Beiträge von straalster

    @Nevado: Habt ihr schon mal Nux vomica versucht? Das hilft eigentlich immer sofort.

    Und zur Bindungsfrage - draußen ist halt mehr Ablenkung. Gerüche, Geräusche, Lebewesen. Wenn er da aber eher unverlässlich hört, würde ich keinen Freilauf in uneingezäunten Gebieten zulassen. Ein wirklich verlässlicher und von anderen Einflüssen unabhängig sitzender Abruf dauert eben eine Weile und bedeutet auch, dass ihr euch draußen spannender machen müsst. Würde ich mit einem so jungen Hund, der auch erst so kurz bei euch ist, nicht riskieren.

    Da lässt sich nicht sagen "Scheißidee" oder "Superidee" - weil es von vielen Faktoren abhängt.

    Sowohl Golden Retriever als auch Berner Sennenhund kamen als Welpen zu älteren Kleinhunden (Toy- bis Kleinpudel, Shih Tzu). Wir kamen nie auf die Idee, die zu trennen. Die Großen kamen außer ganz am Anfang nie auf die Idee, die Kleinen umzurennen, reinzurennen oder auch nur an ihnen rumzuziehen.

    Und wenn egal welcher meiner Hunde im Freilauf in andere reinrasselt oder sie umwirft, muss ich eben daran arbeiten. Denn ob der Fremdhund da drüben das lustig findet oder es für ihn gefährlich werden könnte, weiß ich nicht - ganz unabhängig von seinem Alter oder seiner Größe. Also ist auch das eine Sache, an der ich ohnehin arbeiten muss aber kein Grund dafür, dass Welpe und Senior überhaupt nicht zusammenpassen oder drinnen permanent getrennt sein müssen.

    Ich hab damals den Dicken zu meiner Seniorin dazugeholt, als sie 11 war. Gesundheitlich hatte sie einige Baustellen ist mit dem Welpen aber wieder sehr aufgeblüht und er ist in die Rolle hineingewachsen, ihr Augen und Gehör zu ersetzen.

    Mir wurde auch von vielen gesagt, ich soll es lassen, wird nix, zu viel Stress. War trotzdem die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. Allerdings hab ich auch einen Welpen genommen, der sehr ruhig mit anderen umging und kein absoluter Wildfang war - auch wenn er seine fünf Minuten hatte. Meine Schlaftablette eben :)

    Wenn du, @Maya2003, da bedacht auswählst (nicht nur in Hinsicht auf die Rasse), seh ich kein einziges unlösbares Problem. Ruhe drinnen muss der Welpe so oder so lernen. Und auch, dass man nicht in andere Hunde reinrasselt. Wenn du da von Anfang an konsequent bist, werden sich Umgewöhnung (und Stress - falls der überhaupt aufkommt) für Hazel in sehr engen Grenzen halten. Vielleicht hilft sie bei der Erziehung sogar. Dazu braucht Hazel einen Platz, der für den Kleinen tabu ist. Dazu muss man ja nun aber nicht dauerhaft komplett trennen oder das ganze Haus voller Gitter stellen.

    Kleinpudel finde ich als Wahl gut - die sind meiner Erfahrung nach meist von sich aus ruhiger als Zwerg und Toy. (wir sind ja eine Pudelfamilie und ich war früher Dogsitter bei einem Pudelzüchter, also hab ich da ein paar Jahrzehnte den direkten Vergleich gehabt)

    Vielleicht noch ein paar Tipps, solltest du die Vermittlung doch nochmal selbst versuchen wollen @lina.dkhf. Die sind nicht allgemeingültig, sondern entstammen meiner Erfahrung:

    1. Lass Menschen niemals das Tier am Tag des ersten Besuches mitnehmen. Vor lauter "oh wie, toll, süß, putzig, will ich sofort liebhaben und knuddeln" verlieren manche temporär ihr Gehör. Und denken in diesem Moment auch nicht richtig nach. Manche wollen "haben, haben, haben" und in den nächsten Tagen sickert erst ein, was sie sich da gerade ans Bein gebunden haben. Nämlich ein Tier mit Macken, Ecken und Kanten, individueller Persönlichkeit, Körperfunktionen, eventuellen Baustellen und damit eben auch jede Menge Verantwortung.
    Wenigstens 24 Stunden Bedenkzeit zwischen erstem Besuch und Abholen sollten es sein. Das ist bei mir immer ein super Auswahlkriterium. Manche haben schon die Transportbox im Anschlag OBWOHL ich sage, sofortiges Mitgeben wird nicht stattfinden. Das sind dann meistens die, von denen ich nach dem "oh wie toll, können wir ihn/sie nicht doch heute schon mitnehmen???" nie wieder was höre.
    Wer wirklich dieses Tier haben will, der kann ein paar Tage warten. Wer einfach nur jetzt sofort ein Tier haben will, der verdient keins.

    2. Zeig dein Tier wenn möglich in verschiedenen Situationen, geh zusammen mit den Interessenten spazieren, spiel mit dem Hund usw.
    Dann fällt nämlich auch die Atmung nochmal anders auf und es ergeben sich Möglichkeiten, anders miteinander zu reden.

    3. Such vielleicht spezifisch nach Menschen mit Mopserfahrung, wenn möglich.

    4. Informiere über mögliche Kosten und Probleme dieser Rasse. Druck die Infos aus und drück sie den Leuten vorm oder beim ersten Besuch in die Hand.

