Beiträge von straalster

    das in seiner Familie wohl eher eine grosse gefährliche Unbekannte ist

    Da versteh ich dann aber nicht so ganz, wieso der Kleine jeden Tag zweimal in die Situation kommt, alleine auf einen Hund loszustürmen.

    Vielleicht könnte man wirklich mal den Kindergarten involvieren und erklären, dass die Kinder dort vermittelt bekommen nicht auf Hunde zu zu rennen, dabei zu schreien und es auch nicht jeden Tag aufs Neue zu versuchen?! Wäre ja generell gut für die Sicherheit.

    Abgesehen bzw. zusätzlich zum Maulkorb: Kannst du vielleicht den Jungen "blocken" oder eine zweite Person mitnehmen, die ihn vor euch "abfängt"?

    Und dann schnell:
    "Wenn du rennst und schreist, bekommt der Hund Angst."
    "Es ist schön, dass du fragst aber bei meinem Hund geht das Streicheln nicht."

    Oder vielleicht gar nicht erklären (wobei ich das unschöner fände) und einfach "Nein - das geht nicht!"

    Wie lange läuft das denn schon so? Wann hätte der Junge die Gelegenheit gehabt, deinen Hund unbemerkt zu ärgern?

    Und kann überhaupt nicht nachvollziehen, was die Faszination ausmacht sich einen Hund zu holen, der eben nicht gut als Begleiter zu handhaben ist.

    Wenn das vorher halt nicht so klar ist und man den Hund noch nicht live erlebt hat ist das doch ganz einfach :ka:

    Ich verweise da wirklich gerne auf den Film Hachiko. Dieser tolle, tolle Hund, der über den Tod seines Halters hinaus zutiefst loyal ist /trauert /überhaupt nicht aus seinem Trott zu bringen ist. Wen bewegt das nicht?

    Mich tatsächlich. Ich hoffe inständig, wenn mir was zustoßen sollte, werden meine Tiere wieder froh und haben Spaß am Leben. Die Vorstellung, dass die bis zu ihrem Tod auf mich warten find ich fürchterlich traurig. Aber ich kann verstehen, dass das manche in der Vorstellung schön finden.

    Und dann ist es einfach nochmal was anderes, "eigensinnig" oder "selbstständig" zu lesen und sich zu denken: "Super, ich will sowieso keinen Hund, dem ich alles vorkauen muss, alles erlauben muss, der zu jedem hinwill"
    und das Wesen dann live zu erleben und damit tatsächlich zu leben. Das gilt ja durchaus nicht nur für Hunde.

    Gesagt bekommen, lesen, sehen ist immer was anderes als es tatsächlich zu erleben.

    Meine Seniorin war ja die letzten anderthalb Jahre zunehmend dement. Ich konnte nicht mehr länger als 90 Minuten am Stück schlafen. Dazu Arbeit, andere Tiere, andauernd rausgehen (manchmal musste sie oft, manchmal hat sie vergessen, was sie draußen wollte) und wirklich ALLES mit ihr auf dem Arm oder zumindest mit Körperkontakt machen müssen. Ich bin auf dem Zahnfleisch gegangen. Das war es wert aber ich war wirklich hart an der Grenze meiner Kräfte. Meine Familie kannte sämtliche Schilderungen von mir - vor allem meine Oma.

    Und dann hat meine Oma einmal für wenige Stunden (zwei oder vier waren es glaube ich) auf meine Hündin aufgepasst. Sie konnte sie problemlos auf die Terrasse lassen, musste also lediglich eine Tür aufmachen und nicht ständig Gassigehen. Hatte keine Arbeit, musste nicht einkaufen, duschen mit Körperkontakt zum Hund oder sonstiges. Und ihr Kommentar zu mir war: "Du kannst dir ja nicht vorstellen, wie anstrengend das war." :shocked: :lepra:
    :ugly:

    Hören und erleben halt. Zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe.

    Das ist der Unterschied zwischen uns Europäer und den Japaner. Wir interpretieren Loyalität ganz anders. Ich habe viele Bücher über japanische Kultur gelesen, aber ich verstehe immer noch nicht ganz was sie unter loyal verstehen, daher kann ich es nicht erklären. Aber wir verstehen (bei Hunden) Gehorsam.

    Gar nicht mal nur Kulturkreis-übergreifend.

    Bei meinen Hunden unterschreib ich:

    Klug
    Mutig
    Freundlich
    Loyal
    generell pflegeleicht


    Andere finden die doof, denn sie haben halt auch ein bisschen ihren Dickschädel.

    Andere finden die ängstlich, weil sie Neues erstmal abchecken und eine kleine Anlaufzeit zur Überwindung brauchen - oder die passende Motivation. Eben kein starker Will to please.

    Anderen finden die eher wählerisch und reserviert wie Katzen, weil sie nicht absolut jeden Menschen toll finden.

    Andere finden die unloyal, weil sie nicht in Sekunde eins auf absolut jedes unsinnige oder unbekannte Kommando reagieren.

    Andere sehen das Scheren, Krallenschneiden, Augen reinigen - als nicht ganz so pflegeleicht.

    Ich habe eine Akita Züchterin persönlich getroffen und habe über Facebook kontakt zu ihr. Sie meinte der Akita sei leichter zu führen als der Shiba. (Sie hat einen Shiba Deckrüde) Im Vergleich zum Akita ist der Shiba ein Arschlochhund. Dabei sei der Akita auch nicht einfach zu führen.

    Die Aussage kenne ich auch - in der Praxis genau andersrum erlebt und auch da nur bei Ausnahmen, wo die Halter wirklich informiert und hinterher waren.

    Nicht biologische Familie: Frau hat Hatchiko gesehen, Akita zog ein. Natürlich von einem "seriösen" Züchter. Hund ist noch keine zehn Monate und wildert erfolgreich, hört nicht, plötzlich ist das mit dem Eigenwillen gar nicht mehr so gewünscht und so witzig.... Der sollte doch loyal sein! Und trotz Sturrheit sollte er eigentlich auf sie hören.

    Hätte ein Pudel an seiner Stelle schon ein Reh erwischt und getötet? Vermutlich eher nicht....

    ehrlich gesagt denke ich manchmal, dass da ein bisschen dramatisiert wird. Muss ja was besonderes bleiben...

    Das glaube ich gar nicht. Sowohl Akita als auch Shiba können tolle Rassen sein - wenn es eben passt. Aber wie bei jedem Trend passt das in den wenigsten Fällen wirklich so super, wenn nicht so genau hingeschaut wird.
    Da sind die Japaner ja nun alles andere als allein auf weiter Flur.

    Golden Retriever wollte und hatte mal jeder hier. Aber dann haben die gehaart... und waren irgendwie verfressen. Hm. Doof.

    Labrador vor allem in "ungewöhnlichen" Farben, also schokobraun und dann später silber waren der Renner. Aber die sind so verfressen. Die haaren! Die hibbeln. Hm, doof.

    Pudel - supertoll. Haaren nicht. Verfressenheit hält sich in Grenzen. Erziehung recht einfach. Oh Moment, die muss man scheren lassen? Hm. Doof.

    Dobermann, Rottweiler, DSH, Borders, Rhodesian, Spaniel, Möpse, Chis, Yorkies - ich hab hier schon so viele Trends erlebt. Und die wenigsten dieser Trendhunde konnten sich halten /wurden behalten. Da finde ich es gerade bei solchen "nicht alles rosig"-Rassen wie Akita und Shiba wirklich wichtig, auf eventuelle Schwierigkeiten hinzuweisen. Hat mit Drama nix zu tun. Ich kenne aber auch genug, bei denen die gesunden Hunde durch Einschläfern aus der Welt geschafft wurden. Tierheim wollte sie nicht oder Halter wollten kein Tierheim. Abnehmer Nummer 12 ließ sich nicht finden. Ob jetzt Staffi, Mix oder einfach irgendein unverträglicher Hund - zack, Spritze, Problem gelöst - das ist nicht so selten, wie das die Meisten hier vermutlich wollen.

    Bellt sie, wenn ihr nach Hause kommt? Also, wenn sie allein ist, und einer von euch kommt heim?

    Ansonsten (muss ja aber nun wirklich nicht sein) einfach mal filmen.

    Meine haben das mal sehr kurz so gemacht - dann hab ich zuhause die Tür verboten. Nicht generell. Nur halt so einen Meter drumherum, wenn es klingelt. Die Tür geht nicht auf, solange die Nasen sich in dem Bereich befinden. Ich schick sie mit "ab" weg. Wenn noch einer gegrummelt hat, gab es den "fiesen" Abbruch. Der ist bei mir ein lautes "hähem".

    Am See, auf Decken, temporären Grenzen stehe ich auf und gehe mit dem Hund erstmal ein Stück weg. Das hab ich bisher nur mit meiner Hündin so gehabt. Seit sie gebissen wurde, sind andere Hunde doof. Während ich aufstehe und gehe, erkläre ich dem anderen Hundehalter warum ich das gerade mache und das ich sie gerne ableinen würde, weil sie sich dann beruhigt. Ist natürlich abhängig von Fremdhund und seinem Verhalten sowie der Umgebung. Alternativ nehme ich meine auch hoch, blocke den Fremdhund und übernehme dabei halt die Kontrolle. Dann muss sie sich nicht mehr kümmern. Aber das ist alles so situationsabhängig, dass ich da gar keinen pauschalen Fahrplan beschreiben kann.

    @straalster steht nirgends. Ich hatte deinen Satz falsch verstanden. Bei uns im BW sind nämlich auch noch keine Sommerferien ;) .

    Ich hoffe, das kam jetzt nicht zu patzig rüber.

    Aber gerade weil Lilly so überlegt ist, wünsche ich ihr und ihrem Vierbeiner den allerbesten Start. Und ganz viel Zeit, gerade am Anfang. Um entspannt zueinander finden zu können. Um nicht durch Zeitdruck Lösung B bis Z finden zu müssen. Keine Probleme entstehen zu lassen, die eigentlich nicht sein müssen.

