Layla kann auch keine Sekunde ohne mich sein, wenn sie weiß, dass ich erreichbar wäre, also zb anbinden und 10m weg gehen. Wenn ich komplett das Haus verlasse und wegfahre, dann ist das allerdings ok.
Inzwischen kann sie es aushalten, aber es ist extrem ortsgebunden. An einigen Orten musste sie es einfach lernen, zb am Stall muss sie einfach arten, während ich reite. Fertig.
Solange ich am Boden bin, kann sie dort frei laufen, dann akzeptieren die Pferde sie auch und es passiert nichts. Bin ich aber auf dem Pferd, ist das ein anderer Authoritätsberich, insbesondere für die Pferde und daher muss Layla in der Zeit angebunden sein. Ich habe sie einfach schreien lassen, ich kann nicht alle 2 min absteigen und loben, wenn sie still ist. Ich habe mir vorher jedes mal vorgenommen: ich will x Minuten reiten und habe das durchgezogen, aber auch gesteigert und nicht gleich mit ner stunde angefangen.
Anfangs hat sie komplett durchgebrüllt. Tat mir leid für die Nachbarn, aber ich hab bescheid gesagt, dass wir üben und dann war das okay. Später hat sie auch mal Luft geholt und gemerkt, hey frauchen ist ja gleich da drüben, die Sekunden habe ich versucht verbal zu loben. Inzwischen miepst sie während ich reite gar nicht mehr, lediglich wenn ich longiere d.h. am Boden bin und sie trotzdem angeleint ist, bekommt sie nen Koller.
Alle anderen variablen Orte an denen sie ohne mich warten muss funktionieren nicht. Wenn ich an der Kasse bezahle und sie 2m hinter mir bei meinem Mann ist, dann geht es. Gehen wir aber irgendwo hin, ich muss auf Toilette, dann ist wieder Drama. Ihr ist das dann auch egal, ob noch andere da sind, die sie kennt oder nicht. Für sie gibt es nur einen einzigen Menschen auf dieser Welt, der wichtig ist und das bin nun ich.
Ich arbeite da behutsam dran und nicht so massiv, wie am Stall, weil es mir auch einfach der Herz zerreist und es nicht so zwingend notwendig ist, dass sie das an jedem x beliebigen Ort kann.
Sie macht es nicht, weil sie Spaß daran hat, sie macht es auch nicht weil sie eine schlechte Frustrationstoleranz hat, sie kann es einfach nicht. Sie hat so viele Verluste in ihrem Leben schon verkraften müssen, in den 17 Lebenswochen, dass sie einfach nicht anders kann, das schwebt wie ein Dämon über ihr die Angst wieder verlassen zu werden.
Ich erlaube ihr zu sein, wie sie ist. Ich versuche langsam Einfluss zu nehmen, aber noch mehr Druck erzeugt eine Spirale die nicht mehr aufzuhalten ist und dann ist keine Basis mehr da um zu lernen.