So was Ähnliches habe ich Tamy beigebracht als ich ihr den "Superrückpfiff" gelernt habe. Ich habe sie immer mit ihrem heißgeliebten Ball bestätigt wenn sie auf den Pfiff zu mir zurückgeschossen gekommen ist. Natürlich konnte ich das nur üben, wenn sich mein Hund von mir entfernt hat und nicht wenn er 2m vor mir war.........
Ende vom Lied war, Tamy lief und lief und lief und entfernte sich immer weiter (ca. 200m) von mir, nur um immer wieder kurz zu mir zurückzuschauen, ob ich nicht bald pfeife, damit sie endlich ihren Ball bekommt.
Ha!
Und Henry hat gelernt, dass es für das Kommando "weiter" ne Belohnung gibt und bleibt mit Absicht öfter stehen oder sitzen und schaut mich dann ganz erwartungsvoll an ![]()
Ich war zu Beginn mit meinem damaligen Gassi-Hund und auch bei Henry am Anfang eher sehr verkopft. Habe sehr viel versucht, zu analysieren, wollte alles richtig machen und habe auf jeden Furz geachtet...
Ich war zu Beginn furchtbar perfektionistisch mir selbst und auch Henry gegenüber - nach dem Fressen musste es raus zum pinkeln, so stehts schließlich überall! Und dann wird der sich gerade zum schlafen hinlegende Welpe vor die Tür geschleppt.
Hat bei mir so 3-4 Wochen gedauert bis ich selbst gemerkt habe, wie blödsinnig das für uns beide ist und so wurden auch andere Sachen mit der Zeit harmlos und locker gesehen und ich habe gelernt, 5e auch mal gerade sein zu lassen.
Mit der Zeit und dem Alltag kannte ich meinen Hund dann so gut, dass sich das von ganz allein gelöst hat. Aber ich finde es im Nachhinein nicht schlimm, dass man sich bei fehlender Erfahrung erstmal eindeckt mit allem, was es so an Infos gibt und probiert, was einem selbst und dem Hund wirklich liegt (auch wenn das teilweise durchaus stressig sein kann).
Man muss sich dann eben selbst reflektieren und da setzt dann für mich das Bauchgefühl ein. Fühl ich mich damit wohl und bin ich dabei noch authentisch oder verstell ich mich gerade - das entscheide ich dann aus dem Bauch heraus.
Ich habe früher wahnsinnig viel geclickert, heute brauch ich das für meinen Hund nicht mehr. Trotzdem gehör ich zu diesen Leckerli werfenden und verbal oft lobenden Hundehalter-Exemplaren.
Nicht, weil ich nen Hundetrainer hatte, der mir das eingeimpft hat oder ich ausschließlich solche Lektüre hier rumstehen hätte, sondern weil das meine Art ist, ich mich damit wohl fühle und ich nen Hund habe, der darauf wahnsinnig gut anspringt.
Welpenblues hatte ich übrigens auch - allerdings nicht, weil ich mit nem rosa roten Bild im Kopf in die Hundehaltung gestartet bin und dann enttäuscht war.
Am Tag des Einzugs wurde mir ganz einfach nochmal ziemlich klar, wieviel Verantwortung ich da für ein anderes Lebewesen übernehme und das eben für einen sehr langen Zeitraum. Da trieben mich dann erstmal Fragen um á la "Was, wenn du ihn irgendwann aus irgendwelchen Gründen abgeben musst" oder "Was, wenn er es woanders viel besser hätte und glücklicher wäre".