Beiträge von Lara004

    Zitat

    Wie Syrus anführte, beispielsweise Tier einbehalten, bis die Rechnung beglichen ist. Oder das Tier erstmal aufnehmen und dem Halter die Möglichkeit geben durch einen Anruf noch schnell das Portemonnaie vorbeizubringen o.ä.

    Wer bezahlt denn das Einbehalten, wenn der Tierbesitzer das Tier einfach nicht auslösen kann und will? Das sind ja dann für den Tierarzt auch wieder Mehrkosten :denker:.

    Wenn wir in der Praxis jedes Tier einbehalten würden, von Leuten die nicht bezahlen können/wollen, dann könnten wir ein eigenes Tierheim auf machen.
    Oft wäre das sogar noch positiv für die Leute, wenn wir ihnen die teuren Viecher abnehmen.

    Und wir als Praxis, sowie Mitarbeiter und der Chef haben zu Hause schon mindestens ein son Tier sitzen, damit es eine Möglichkeit auf Leben bekommt.
    Drei Katzen wohnen dauerhaft in der Praxis, im Moment sind es vier.
    Der Chef hat drei Hunde aus der Praxis mitgenommen, die Kolleginnen mindestens ne Katze und bei mir sind insgesamt vier Kaninchen hängen geblieben.
    nicht zu vergessen die 80 Stadt- und Brieftauben die draußen im Schlag ( die alle ungewollt waren, krank oder verletzt oder auch hängengeblieben).

    Wir behandeln diese Tiere alle aus eigener Tasche und behandeln alle Wildtiere kostenlos bzw.gegen frewlige Spende.

    Da ist es echt nicht zu viel verlangt, dass die Tierbesitzer für ihr wissentlich angeschafftes Tier die Behandlung zahlen.

    Ich blättere jetzt mal nicht zurück zum zitieren, aber hake noch mal kurz ein:


    Ich bin Quereinsteiger im veterinärmedizinischen Bereich, komme ursprünglich aus der Humanmedizin und wurde „abgeworben“ quasi.
    Die Arbeit an sich macht Spaß, ich habe viel gelernt, Vorallem sinnvolle Sachen für die eigene Tierhaltung und sehr viel über Menschen.
    Unser Chef wertschätzt unsere Arbeit ungemein, anscheinend kann ich auch gut, was ich mache.
    Viele Tierbesitzer mögen es, wie ich bin und wie ich es mache und schätzen meine ehrliche Meinung, wenn sie sie hören wollen.
    Ja, auch die Haltung der eigenen Tiere bzw.die anfallenden Tierarztkosten sind nett gering. So kann ich es mir erlauben auch das ein oder andere Tier zu übernehmen bzw.zu retten, was sonst keine Chance hat.

    ABER: die Arbeitszeiten, das Gehalt und die immense Verantwortung (manchmal um Leben und Tod) und das hohe Arbeitspensum sind echt furchtbar. Es treibt einen schon an die Belastungsgrenze.

    Es ist für mich ein Abschnitt in meinem Leben, mein Mann trägt das zum Glück mit, aber es ist nicht das, was ich den Rest meines Lebens tun will.

    Wer weiß, wo das Leben mich hin führt - vielleicht fahre ich mal LKW durch die Welt oder habe nen 9 to 5 Bürojob... mir ist nicht wichtig, womit ich mein Geld verdiene. Es muss einfach in dem Moment passen.

    Vielleicht haben die auch noch kein digitales Röntgen, dann hat man mehr Verbrauchsmaterial und Aufwand, als bei digitalemRöntgen.

    Da kann man die Filme ja immer wieder benutzen und hat „nur“ die Anschaffungskosten.
    _______

    Bei uns war mal ein Besitzer, dessen Katze in einer Klinik operiert wurde wegen schwieriger Fraktur. Zuhause hat die Katze sich dann den Verband abgebaut.
    Am Ende haben wir den Verband neu gemacht, obwohl wir eigentlich keine Zeit hatten. Und dann will sie später die Kosten nicht zahlen, weil der Verband von einer TFA angelegt wurde und nicht vom Dr persönlich. sie dachte, dass sie nur die Materialkosten bezahlen muss in Höhe von 3,50€ oder so für Watte und Fixierbinde.
    Es war dazu auch noch eine eher unkooperative Katze und die Kollegin und ich waren da zu zweit bei uns hatten echt unsere Mühe.

