwer, ein Gesetz zu schaffen, denke ich.
    Man könnte aber auch ohne aktive Sterbehilfe ganz ganz viel verändern - das rollt nur alles noch sehr langsam an.

    Es gibt eine Petition für das Sterbefasten.
    Das ist eine Möglichkeit, wie ein alter Mensch seinem Arzt sagen kann, dass er nicht zwangsernährt werden will und dass nur noch palliative Maßnahmen stattfinden dürfen.

    Ahhh - also das sind echt zwei paar Schuhe, sorry dass ich da kurz zwischen grätsche.
    Sterbefasten kann im palliativen Setting bzw in der palliativen Versorgung umgesetzt werden (du entscheidest ja selbst, was du möchtest oder nicht).
    Ist allerdings echt nicht schön und dauert je nach Zustand des Patienten richtig lange.
    Man kann auch so auf eine palliative Herangehensweise bestehen, auch wenn man sogar noch Nahrung zu sich nehmen kann und hin und wieder essen möchte.

    Es gibt aber zum Beispiel auch die Möglichkeit der Pallitiv-Sedierung - rechtlich ne Grauzone und das wird auch gar nicht so selten gemacht.
    Grundsätzlich ist ne ordentliche Patientenverfügung in jedem Alter absolut wichtig und da sollte dann ganz klar drin stehen, ob man "künstlich" ernährt werden möchte, vor allem auch, ob man der Gabe starker Schmerzmedikamente zustimmt (Morphin zum Beispiel), obwohl diese den Sterbeprozess verkürzen und man kann sogar angeben, ob man noch mittels Antibiotika therapiert werden möchte, wenn man an Demenz leidet.

    Da geht durchaus einiges zu regeln heutzutage - man muss es nur rechtzeitig festhalten und sich jemanden suchen, dem man auch wirklich vertraut und der darauf achtet, dass auch alles so umgesetzt wird.

    Ich teile mal erste Eindrücke aus meinem Urlaub...

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    Und mein erstes Mal Sternenhimmel.... Eindeutig ausbaufähig, aber "erste Male"-Fotos haben trotzdem was, find ich :ops:

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    Ich war mit Henry gestern auf dem Weg zu meinen Eltern, da grüßte auf einmal eine an uns vorbei laufende Frau laut und freundlich.
    Ich habe erstmal direkt zurück gegrüßt, drehte mich dann aber nochmal um, weil sie mir überhaupt nicht bekannt vorkam.

    Sie blieb einige Meter weiter auch stehen und ich stellte fest, dass sie nicht mich, sondern den Hund gegrüßt hat.

    Sie: Sehen Sie, wie der sich freut, wenn man ihn grüßt?
    Ich: Naja, er ist bei Fremden eher unsicher aber neugierig.
    Sie: Das ist wirklich so ein Hübscher! Und ich weiß auch, wer ihn gemacht hat!
    (In dem Moment dachte ich noch, sie kennt Henrys Zwinger oder so)
    Ich: Ach ja?
    Sie: Ja... Dieser Hund ist ein Gottesgeschenk! Sowas Tolles kann Evolution ja gar nicht - nur Gott!
    Ich: .... schweige mit offenem Mund... :emoticons_look:
    Sie: Wie heißt er denn?
    Ich: Darwin. Schönen Tag noch. :ugly:


    Und gestern auf Station bekomm ich ein Gespräch mit zwischen der Stationssekretärin und der Oberärztin.

    Sekretärin: Herr XY hat auf jeden Fall gesagt, dass Lauretti eine ganz liebe und hübsche Schwester ist!
    Oberärztin: Naja, der ist auch im Delir.

    Autsch! :lol: