Beiträge von Gandorf

    Ich möchte nur anmerken, das Hundeplatz-Slang eine sehr spezielle Sprache ist.

    Für einen Ausländer (Spanien) schwer zu verstehen und unmöglich im Wörterbuch nachzuschlagen.

    Dazu zählt:

    nach vorne gehen = angreifen

    Angst nach vorne umsetzen = aus Angst angreifen

    auf Bewegungsreize anspringen = auf schnelle Bewegungen negativ/heftig reagieren

    Ich bin einer Rettungshundlerin ewig dankbar, die mir vorgeschlagen hat, Mulder beizubringen in Schrittstellung stehen zu bleiben.

    Das war für uns der absolute Durchbruch in der Fußarbeit.

    Ich krieg die Krätze, wenn Hunde auf dem Popo rumrutschen.

    Aus einer geraden Fußposition kriegt man die saubere Grundstellung automatisch geschenkt.

    Das heißt, du drehst, machst den Ausfallschritt und stellst damit den Hund neu auf, richtig?

    Und beim neu ans Bein führen macht der Hund ne Drehung nach außen oder innen?

    Ich bin zugegebenermaße skeptisch.

    Ich sag auch ganz deutlich: ich frag nur aus Neugier.

    Um so spannender wäre es zu sehen, wie ein Hund, der wirklich NIE den Elefantentrick gelernt hat und rein über den Ausfallschritt trainiert wurde, in den Linkswinkeln vom Neu-Hinkreiseln zum Mitdrehen kommt.

    Rückläufige Starterzahlen sehe ich nicht, aber gebietsabhängige Unterschiede:

    In meiner Gegend sind die Obe Turniere in zwei Wochen nach Ausschreibung voll. Meistens schon zu zwei Dritteln mit Vereins-eigenen Startern.

    Fahre ich 100-200km Richtung Norden in dünner besiedelte Gegenden überlegen sich die Vereine, ob es sich lohnt eine Prüfung zu organisieren und man kriegt noch wenige Tage vorher einen Startplatz.

    Obe wird aber nie eine Fun- oder Massensportart sein, wie RO oder Hoopers. Dafür ist das Training zu zeitaufwendig.

    Find ich nicht tragisch.

    Eigentlich betrifft es vor allem Klasse 1.

    Aus der Beginner wollen alle raus, weil sie das „Stehen und Betasten“ nicht mögen.

    Wenn die voll ist, dann sind das größtenteils Neulinge, Fun-Sportler und ganz exotische Rassen.

    In die Klasse 2 ist die kleine Hürde die Geruchs-ID (weil anderer Typ Übung) und die große Hürde die Gruppenübung mit Hundeführer außer Sicht.

    Deswegen staut es sich in der Klasse 1.

    Wer‘s in die Klasse 2 geschafft hat, will‘s meistens auch wissen und wenigstens in der Klasse 3 mal bestehen.

    Auch wenn eine Triebfeder: den Metallapport loswerden — jetzt wegfällt.

    In den USA gibt es dieselbe Obe-Klasse immer zweimal:

    Einmal für routinierte Starter und einmal für Neueinsteiger.

    So können sich auf jedem Leistungsniveau die alten Hasen und Wiederholungstäter jahrelang duellieren, und die Neueinsteiger messen sich mit ihresgleichen.

    Das würd sich aber in Deutschland nicht lohnen, so groß sind die Veranstaltungen hier nicht.

    Da ist die Neuregelung wahrscheinlich ein Kompromiss zur Nachwuchsförderung.

    CassimitSundT

    Ich finde, da hört und spürt man den Unterschied sehr deutlich:

    Für dich ist es „nur“ ein V. Schlechte Vs in *deiner Klasse* sind für dich nichts Besonderes mehr, du hast ja schon so viele.

    Und bei einem Sieg ist auch nicht mehr jeder so doll.

    Ich finde, da kann man eine Platzierung auch denjenigen gönnen, die sich frisch auf ein neues Leistungsniveau hochgekämpft haben.

    Wenn man die ganzen Zeit in derselben Klasse startet, ist es aber immer das gleiche Programm, denn neue Aufgaben kommen nicht dazu.

    Darf man ja gerne machen, wenn man Freude daran hat — oder das Potential des Hundes schlicht keine weitere Steigerung zulässt.

    Nur finde ich persönlich, ist es nicht zu vergleichen, mit jemandem der etwas Neues gewagt hat oder sich weiterentwickelt hat.

    Ja. Vollblüter laufen auch Rennen mit 2-3 Jahren, während andere Rassen da noch 2 Jahre in der Aufzuchtherde stehen.

    Da gibt’s auch unterschiedliche Meinungen dazu.

    Ich seh auch einen Unterschied in der Leistung, ob sich jemand kontinuierlich steigert und sich neuen Herausforderungen stellt, oder 6 Jahre lang dasselbe Programm abspult.

    Ich persönlich seh‘s gern, wenn es belohnt wird, dass jemand etwas Neues gewagt hat oder sich aus dem Sg herausgekämpft hat.