    Ich hab das total genossen, meine Sommerferien nach meiner mittlerweile verstorbenen Hündin ausrichten zu können. Ganz für sie da sein zu können. Und die Madame - Seelenhund - Zweitmutter und Ziehmutter für mehr als 40 Tiere - "Herrscherin des Universums" - immer und überall dabei mit großer Fangemeinde - hat verdammt nochmal 6 Monate gebraucht, um wirklich stubenrein zu werden.... Hätte ich dazu andauernd Zeitdruck gehabt, ich hätte sie nie so schätzen können, wie sie es verdient hat. Und gerade das Schätzen und das Zusammenwachsen mit ihr hat mir so viel Kraft für alles andere gegeben.

    Mal unabhängig vom Rest, wenn 6 Wochen zu kurz sein sollen für einen Eingewöhnung, wie macht das denn dann ein Großteil der Hundehalter. Dann dürfte ja niemand arbeiten. So lange Urlaub am Stück ist jetzt ja auch eher selten.

    Wer hat den gesagt, 6 Wochen seien zu kurz?

    Aber selbst dann:
    Der Hund (und es soll ja ein Welpe sein) - müsste in diesem Fall nach spätestens sechs Wochen ein absolutes Minimum von fünf Stunde einhalten und komplett alleine sein können. Das klappt nicht mit jedem Welpen / Junghund / Hund so schnell.
    Wobei ich fünf Stunden in der 10.Klasse echt überraschend wenig finde. Sah bei mir komplett anders aus. Stundenpläne variieren zudem - heute vielleicht nur vier Stunden, morgen können es dafür zehn Stunden sein.

    Das kann ich als Berufstätiger durch folgende Möglichkeiten ganz anders lösen:

    - Urlaub nehmen und wenn mehrere Leute daran beteiligt sind Urlaub versetzt nehmen - sodass sich die Dauer insgesamt verlängert.
    - Hund eventuell mit ins Büro nehmen.
    - Fremdbetreuung organisieren: Gassigänger, Hundekindergarten, ein Freund, der mal kurz zum Lösen rausgeht (das kostet aber gegebenenfalls was und als Schüler hatte ich keine Freunde, die versetzte Unterrichtszeiten oder Arbeitszeiten hatten)
    - zeitweise Home Office
    - Mittagspause nutzen, um nach Hause zu fahren
    usw.


    Als Erwachsener kann ich mich wenn nötig ins Auto setzen, mit 15 war ich auf Füße, Rad und Öffentliche angewiesen.

    Hinzukommt in diesem Fall noch: Keinerlei Erfahrung mit eigenen Tieren / Hunden. Da gehe ich persönlich von einer längeren Lernphase am Anfang aus - für Hund und Halter. Einfach, weil eben alles neu ist. Wer Erfahrung mitbringt, erkennt Zeichen schneller, das Training ist einfacher weil Grundlagen beherrscht werden, man hat schon einen groben Fahrplan in Kopf und Gefühl.

    Ist doch auch bei Eltern so. Bei den wenigsten funktioniert beim ersten Kind nach drei Wochen alles so super, dass sie völlig entspannt 8 Stunden arbeiten gehen, nie übermüdet sind, nicht hin und wieder mal am Rande der Verzweiflung kratzen. Beim zweiten Kind sind die meisten entspannter, kennen Tricks und Kniffe.

    Kann alles deutlich schneller klappen, aber mehr Zeit am Anfang, wenn alles neu ist, ist einfach entspannter.

    Gut klar, ueber den Zeitpunkt der Anschaffung kann man natuerlich noch einmal nachdenken. Ich hatte es eher so verstanden als raetest Du einem Teenie komplett ab von einem Hund. My bad- sorry :) Aber so generell es finde ich persoenlich schon voellig ok, wenn sich ein vernuenftiger Teenie einen Hund anschafft (allerdings sollte natuerlich die Rasse passen)

    Das mit dem "aktuell gar kein Hund" kam ja gar nicht original von mir. Ich hab es aber eben als "aktuell" verstanden. Ob ich damit richtig liege :ka:

    Ich sehe es aber schon so, dass der Beginn der Sommerferien als Einzugszeitpunkt besser wäre - gerade, wenn Vater/Eltern dabei unter der Woche nicht helfen können. Ich hatte als Schüler zunächst den Vorteil, dass ich in Pausen und Freistunden innerhalb von zwei Minuten zuhause sein konnte und nach Absprache mit Eltern und Lehrern auch durfte - weil ich schon da immer mal Katzenbabys hatte, die ihre Flasche brauchten. Hätte ich mit längerem Schulweg oder weniger einsichtigen Lehrern nicht außerhalb der Ferien machen können. Einfach gar nicht stemmen können.
    Und das mit lebenslanger Erfahrung und einer realistischeren Einschätzung der Belastung - eben auch schon als Kind und Teenie.