Beiträge von straalster

    Nachdem ich jetzt alles durchgelesen habe, wollte ich mal noch meine Definitionen von den Begriffen niederschreiben:

    Bedürfnisorientiert:

    Ich beachte Wünsche, Äußerungen, Anfragen und Verhaltensweisen und versuche dadurch auf die eigentlichen Bedürfnisse zu schließen, diese wahrzunehmen und zu befriedigen.

    Mein Hund frisst draußen alles, von Kot bis Plastikmüll und Steine.
    Hat er Hunger?
    Hat er ein Defizit in der Versorgung?

    Wie kann ich das Bedürfnis stillen? Fütterung umstellen, ärztliche Untersuchungen und Behandlungen, draußen Leckerli einsetzen?

    Mein Hund ist unruhig.
    Ist er unausgelastet? Körperlich oder geistig? Sollte ich das Training / die Beschäftigung intensivieren?
    Hat er eigentlich das Bedürfnis nach Ruhe aber kann sich selbst nicht entspannen? Muss ich also mehr Ruhe bieten oder ihm dabei helfen, zur Ruhe zu finden? Wenig Ablenkung, bequemer Platz, in den Schlaf kraulen?


    Ich hab doch auch nicht das Bedürfnis nach Geld, weil ich bunte Papierscheine und runde Metallscheiben so toll finde. Ich will Sicherheit. Ich will Freiheit. Meine Grundbedürfnisse sind also Sicherheit und Freiheit und die Währung ist eben nur der Weg, auf dem sich die Bedürfnisse äußern.


    Kontrolliert:

    Wenn ich mich unsicher fühle, kontrolliere ich. Das kann zum Schutz meiner Schutzbefohlenen sein. Das kann zum Befriedigen meiner Bedürfnisse erfolgen. Manchmal kann sich das überschneiden.



    Führen, assistieren und leitend helfen:

    Dabei geht es darum, Hunden, Kindern und Co. einen Rahmen zu schaffen und dabei behilflich zu sein, ihre Bedürfnisse selbstständig und gesund befriedigen zu können. Möglichkeiten und Alternativen aufzuzeigen. Und im Notfall doch noch regulierend einzugreifen.


    Respekt:

    Wird echt oft und gerne mit Angst verwechselt.
    Kleinen Hunden und Kindern wird mal eben ins Gesicht gegriffen oder sie bekommen eine "Ansage". Aber das gleiche Verhalten bei großen Männern und Hunden (z.B.) das wagt sich doch kaum einer. Haben Lebewesen mit größerem Gewicht, größerer Höhe und Körperkraft einfach automatisch mehr Respekt verdient??? Nope. Respektlose Menschen haben einfach mehr Angst vor der Reaktion von denen. Die sind ja auch potentiell gefährlicher.

    Mit Respekt an sich hat das aber nichts zu tun.

    Ich hab ne Heidenangst vor stechenden Insekten, weil ich darauf extrem allergisch reagiere. Bis hin zur Atemnot. Deswegen respektiere ich die noch lange nicht mehr, als einen Elefanten. Oder einen Chihuahua. Oder ein Meerschwein. Respektieren heißt für mich, ich begegne dem Wesen, ohne übergriffig zu werden. Ich nehme soweit möglich seine Bedürfnisse wahr. Ich frage nach. Ich wahre Grenzen. Ganz unabhängig von der Größe und der Kraft.

    Zwei Sachen, auf die ich unbedingt erst einmal eingehen möchte:

    Konsequenz bedeutet für mich nicht mit eiserner Faust regieren ... (dös ist für mich was anderes )


    Konsequent ist für mich einfach der verlässliche Rahmen. Die Regel von heute wird auch nach der 33. Anfrage, Morgen, Übermorgen und nächsten Monat noch gelten. Da ist eine Grenze, die bei mir einfach nicht überschritten werden darf.
    Die Konsequenz ist dann das, was ich mache, um meine Grenze zu wahren. Das ist für mich nicht zwangsläufig "eiserne Faust." Eine Konsequenz oder für mich (grenz-)schützende Reaktion ist für mich beispielsweise:

    - Jemand ruft mich 50 mal am Tag an, obwohl ich sage, dass ich das nicht möchte, derjenige macht weiter - ich blockiere die Nummer /besorg mir eine neue Nummer. Nicht als Strafe für diese Person, sondern als Schutz für mich.
    - Hund lässt sich heute extrem einfach ablenken, hört nicht auf den Rückruf - ich nehme ihn an die Leine. Nicht als Strafe dafür, dass er gerade nicht bei der Sache ist - sondern als Schutz, weil ich ihn sicher wissen will.
    - Katze springt immer wieder auf die Balkonbrüstung - Konsequenz ist, dass ich ein Netz anbringe oder sie nicht mehr auf den Balkon darf.


