Beiträge von straalster

    Ich entscheide mich in so einer Situation überhaupt nicht mehr bewusst :ka: Hab ich schon rausgefunden. Hätte ich noch so viel Zeit, wirklich erstmal richtig Pro und Contra abzuwägen, könnte ich auch mich aus der Gleichung nehmen (Baum, Leitplanke) - es sagt sich immer so einfach: In Situation x mache ich definitiv y.

    Aber man reagiert eben nur noch. Und würde ich zum Beispiel meinen Hund oder meine Oma auf der Straße sehen - ich würde sehr wahrscheinlich nichts anderes mehr sehen, sondern ausweichen oder eine Vollbremsung hinlegen. Einfach, weil sie mir wichtiger sind als alles andere darum herum und kein Mensch hat die Kapazität sich in so einer Situation noch rational zu verhalten und erstmal schön in Ruhe eine Kosten-Nutzen-Abrechnung für die Menschheit aufzustellen.

    Klingt nett. Klar. Aber Realität ist anders.

    straalster:

    Gut, aber was könnte man nun machen, damit der Hund der vielleicht nervös ist weniger nervös ist?

    Wie gesagt, lass mal vom Tierarzt abklären, ob da nicht vielleicht auch gesundheitlich was im Argen liegt.

    So etwas muss nicht sofort bei einer Routineuntersuchung ersichtlich sein.

    Bei Trinkmenge und Häufigkeit wäre der erste Verdacht Diabetes. Musst nicht sein. Gibt auch andere Auslöser dafür.

    Nervosität: Ferndiagnose geht da nicht. Schon gar nicht mit den wenigen Informationen. Das sollte sich jemand vor Ort anschauen.

    Mal doof gefragt: Er hält ja auch mehrere Stunden aus, wenn ich da bin. Wieso sollte er dann nicht mehrere Stunden aushalten können, wenn ich nicht da bin?

    Mittlerweile macht er nicht mehr in die Wohnung, wenn ich da bin.

    Wenn ich nicht arbeite gehe ich durchaus alle 2-4 Stunden mit ihm raus. Wenn ich arbeite ist er natürlich oft länger drinnen.

    Kennst du das, wenn man nervös ist und dadurch Blasendruck hat?

    Eventuell ist dein Hund nervös beim Alleinsein und muss dadurch dringend.

    Mittlerweile macht er nicht mehr, wenn du da bist - das ist doch super. Dann versteht er, dass drinnen eher ungünstig ist. Dann hat er aber auch die Möglichkeit, mit dir rauszugehen und sich da zu lösen. Das geht eben nicht, wenn du abwesend bist. Verkneif du dir das mal, wenn du nervös bist und ganz genau weißt, das geht gerade nicht und du bist davon abhängig, ob dich jemand auf Toilette lässt. Das ist ein erhöhter Schwierigkeitsgrad, den er jetzt noch nicht leisten kann. Und wenn du mit dem Hund so oft rausgehst... geh bitte nochmal zum Tierarzt. In dem Alter sollte er nicht aller zwei bis vier Stunden pinkeln müssen.

    Ich finde die Frage spannend, aber zu komplex, um alles auf einmal abzuarbeiten. Daher erstmal:

    Naja, demnach setzen viele Menschen Kinder auch meist aus reinem Egoismus in die Welt.

    Ja, machen sie, oder meinst du, die wollen damit die Welt retten? Genauso wie man aus Egoismus einen Partner hat. Genauso wie man aus Egoismus ein Hobby hat. Genauso wie man geliebte Lebewesen aus Egoismus beschützt (weil es ein absolutes Scheißgefühl wäre, sie zu verlieren).

    Wir (und damit meine ich nicht nur Menschen) sind alle Egoisten. Will immer keiner hören, ist aber so.

    Man macht alles, weil man sich dabei wahlweise gut fühlt oder sich bei der Alternative schlechter fühlen würde.

    Für mich seh ich das alles als Geben und Nehmen. Oder auch ein Tauschgeschäft, von dem im Idealfall jeder was hat (haben sollte)

    Klingt klinisch und fürchterlich emotionslos. Ich weiß.

