Ich weiß noch, als ich mich damals über den Dackel in Foren und Co informieren wollte, dass ich immer wieder die Antwort bekam:"Dackel sind anders. Dackel sind keine Hunde - es sind einfach Dackel"
Mich hat das unglaublich genervt und auch heute, nach bald 4 Jahren mit meinem Dackel, bleib ich dabei: Auch ein Dackel ist erstmal nur ein Hund.
Trotzdem versteh ich mittlerweile besser, warum der Dackel unter seinen Liebhabern wohl als so besonders und anders angesehen wird.
Da steht ein kleiner Hund, der niedlich gucken kann - aber das täuscht einfach massiv über sein eigentliches Wesen hinweg.
Seine Sturheit eilt dem Dackel ja voraus - und ja, ich denke schon, dass man das schnöde als stur bezeichnen könnte.
Für mich ist mein Dackel clever, kreativ und ein Meister der Manipulation.
Bekommst du ihn nicht von etwas überzeugt, macht er es nicht und das kann nerven.
Schwierig ist aber eher, dass ein Dackel in der Regel ganz genau weiß, was er will und sich dabei allerhand einfallen lässt.
So wollte er damals nicht mit meinem Freund die Morgenrunde laufen, während ich das Frühstück vorbereiten wollte. Keine 5 Minuten später stand mein Freund wieder in der Tür, der Dackel lahmt ganz schlimm draußen.
Als ich daraufhin mit ihm raus ging, war vom Lahmen nichts zu sehen, bis ich ich mich umdrehen und wieder nach Hause wollte, während mein Freund die Runde zu Ende laufen wollte. Sofort humpelte der Hund wieder und erreichte so sein Ziel, dass mein Freund aufgab.
Beispielhaft auch, wie ich mich freute, als der Hund sich endlich darin abbrechen lies, andere Hunde anzustarren und sich weiter schicken zu lassen. Bis ich merkte, dass es kein Zufall ist, dass er kurz darauf die Nase im nächsten Grasbüschel versenkte und augenscheinlich zu schnuppern schien, während er aber eigentlich weiterhin den anderen Hund fixierte.
Obwohl ich grundsätzlich einen eher unsicheren Kandidaten hier sitzen habe, wirkt ein unsicherer Dackel im Vergleich zu anderen unsicheren Hunden immer noch verdammt selbstbewusst. Er weiß sich durchzusetzen, lässt sich von anderen Hunden niemals die Butter vom Brot nehmen und scheint überhaupt keine Vorstellung von Größe oder Überlegenheit zu haben. Klein beigeben gibt es nicht.
Auf ewig unvergessen der Tag, als er mir in einem kurzen Moment von Unaufmerksamkeit die Leine aus der Hand riss und ohne einen Moment des Zögerns den Maremmano, der sich Henrys bester Hundefreundin von hinten nähern wollte, einmal ans andere Ende des Sees jagte - da bekommt man graue Haare!
Generell sehe ich meine Hauptaufgabe darin, den Dackel vor sich selbst und seiner Selbstüberschätzung zu schützen...
Es gibt Momente, da ist das anstrengend - aber bei all dem Unsinn, den so ein kleiner Hund den Tag über treiben kann, legt er einen ganz besonderen Charme an den Tag, wickelt dich ruckzuck erneut um den Finger und bringt dich dazu, vieles einfach mal mit Humor zu nehmen und zu lachen. Humor ist meiner Meinung nach eh das Wichtigste, wenn man so eine Knalltüte sein Eigen nennt und wie diese so oft gepriesene "liebevolle Konsequenz" aussieht im Alltag, dass bringt dir dein Dackel schon bei 