    "Konsequenz" wird häufig falsch verwendet. Eben nicht als Resultat. Sondern als Strafe. Natürlich kann eine Konsequenz auch strafend sein. Spring aus dem Fenster und die Konsequenz ist Verletzung bis Tod. Sei die ganze Zeit grenzüberschreitend und respektlos bei deinem Partner und die Konsequenz ist vermutlich, dass du verlassen wirst. Aber an sich ist Konsequenz einfach nur eine logische Folge.


    Mit "vermenschlichen" meine ich aber, dass ich meinen Hund wie einen behandle. Das bedeutet, für in wenn wir beim Blutabnahme-Beispiel sind, ich mir einrede "Der Hund schafft das ohne mich nicht, ich bin doch seine Mama!"


    Hat meines Erachtens nach überhaupt nichts mit Vermenschlichen zu tun. Ein Säugling schafft das auch ganz ohne seine Mama. Und ja, mit dem Verlassen des Raumes lässt du deinen Schutzbefohlenen, ob Hund oder anderes Wesen, bei entsprechender Bindung an dich ganz klar im Stich. In deinem Fall mit einem extrem guten Grund und nach gründlichem Abwiegen der Vor- und Nachteile. Deine Anwesenheit würde mehr schaden als helfen. Punkt.
    Würde dein Hund bevorzugen, dass du dabei bist? Keine Ahnung. Tut aber nichts zur Sache, wenn du trotz aller Anstrengungen und trotz aller Versuche umfällst. Deswegen solltest du dir weder selbst Vorwürfe machen, noch von anderen machen lassen.
    Aber vermenschlicht finde ich das in keinster Weise. Menschen kommen durch sowas auch ohne Händchenhalten und Anwesenheit eines Vertrauten durch. Sie finden es vielleicht schöner, wenn sie Unterstützung haben. Aber so mancher Hund mit Sicherheit auch.

    Was mich daran stutzig werden lässt bzw. was ich interessant finde: Du erwartest damit von einem Hund ein dickeres Fell, als von Menschen. Weißt du, wie ich das meine? Hunde schaffen das schon alleine. Menschen brauchen ihre Mama. Und wer davon ausgeht, dass es für den Hund schöner sein könnte (das ist ja auch individuell verschieden), dass er seine Bezugsperson dabei hat - der vermenschlicht den Hund.

    Zur Auslastung:

    Sind das dann 1 bis 2 Stunden pro Runde (also 2 bis 4 Stunden nur die morgendliche und abendliche Runde?) oder 1-2 Stunden täglich? Wie sehen die Runden aus? Wirklich durchgängiges Gehen oder mit Pausen, in der Gegend rumschauen usw.?


    Zur Kastration:

    Ich bin kein Gegner. Wenn es anders nicht geht, geht es nicht. Wenn der Hund jahrelang Stress hat, gesundheitlich leidet - ganz klar: Schnippschnapp.

    Aber weil dir Leute dumm kommen? Hm....

    Die werden dir auch dumm kommen, wenn durch die Kastra Probleme noch verschlimmert bzw. zementiert werden. Die werden dir auch dumm kommen, wenn du ihnen verrätst wie du ihn fütterst und sie das falsch finden.

    Sinnvoller wäre, ihn wirklich gut zu händeln. Und andere gar nicht in die Lage zu bringen, dass sie sich über seine Hoden aufregen können. Auch kastrierte Rüden und Hündinnen können andere bespringen. Was machst du dann? Hoden schon ab und der hüpft trotzdem noch auf andere.

    Solange er andere Hunde nicht belästigt (nicht belästigen kann) hat doch keiner eine wirkliche Grundlage, um dich wegen einer "fehlenden" Kastration zu kritisieren.

    Musste gestern ausgerechnet mittags einkaufen. Ließ sich nicht vermeiden. Pralle Sonne, Parkplatz glühte. Da latscht ein älteres Paar (Mitte 70) ganz gemütlich mit ihrem schwer hechelnden und bereits humpel-hüpfenden Toypudel lang. Blieben immer wieder stehen, um ihren Hund zu ermahnen, er solle "ordentlich" laufen. :rotekarte:

    Ich hab sie erschreckt und gerufen "Schnell, nehmen Sie Ihren Hund hoch" - hat die Frau auch direkt gemacht und dann hab ich sie mal gebeten, ihre Schuhe auszuziehen oder die Hand auf den Boden zu legen. Da waren sie doch dann tatsächlich überrascht, wie heiß der Boden ist. Das wussten sie ja gar nicht... :omg: Ja, nee. Ist klar.