    Aber nehmen wir mal meine Hunde. Ja, die werden in Gefangenschaft gehalten. Es gibt bestimmt einige im Forum und im normalen Leben, die schlagen bei meinen Beschreibungen von ihnen die Hände über dem Kopf zusammen, weil ich die Hunde so schlimm vermenschliche (sprachlich). Die schlafen im Bett, auf der Couch, wo sie wollen. Einige von ihnen machen Spaß-Agility, andere tricksen und die eine macht genau gar nichts außer überall mit hinkommen. Im Endeffekt machen eigentlich genau alle nix, außer mir Gesellschaft zu leisten, Hobbys mit mir zu haben, mich zu begleiten. Das ist egoistisch von mir. (davon habe ich was)

    Im Gegenzug bekommen sie dafür aber ein Zuhause mit Dach überm Kopf, frischem Wasser, so viel Futter wie sie wollen, medizinische Versorgung, Spielmöglichkeiten, Arbeit, Anspruch, Kuscheleinheiten, Pflege, Bewegung und Schutz. Zudem werden sie individuell behandelt. (davon haben sie was)

    Und damit können wir alle gut leben.

    Bei mir haben sie den Stellenwert Familie. Wir gehören zusammen. Wir beschützen uns. Wir sind füreinander da. Wir respektieren die Grenzen und Bedürfnisse des anderen.

    Und ich glaube, auf genau diese Balance sollte es ankommen. Dass man durchaus den eigenen Egoismus anerkennt aber auch den anderen wirklich berücksichtigt und entsprechend behandelt, wie er es benötigt. Dieses für mich notwendige Gleichgewicht sehe ich in sehr vielen Fällen nicht. Für den einen ist der Hund Sportgerät. Für den anderen Prestige-Objekt. Oder Kuscheltier. Oder "ich hab halt n Hund, weil die anderen auch einen haben". Oder vermeintlicher Psychotherapeut. Es gibt so viele Stellenwerte für den Hund, dass einem dabei schwindelig wird. Gibt's aber auch bei Kindern oder Partnern.

    Das tut mir sehr leid.

    Ich habe mich mit einer Bekannten unterhalten. Der Kleine ist mittlerweile 3 Jahre. Bei ihr war es ähnlich - da haben sogar noch vollkommen fremde Passanten im Park kritisiert, wenn sie die Flasche gegeben hat. Und wir haben uns gefragt, wie es wohl jetzt aussieht. Daher meine Frage.

    Ja. Das ist mir auch passiert. Bzw so ähnlich.

    Aber ich kann sagen: jeder kann selbst entscheiden, was dir ihn und seine Familie gut ist und funktioniert. Man schadet einem Kind definitiv nicht, wenn es Pre bekommt. Zum Glück gibt es sowas heutzutage. Früher hatten die Kinder zur Amme gemusst oder waren gestorben.

    Es ist auch voll okay, aus irgendwelchen Gründen selbst zu entscheiden, nicht zu stillen.

    Ich war ja gar nicht betroffen aber mich hat das so mitgenommen, dass ich heute noch daran denke.

    War sowieso schon alles anstrengend genug für sie. Erstes Kind. Im frühen dritten Trimester trat ein Problem auf - natürlich, wie es immer so ist, nachdem der vertraute Arzt keine Sprechstunde hatte abends. Also ab in die Notaufnahme. Dort ließ man sie dann ewig warten, obwohl komplett leer. Dann kommt eine Ärztin auf sie zu, fragt was los sei, sie beschreibt das und die Ärztin "Und was soll ich da jetzt machen? Warum gehen Sie denn nicht zu ihrem Arzt?" :ugly: Äh, ja vielleicht, nur ganz vielleicht, weil es dringend ist und der gerade zu hat und Notaufnahmen für sowas existieren :ka: (da ist ihr Mann explodiert)

    Dann war die Geburt nicht einfach und sie wollte unbedingt stillen, ging aber vom Kind aus gesundheitlich nicht. Ärztemarathon durch. Ich war dann zum ersten Babybesuch. Sie erzählt mir das sie von anderen (Stillkreis, Krankenschwestern und Fremden) verurteilt wird. Das fand ich schon schlimm. Und dann gingen wir spazieren...

    Knirps wird wach und ist hungrig, also ab auf die Parkbank und Flasche - kommt die erste Passantin und guckt böse. Kommt die Zweite und guckt böse. Kommt die Dritte und fängt an :motzen: wie kann man nur. Wohl zu faul zum Stillen. blablaba. (an der Stelle bin ich dann mal Tacheles mit der besorgten Mitbürgerin gesprochen)

    Das war so heftig. Und damit war sie ständig konfrontiert. :fear:

    Ich kannte das in der Hinsicht noch nicht. Meine sind ja biologisch nicht meine aber früher war halt eh Flasche geben schick, also fiel das nicht auf.