Uff.
Super, dass du dir so viele Gedanken machst und dich so gründlich informierst.
Aber die Rassewahl als erster Hund.... hui.
Erstmal ganz generell:
Wenn du ins Ausland willst ist ein kleinerer und vor allem insgesamt verträglicher Hund sinnvoller.
Bekommst du leichter fremdversorgt. Kannst du leichter mitnehmen. Ist überall simpler unterzubringen.
Wenn du in einer Stadt studierst und dein Hund mag Artgenossen nicht, wird es richtig stressig. Je größer, desto stressiger. Sofern du den Vierbeiner nicht 3-4 mal am Tag ins Auto packen und in die Einöde fahren kannst, wird das Spießrutenlaufen.
Stell dir vor, der einzige bezahlbare Wohnraum ist in einer WG. Und dann stellst du potentiellen Mitbewohnern deinen Hund vor, der mit ein wenig über 30 bis 50 kg (Akita) schon erstmal imposant ist. Und dann ist der nicht unbedingt ein offenes Sonnenscheinchen. Tun sich vermutlich die wenigstens WGs an.
Du hast bisher keinen sinnvollen Grund, irgendwo hinzulaufen? Dann schau mal, wie das mit einer festen Verpflichtung mit Hund ist. Biete dich als Gassigeher an oder hilf im Tierheim. Meiner Erfahrung nach (keine Kritik an dir) sind die Aussagen "mit Hund hab ich einen Grund" und "ich geh auch bei Wind und Wetter" super einfach ausgesprochen. BIS es dann wirklich Realität wird. BIS so ein Welpe eben so richtig wirklich aller zwei Stunden muss. BIS es mal aus Eimern schüttet und der Hund trotzdem ne volle Blase hat.
Dann sieht das bei den meisten ganz schnell wieder so aus wie vorher: Rausgehen zu müssen finden sie unnötig bis folternd.
Und dazu dann vielleicht noch ein Hund, der an der Leine zieht oder stehen bleibt und überhaupt 50 andere Sachen im Kopf hat, aber dir nicht den Gefallen tut, sich schnell zu lösen und wieder rein zu gehen.
Du hast keinerlei Hundeerfahrung. Ändere das Schritt für Schritt BEVOR du für einen komplett selbst verantwortlich bist. Wie erwähnt Gassigeher, Tierheim - oder als Zaungast in der Hundeschule, frag deine Tante, ob du auf Spaziergänge mitkommen kannst oder frag bei Hundetreffs.
Rassewahl:
Sowohl Shiba als auch Akita erlebten hier mal einen richtigen Boom. Unfassbar viele. Weitere Nachbarschaft, Supermarktparkplatz, Zoofachgeschäfte. Die waren überall. Und dann waren sie genauso schnell alle wieder weg.
Einige davon sind noch da. Aber nicht mehr sichtbar tagsüber. Die kommen nur nachts raus. An Freilauf ist gar nicht zu denken. Wenn ich einen sehe, schlage ich mit meinen Hunden den nächsten Weg aus ihrem Sichtfeld raus ein. Habe bisher nur eine Ausnahme bei einem Akita und zwei Ausnahmen bei Shibas (kennengelernt. Der Rest wird hat nächtlich mit viel Vorsicht ausgeführt.
Auch wenn das hier mehrfach gesagt wurde: An deiner Stelle würde ich mich nicht (nur) an Züchter wenden. Dir fehlt die Erfahrung, um den "seriösen"- von dem "Hauptsache wir bekommen die Hunde los"-Schlag zu unterscheiden. Dazu sind Züchter in der Regel ein wenig voreingenommen von ihrer Rasse.
Ich würde stattdessen so viele praktische Erfahrungen und Erfahrungsberichte wie möglich sammeln. Halter, Abgabegründe, die Beschreibungen von Akitas/Shibas in Not, Ausstellungen, Tierärzte, mal wirklich Zeit mit diesen Hund verbringen...
Meine Shih Tzus haben den Will-to-please auch nicht erfunden. Aber sie finden andere Lebewesen erstmal grundsätzlich gut. Das macht vieles deutlich einfacher. War bei meinen Großen genauso. Entweder drüber freuen oder links liegen lassen. Meine erste eigene hatte ich während der Schule, durchs Studium und hab alles nach ihr ausgerichtet, weil es da gesundheitliche Baustellen gab. Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich hätte da Akita oder Shiba gehabt
Das wär nix geworden. So putzig sie auch aussehen.