    Der Hund hatte bereits abgeschälte Ballen und wenigstens zwei Blasen - daher das Humpeln.
    Begründung des Paares: Der muss ja auch mal Pinkeln. Beim Einkaufen. Auf einem Supermarktplatz - wo es zwischen jeder einzelnen Autoreihe einen Grasstreifen gibt, muss der Hund auf die kochendheißen Steine pinkeln. Ist klar. :headbash:

    Und dann der erste bemerkenswerte Satz des Mannes:

    Wie machen das denn dann Wölfe? Hä? Die müssen doch auch mal!


    ....

    Ich musste mich wirklich bemühen, ruhig zu bleiben und habe ihm dann erklärt und gezeigt, dass kein Tier bei so einem Wetter freiwillig glühende Bereiche betritt. Dass sich Steine stärker aufheizen als beispielsweise Erde oder Gras. Und dass man Gassirunden durchaus nicht ausgerechnet in der Mittagshitze auf einem Parkplatz beim Einkaufen machen muss. Dass humpelnde Hunde Schmerzen haben und und und.

    Und er setzte doch nochmal nach mit: "Aber Vögel hüpfen doch auf diesem heißen Boden rum."


    Ich weiß ehrlich nicht, ob der einfach über 70 Jahre kein einziges Mal bemerkt hat, dass auch Vögel bei so einem Wetter kaum zu sehen sind. Geschweige denn auf Steinen, Beton und Asphalt rumlaufen. Oder ob er damit einfach versuchte, Gesicht zu wahren. Seiner Frau war das Ganze offensichtlich sehr peinlich. Sie hat sich mit dem Hund direkt in den Schatten gestellt und mein Angebot ihm Wasser zu geben dankbar angenommen. Hat auch noch gefragt, was sie jetzt wegen der Wunden an den Ballen machen kann.

    Aber man, man, man. Ich bin für einen Intelligenz- und Vernunftstest, bevor sich irgendjemand um ein Lebewesen kümmern darf.

    Wir brauchen alle viel mehr Klimaanlagen! :dafuer:

    Stand gestern an der Kasse im Supermarkt. Ich triefte aus jeder Pore. Hab für 10 km über eine Stunde gebraucht, weil überall Baustellen und stockender Verkehr. Dazu natürlich Klimaanlage im Auto kaputt (überhaupt geht gerade alles kaputt hier). Und der Typ neben mir schwärmt davon, dass in seinem LKW-Laderaum 15 Grad sind. :shocked: :gott:
    Hab gaaaaaanz kurz überlegt, ihm die Schlüssel abzunehmen. Und ich glaube, einige andere auch....

    Danke für diese herzlichen Lacher:

    Das einzige was ist, dass neuer Besuch denkt, dass Henry zur begrüßung seine Pfote gibt.

    Kannst du vielleicht ein Schild kreieren: "Nicht schütteln - massieren!!!" oder sowas? Damit die Gäste Bescheid wissen?

    Eigentlich witzig, die TS-Maus, die noch nicht so lange da ist (und Futter sehr zugetan), spukt es gleich mit aus, auch wenn sie noch nicht weiss, warum (aber wer weiss, da kommt bestimmt was besseres )

    Wie toll :lachtot:


    Für mich ist es mit Kontrolle und Bedürfnisorientierung (nicht nur mit den Hunden) übrigens so am Entspanntesten und Schönsten:

    So viel Bedürfnisorientierung wie möglich, so wenig Kontrolle wie möglich und eine grundlegend positive Einstellung. Die machen nichts, um mich zu ärgern. Die wollen keine Kontrolle an sich reißen. Die machen wenn dann etwas für sich, was gerade zu einem Konflikt mit meinen Bedürfnissen führt.

    Beispiel:

    Ich schlafe, mein Dicker weckt mich. Ich stürze aus dem Bett und draußen braucht er eeeewig, um sich mal zu hocken oder hockt sich gar nicht und das Pinkeln schien auch nicht so dringend.

