Beiträge von Gandorf

    Seit einigen Tagen sind wir auch um ein vierbeiniges Familienmitglied reicher:

    Der kleine Mulder hat einiges von seinem Namensvetter: den schrägen Humor, den verschlafenen Augenaufschlag, er ist im schwarz-weißen Anzug Fell unterwegs und er jagt leidenschaftlich Ufos Motten im Gras.
    (Und alle Menschenherzen fliegen ihm zu.)

    Ein Geheimnis würde ich gerne noch lüften: Werde ich jemals eine Decke oder Kissen finden, auf das er sich tatsächlich drauflegt, statt es zu beuteln, zu berammeln und dann in den Ecke zu pfeffern?

    Dachte ich mir nämlich.
    Mit welcher Begründung?

    Niemand würde es gutheißen Welpen schon so jung von Mutter und Wurfgeschwistern zu trennen, wenn es um die Abgabe geht.
    Und niemand würde so junge Welpen einem nicht-sozialisierten Hund aussetzen, wenn klar ist, dass es Verletzungen gibt.

    Aber *bewusst* Hunde zu züchten bei denen eines oder beides davon unvermeidbar ist, ist für mich eine Form von Qualzucht.
    Welpen zu ziehen, die zu früh getrennt oder verletzt werden *müssen*.

    Als "Waffe" gibt es noch andere Alternativen, als einen Hund.
    Und dass der Sport sich immer in Richtung "höher, weiter, schneller" - oder hier eben aggressiver/druchsetzungsfähiger (ist das ein beschönigender Ausdruck in dem Fall der Welpen?) geht ist absehbar. Aber man sollte sich für eine Luxus-Freizeitaktivität nicht über das Tierwohl hinwegsetzen.

    Bordy, das jetzt *deine* Meinung.
    Und wenn du konsequent bist, müsstest du auch davon runter kommen, dass nur diese richtig ist und andere ihre Mensch-Hund-Familie aufstellen lassen, wie sie es möchten.

    Ich finde es auch sinnvoller, meinem Lebenspartner meine Meinung und Gefühle kundzutun und ihm eine Chance zu geben darauf zu reagieren und darüber nachzudenken -- anstellen einfach nur kommentarlos Konsequenzen zu ziehen "Du kriegst den Hund nicht mehr!"
    Und wie sie diese Debatte führen wollen und ob manche Kritik auch mehr als einmal geäußert werden kann, können zwei erwachsene Menschen auch selbst miteinander ausmachen.
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    Mein Hund ist zwar der Familienhund, aber es ist die stille Übereinkunft, dass ich vor allem die Verantwortung trage.
    Ich informiere mich, ich investiere die meiste Zeit -- ich trage die Kosten.
    Wenn ich etwas (den Hund betreffend!) überhaupt nicht möchte (und es zumutbar ist) dann wird das von allen respektiert.
    Mein Mann, Eltern etc. vertrauen aber darauf, dass ich mein Veto nur einlege, wenn es wirklich wichtig ist. Und so ist es auch.

    Manchmal verstehen nicht-HH einfach nicht, warum eine Regel wichtig ist. Vielleicht kann man ein Beispiel finden, dass sie nachfühlen können.

    Vergleiche zum Thema "Hund überreizen":
    "Wie würde es dir gehen, wenn du von der stressigen Arbeit kommst, und ich quassel auf dich ein, ohne dass du dich erstmal entspannen kannst?"
    "Könntest du, nach einem Discoabend und einer fast Schlägerei noch konzentriert am Schreibtisch arbeiten?"
    "Würde es deinem Auto gut tun, wenn man den Motor jeden Tag in die höchste Drehzahl kickt?"
    "Für den Hund ist Adrenalin wie Bier. Stifte ihn nicht dauernd an zuviel zu saufen!"
    Das ist sicher schlechte Beispiele, aber vielleicht ist eines dabei, dass in Männerohren einleuchtend klingt. ;)

    Oder man kann zumindest einen Kompromiss anbieten:
    "Du kannst mit dem Hund raufen, aber wenn er dieses-oder-jenes macht, dann hör' bitte auf, weil es ihm zuviel wird."
    "Du kannst mit dem Hund raufen, aber nur im Freien. Hier drinnen gehen Sachen kaputt und es möchten sich in der Wohnung alle entspannen."
    "Du kannst mit dem Hund raufen, aber nicht jeden Tag/ nicht am Wochenende/ an bestimmten Tagen."

