Zur Eingangsfrage nochmal - also ich habe genau 1 Buch gelesen - und ein anderes halb, bevor unsere Hündin kam, zu mehr hatte irgendwie auch nicht so wirklich Lust.
Aber das hat schon einiges gebracht, denn viele Dinge waren mir nicht so klar vorher.
Ich bin nicht mit Hunden groß geworden, in meiner Familie gab es aber schon welche vor meiner Zeit.
Aber da gab's die Methode mit Nase reinstuppsen und 'zeigen, wer der Boss ist' - da hatte ich schon Angst davor, dass Hunde dann so sind... in ihrer Rüpelphase.
Aber dann kam Zoey und sie ist überhaupt nicht so, wie der Hund, den meine Eltern vor meiner Zeit mal hatten.
Aber der war auch kein Großstadthund und hatte Garten und Haus.
Letztendlich in einigen Situationen reagiert jeder aus dem 'Bauchgefühl', denke ich. Man würde den Hund von der Straße ziehen, wenn ein Auto kommt und er draufspringt-da denkt man sicherlich nicht darüber nach, ob ihm das jetzt so unangenehm ist irgendwie und ob man ihn da nicht freundlich wegclickern kann.
Das ist so intuitive Dinge, die vermutlich bei jedem so gemacht werden...
Aber viel ist eben auch Individualität.
Dieses 'aus dem Bauchgefühl' - das mag eben bei manchen Hunden echt gut funktionieren, bei anderen aber eben nicht.
Mit Zoey z.B. hat man keinen Schäferhund.
Sie ist nicht wirklich an der Zusammenarbeit interessiert, wägt genau ab, wann sich was lohnt, hinterfragt und hat einen ziemlichen Dickkopf. Sie ist selbständig, aber auch unsicher.
Sie kann sehr schnell rennen.
Sie sammelt soviel Kram vom Boden auf.
Da sind einfach ein paar Sachen, da hätte ich - wären wir nicht eh in der HuSchu gewesen - nicht genau gewusst, wie ich am Besten den Hund und das Ziel erreiche.
Dann hätte ich schon recherchiert.
Dafür bin ich z.B. eher der Typ. Ich mache mir einen groben Plan und dann mal sehen.
Aber während für manche ein Ohrenziehen auch einfach 'aus dem Bauch heraus' ist - wäre das für mich ein No-Go.
Genauso wie 'mal runterdrücken', 'mal ne Ansage machen'.
Dafür bin ich einfach nicht der Typ.
Wenn ich da auf mein Bauchgefühl gehört hätte, wäre ich einfach nur verzweifelt und traurig gewesen und hätte nicht gewusst, wie ich effektiv umlenken kann/reagieren kann.
Das Bauchgefühl von dem einen mag dem anderen eben auch 'falsch' vorkommen.
Ich denke, jeder sollte seinen Weg finden - und wie sehr man etwas "verkopfen" lässt, hängt doch von einem selbst ab.
Wissen allerdings ist für mich immer nur von Vorteil - denn dann hat man ein Repertoire - und kann gucken, worauf man zugreifen möchte und auf was nicht aus den und den Gründen.
Darum - ich finde es sehr gut, wenn man sich viel reinliest und informiert - und daraus seine Vorhaben entstehen lässt - und rausfiltert.
Z.B. dass Hunde i.d.R nicht gerne am Kopf gestreichelt werden - dort, wo man aber oftmals erst hinfassen würde - das war mir zum Beispiel früher nicht bekannt, im Nachhinein aber total logisch.
Oder das ein sich wegdrehender Hund dennoch das Streichel genießen kann - wusste ich auch nicht.
Ich habe jetzt persönlich auch niemanden getroffen, der mir nur Vorträge hält, warum er dies oder jenes gerade macht.
Darum sehe ich diese Problematik der Hunderziehung jetzt auch nicht so ... dramatisch. ;-D