    Variante A: Ich gehe davon aus, der will mich ärgern. Mich kontrollieren. Zeigen, dass er die Macht hat. --> Ordentlich Frust auf meiner Seite und es belastet die Beziehung. Das nächste Mal reagiere ich nicht mehr so schnell und hab vermutlich was in der Wohnung oder er leidet, weil er sich zum Einhalten zwingt. Außerdem muss ich dann ja mal was ändern, damit er nicht die Kontrolle über mich hat. (nicht mehr ins Schlafzimmer lassen z.B., irgendwas an der Erziehung drehen usw.)

    Variante B: Ich gehe davon aus, der hat irgendwas und bemerke dabei, dass er die ganze Zeit pupst - vielleicht nicht wusste, dass er "nur" Blähungen hat und aus Rücksicht rauswollte (um nicht reinzumachen). Bindung und Beziehung bleiben unbelastet. Er fühlt sich ernstgenommen, ich fühle mich und meine Regeln ernstgenommen.

    Gleiche Geschichte, unterschiedliche Einstellung, sehr verschiedene Resultate.


    Außerdem möchte ich denen nichts "von den Augen ablesen" müssen bevor sie das ganz klar äußern. (Das muss ich natürlich auch lesen aber wenn sie aktiv anfragen, macht es mir das deutlich leichter)
    Genau das ist für mich entspannt miteinander, partnerschaftlich und ab und an auch mal ein Nebenherlaufen: Das sie sich äußern können, dass das ernstgenommen wird und das Bedürfnis erfüllt wird, sofern möglich. Das ich aber zugleich nicht Gedankenleser spielen oder sie ständig beobachten muss. Das möchte ich in keiner Beziehung. Kann notwendig sein - keine Frage. Aber ich will nicht andauernd micromanagen und möglichst auf Hab-Acht-Stellung sein. Könnte ich schon allein bei der Anzahl an Tieren nicht. Von anderen Lebewesen in meinem Leben plus Arbeit und andere Verpflichtungen ganz abgesehen.

    Für mich wäre das hausgemachter Stress und viel anstrengender, als nötig.

    Bei Menschen sagt man: Die haben einen Mund zum Reden.

    Bei Tieren sehe ich das ebenso. Nur eben mit Körpersprache. Aber ebenso wie bei Menschen brauchen die Tiere einen verlässlichen Rahmen und Raum, um sich äußern zu dürfen. Und ich habe noch nie ein Tier erlebt, das trotz erfüllter Bedürfnisse "ausnutzt". Noch nie. Das kann natürlich anfangs dauern, wenn die vorherigen Erfahrungen andere sind. Aber langfristig :ka: nö.

    Da kenn ich zig Mal mehr Tiere, die bitten, betteln, sich aufdrängen müssen - eben weil die Bedürfnisse ansonsten nicht erfüllt werden. Oder sie geben eben auf. Oder stehen ständig auf Hab-Acht weil der Halter ja jetzt vielleicht demnächst mal sehen Zuwendung austeilen könnte. Und dadurch wirken sie hibbelig, unruhig und als bräuchten sie noch mehr Kontrolle.

    Aber Tiere, bei denen die Bedürfnisse befriedigt sind. Die sind zufrieden. Und zufrieden ist meist ruhig, ausgeglichen und fröhlich. Da muss ich auch als führender, verantwortlicher Halter nichts oder nur sehr wenig kontrollieren.

    War das nun heute schon zu viel? Mittlerweile ist er ja 6 Monate alt.

    Gegenfragen: Warum bist du gerade so schnell genervt? Wie alt bist du denn? ;)

    Halt dir vor Augen, dass auch bei den Hunden kein Tag wie der andere ist. Das Programm von heute kann abhängig von der Tagesform nächste Woche viel zu viel sein - weil blöd geschlafen, Hitze, kleiner Entwicklungsschub, irgendwas im Anmarsch....

    Selbst wenn du deinen Hund/Partner/Kollegen extrem gut lesen kannst, wird es lebenslang mal doofe Tage geben. Bei dir, bei den anderen, bei euch.

    Mir ist jetzt die Waschmaschine kaputt gegangen, Herd fing in der Nacht plötzlich an zu piepsen, beim Wasserkocher ist das Glas gesprungen, bei einer Urlaubsvertretung hab ich nur Probleme am laufenden Band zu lösen, ich hab Halsschmerzen und allergische Reaktionen. Gestern war ich... grummelig ist gar kein Ausdruck! Heute - meh, passiert, gibt schlimmeres, ein Problem nach dem anderen lösen, wird schon. :ka:

    Wenn also mal ein Tag, eine Woche blöd läuft - joah, das passiert. Such dir für solche Situationen was Kraftgebendes oder Beruhigendes und morgen oder nächste Woche sieht die Welt schon wieder anders aus. Auch für deinen Wuffel.