    5. Lass die ganze Familie antanzen! Du glaubst nicht, wie oft ich schon Anfragen hatte, bei denen "die Familie / der Partner / Vater / Mutter überrascht werden" sollten. Dafür dürfen sie gerne Ü-Eier oder Pizza nutzen aber mit Sicherheit kein Tier. Es gibt zur Genüge Menschen, die wissentlich Tiere anschaffen, obwohl der Partner und oder die Familie dagegen ist. Die denken sich, ""ach, wenn das Tier erstmal da ist, wird das schon."
    Zudem sollte auch einfach klar sein - und das stellst du zumindest für den Moment - sowohl mit mehreren Besuchen als auch mit Anwesenheit der ganzen Familie sicher, dass niemand allergisch auf den Hund reagiert. Das kann sich selbstverständlich ändern aber du kannst das Risiko dafür zumindest aktuell reduzieren.

    Wenn du das gesundheitlich nicht kannst, solltest du eine der genannten Anlaufstellen nutzen.

    Ich muss mal noch meinen persönlichen Senf dazu geben - Ratschläge und Tipps hast du ja schon erhalten.

    Du schriebst:

    Vor zwei Tagen habe ich meine geliebte Mopsdame abgeben müssen

    Wenn ich meine Pflegetiere an ihre potentiellen Endstellen gebe und dann kommt das, was dir passiert ist - der Hund würde so schnell wieder bei mir sein, wie es nur möglich ist. Alleine der Gedanke, dass die da auch nur eine unnötige Stunde verbringen muss, wäre mir zuviel. Denn wer weiß, wie die Käufer mit dem abgelehnten Hund gerade umgehen.
    Du kannst ihnen natürlich ins Gewissen reden - sobald der Hund wieder bei dir ist. Da würde ich mich jetzt keinesfalls mit juristischer Klärung aufhalten. Und wenn du da ganz fix eine Antwort brauchst - es gibt auch relativ günstige Rechtsberatung im Internet. Nur eben nicht in einem Hundeforum. Das sollte jetzt aber Nebensache sein. Jetzt muss es um deinen "geliebten" Hund gehen.

    Ich glaube - das ist wohlgemerkt keine Rechtsberatung, sondern nur der Eindruck nach dem Lesen des Vertrags - dass du da keine Kulanz als Grund angeben kannst.

    Der "Mangel" des Urinierens in der Wohnung war bei dir zuhause vermutlich nicht offensichtlich. Auch wenn du darauf hingewiesen hast, dass sie bei Aufregung häufiger und dann auch schnell raus muss. Du hast keinerlei Beweise, dass du das gesagt hast, hast es nicht aufgeschrieben - dafür aber im Vertrag stehen "mündliche Nebenabreden sind ungültig". Nur so zum Beispiel. Da könnte ein Anwalt mit Sicherheit was draus machen.

    Wenn du die Kette durchbrechen möchtest, nimm den Hund zurück und informiere die Leute darüber, dass es bei jedem Hund in den ersten Tagen zu solchen Problemen kommen kann. Auch, dass die Katze der Familie nicht bei einem fremden Hund sofort extrem begeistert ist, sollte klar sein. Und Geräusche gehören bei der Rasse ja in der Regel leider dazu. Empfiehl ihnen vielleicht auch, dass der Mann das nächste Mal mitkommt und die Entscheidung vor Ort als Familie getroffen wird. Dann kommt es nicht wieder zu so etwas.
    Spar dir dafür Rechtliches. Das brauchst du nicht, wenn du einfach freundlich darüber informierst, was mit der Rasse und im Allgemeinen mit der Übernahme eines Hundes verbunden ist. Mehr kannst du ohnehin nicht machen. Wenn sie unbelehrbar sind, finden sie andere Wege an einen Hund ranzukommen und ihn bei Bedarf wieder loszuwerden, ob du da mit "Kulanz" kommst oder nicht.

    andere Motivation

    Da ist für mich der Punkt, der vieles entscheidet. Ist es ein Abholen wie bei dir? Oder ein "ich muss dominieren"?
    Die Frage find ich für beide Seiten sehr wichtig - egal ob Mensch-Mensch oder Mensch-Hund. Denn die entscheidet häufig, wie es angegangen wird. Abholen ist für mich individuell. Muss es ja sein. Da muss ich mich viel mehr auf das Wesen einlassen.
    Dominieren, Machtkampf, alle Hunde machen das ja auch so - das ist in eine Form pressen.

    Ganz einfach ich sollte den Hund anbinden außer Sichtweite Kekse streuen, meinen Hund abholen weit vorgebeut laut schnüffelnd die imaginäre Spur verfolgen und meinem Hund dann die Stelle zeigen. Mir selbst sollte ich zuerst Kekse nehmen (wenigsten musste ich sie nicht essen) und den Rest gütigerweise dem Hund überlassen. Damit mein 9 Monate alter dominater Hund auch ja nicht auf die Idee kommt die Weltherrschaft endgültig an sich zu reißen.

    Mit 19 Jahren im tiefsten Wald konnte man sich solche Aktionen noch erlauben ohne im weißen Wagen zu landen.

    Sah beim 60 Jährigen Trainer dann endgültig wirklich irre aus.

    Und weil du das überzeugende Schnüffeln nicht geschafft hast, hat Fino jetzt die Weltherrschaft? ;)