    Die Angestellten Tierärzte verdienen auch heutzutage nicht wirklich so viel mehr, als die TFAs. und das trotz einem langen aufwändigen Studium.

    Mein Chef sagt immer, dass er froh ist, dass deine Frau ihm durch ihren Job das Hobby „Tierarztpraxis“ mit finanzieren kann.

    Genauso ist es auch bei uns. Ohne meinen Mann wäre ich finanziell echt am Arsch, obwohl ich inzwischen einen recht guten Lohn ausgehandelt habe. (Der Lohn ist aber wiederum mit spezieller Qualifizierung und Fortbildungen in der Freizeit verbunden und einem sehr hohen Maß an eigenverantwortlichem Arbeiten und sehr viel Verantwortung.)

    Eine Tiermedizinische Fachangestellte verdient frisch ausgelernt 1.730€ brutto monatlich. Vorgesehen ist eine 40h Woche - in der Realität sind es oft mindestens 45-55h in der Woche.
    Damit die Tierbesitzer auch die Möglichkeit haben ihre eigene Arbeit zu verrichten und danach zum Tierarzt zu gehen, arbeiten TFAs (und Tierärzte) mit einer Mittagspause. Das heißt, dass der Arbeitstag sich von morgens bis abends zieht, bis man tatsächlich zu Hause ist.
    Meistens ist die Mittagspause so kurz, dass man nicht wirklich was sinnvolles schaffen kann und es sich nicht wie Freizeit anfühlt.
    Würden die Behandlungskosten noch geringer sein, würde sich das auch wieder auf die Gehälter der Mitarbeiter auswirken - ohne Mitarbeiter keine Tieraeztpraxis.

    Und dennoch nicken wir verständnisvoll, wenn die Tierbesitzer sich bei uns über die hohen Kosten beschweren und am Ende habe ich ein Kaninchen mehr, damit es nicht aus Kostengründen woanders eingeschläfert wird.

    Wir sind im Urlaub einfach froh, dass wir Zeit miteinander haben. Wir haben uns soooo viel zu erzählen, dass uns nie langweilig wird. Und wenn uns gerade nichts einfällt, dann können wir auch einfach nur da sitzen.

    Im Alltag sehen wir uns sooo selten, das tut dann wirklich gut.

    Der schönste Abend letzten Sommer, Autopanne, wir können nirgends hin, finden zu Fuß zum Strand, live Musik, ne kalte Cola und unsere Hunde mit dabei.

    Ich fühle mich weder durch andere Menschen noch durch deren Hunde gestört.

    Auch wenn es von dir, Biff_ anscheinend überspitzt dargestellt war, frage ich mich eher, warum du dir einen Hund hälst statt der TE von einem abzuraten:ka:

    Mache ich in erster Linie nicht für mich, aber dennoch gern das Beste daraus. :)


    Und ich mag niemandem etwas ausreden. Nur darauf hinweisen, dass die Freundschafts–Kuschel–Story nicht immer so romantisch abläuft, wie man sich das eingangs vorstellt. Daher meine Frage, was konkret mit dem Hund angestellt werden soll. Ich finde den Aufwand schon hoch – entsprechend sollte der persönliche Nutzen ja klar und vorhanden sein, damit man es gern und gut macht. Und das erschien mir hier ein wenig diffus, wobei ich das möglicherweise falsch interpretiert habe.

    Ich denke das Empfinden ist da total unterschiedlich.
    Ich finde den Aufwand der Hundehaltung nicht besonders hoch - wahrscheinlich auch, weil das positive daran sooooo extrem jedem Nachteil überwiegt.

    Es ist nicht speziell auf jemanden bezogen, sondern auf die aktuellen Beobachtungen meinerseits, dass sich Hunde angeschafft werden, die so gut wie gar nicht dem entsprechen was man möchte und dann wird gehofft, dass dieser eine ganz anders ist, als das Zuchtziel und doch sicherlich passt. Klappt das nicht, versucht man den Hund doch irgendwie in das eigene Leben zu pressen und oft geht das nicht.