    Oder ein Tausch:
    "Fahr mit ihm lieber eine Runde Fahrrad/ renn mit ihm um die Wette. Da freut er sich noch viel mehr!"

    Eigentlich möchte ich nicht, dass Hinz und Kunz meinen Hund anfasst, nur weil er hübsch und flauschig ist. Das zu 100% durchzusetzen, würde aber zu viel negativer Stimmung füren und mich sehr stressen.
    Ein Kompromiss mit dem ich leben kann ist: Füttern und wild spielen gibt's nicht, aber wer nett fragt, darf den Hund (der fremde Menschen super findet) auf ruhige Art und Weise streicheln und kraulen. Damit können in meinem Fall alle leben.

    Vielleicht war ja etwas Sinnvolles dabei. :)

    Liebe Grüße

    Wie häufig/selten ist es, dass zwei intakte Rüden, die nicht unter einem Dach leben, noch miteinander spielen?
    So selten wie ein Lottogewinn oder doch häufiger?

    Ich habe einen männlichen Welpen und frage mich, wieviele Spielbekanntschaften in der Siedlung ihm nach der Pubertät noch erhalten bleiben.
    Und ob ich irgendetwas dafür tun kann?

    Mir war Acana auch völlig unbekannt.
    Wir haben es auch weitergefüttert. Der Welpe frisst es, wenn er sehr hungrig ist oder man es für ihn über den Boden kullert, aber begeistert ist er nicht.

    Der Output ist allerdings wirklich perfekt wenn man das - und auch nur das - füttert.

    Wenn das Ende des Sackes naht, dürfen wir auf erwachsenen Futter umstellen. Bis dahin habe ich Zeit mich über Alternativen zu informieren und mir von dem erwachsenen Futter Probepackungen schicken zu lassen.

    Es war ja nie die Rede, seinen Hund unpädagogisch zu behandeln.

    Aber es ist nicht gesund die eigenen Gefühle zu leugnen und zu verdrehen, nur weil andere nur mit fröhlichen und positiven Texten beglücken will.

    Der Junghundthread ist neben Infoaustausch auch ein Ventil.

    Hunde dürfen Knurren, Leute wollen sich auch mal den Frust von der Seele schreiben und nicht nur hören: " Dann hör halt einfach auf dich zu ärgern, wahrscheinlich machst du's eh falsch."

    Viel mehr geholfen hat die Erzählung von Fou, dass macht Hoffnung und die hilft wirklich gegen Frust.

    Aber ansonsten ließt man doch hier wirklich in jedem Post, wie sehr sich die User über die psychischen Gründe Gedanken machen:
    Die Rasse, die Hormone, die Welpenzeit, die schwierige Umgebung, die Unvollkommenheit des Halters...
    Wir lassen die Hunde Hund sein, lassen wir doch die Menschen mal Mensch sein und sich auch mal auskotzen ohne gleich zu korrigieren und zu belehren.
    Man könnte ihnen ja humorvoll Trost spenden und damit mit gut Beispiel vorangehen.

    Das klingt jetzt aber nach rosa-roter heiler Welt...

    Ich hab jetzt kein schlechtes Gewissen und sage ganz ehrlich, dass ich nicht völlig begeistert bin, nur weil manches problematische Verhalten auch noch selbstbelohnend ist und man seine liebe Not hat noch etwas lohnenderes zu finden mit dem man den Hund belohnen kann.

    Was macht daran Spaß wenn der Hund von Menschen gelockt und zum Händekauen und Hochspringen animiert wird?
    Und dann steht man vor dem Hund als Spielverderber da und wird von den Leuten - die vehement alles besser wissen - auch noch blöd angeredet.

    Hunde sind wunderbar und magisch.
    Aber es sind keine selbstlosen Engelchen und manchmal schreibt man gern, was man wirklich denkt.