    Besteht die Welt nur aus schwarz und weiss, gibt es keine Zwoschentöne, kein sowohl - als auch? Ich bin echt erschüttert, dass man so eine Frage überhaupt ernsthaft stellen kann.


    Ich glaube, du hast mich da falsch verstanden. Es geht mir nicht um schwarz-weiß. Es geht um ein Spektrum, eine Skala, ganz viele Grautöne. Kontrolle und Bedürfnisorientierung schließen sich für mich auch nicht gegenseitig aus. "Was traue ich meinem Hund zu?" ist ebenfalls in alle Richtungen zu verstehen. Kann positiv sein (der kann ganz viel selbstständig). Kann eher negativ sein (der würde ganz selbstständig die gesamte Nachbarschaft befruchten, wenn ich nicht aufpasse).

    Und diese Frage kann ich ganz ernsthaft stellen, weil es zum einen noch viele Einstellungen in die folgenden Richtungen gibt:

    "das macht man so"
    "der Hund muss"
    "der Hund darf nie"
    "wenn ich darauf eingehe, tanzt er mir auf der Nase rum"
    etc.

    Es gibt in anderen Fällen aber auch vollkommen berechtigte Gründe für (sehr viel) Kontrolle. Weil das Tier die (erstmal) braucht. Weil damit Gefahren abgewendet werden usw. Und weil mich diese Gründe interessieren, frage ich hier nach.


    Also keine Kritik, nichts reißerisches, kein entweder-oder, sondern "Hey, es gibt viele Ansätze, viele Individuen, viele Konzepte - wie macht ihr das, wie kamt ihr dazu, das so zu machen, habt ihr schon mal was anderes versucht?" Austausch eben.


    Ich würde meinen Umgang als kontrollierte Bedürfnisorientierung bezeichnen

    Das finde ich einen supertollen Satz!!! :dafuer:

    Ist damit so was gemeint?

    Henry hält mir seine Vorderbeine hin, damit ich sie krabbel/massiere.
    Ich sehe das zwar als einforderung, sehe aber kein Problem darin darauf einzugehen. :ka:
    Schließlich aktzeptiert er auch ein nein und trottet weg.

    Klar darf der Hund ein Angebot machen bzw. eine Forderung stellen. Ob ich darauf eingehe oder nicht, entscheide ich situativ.

    Genau, sowas z.B.

    In dem Urpsrungsthread meiner Frage ging es darum: Was sollte gesteuert werden, damit der Hund "seinen Platz kennt". Jetzt mal grob vereinfacht und überspitzt.


    Für mich ist die Grundlage jeder Beziehung: Beide Parteien dürfen Anfragen stellen, Angebote machen. So sehe ich das auch, wenn ein Hund gestreichelt werden möchte.
    Und beide Parteien dürfen darauf eingehen oder das ablehnen.
    Wenn mein Hund gerade keine Lust auf Körperkontakt hat, zwinge ich ihm den nicht auf.
    Genauso lasse ich mir das nicht aufzwingen, wenn ich gerade nicht will.

    Das wäre für mich beidseitig bedürfnisorientiert. Jeder darf anbieten, jeder darf Grenzen aufzeigen und ablehnen.

    Das Kontrollierte wäre für mich jetzt, wenn Hundehalter sagen: Ich streichle ausschließlich dann, wenn ich den Hund dazu einlade. Wenn der Hund das "einfordert", streichle ich nie. Weil: Ansonsten könnte der das immer einfordern / mir auf der Nase rumtanzen / andere belästigen / ich finde das kontrollierend. Was auch immer der Grund ist.

    Für mich ist interessant: Wie seht ihr das bei euren Tieren? Wie handhabt ihr das? Wieso handhabt ihr das auf diese Weise?

    Zu den anderen Fragen: Der Thread Mein Hund macht mich wahnsinnig :(

    erzeugte ein meiner Meinung nach interessantes Gespräch bezüglich der Einstellung zur Erziehung und zum Eingehen auf Bedürfnisse. Mein Stichwort war dabei: Darf der Hund etwas "einfordern"/"ein Angebot machen".

    Für mich passt das Thema eben nicht ganz in den Laissez-faire-Thread. Daher hier neu aufgelegt.


    Es geht grundlegend darum, wie Signale vom Hund aufgenommen werden und wie damit umgegangen wird.

    Seht ihr das meiste als Angebot eurer vierbeinigen Partner? Oder eher als Forderungen?
    Wartet ihr, bis sie sich melden oder lest ihr die Signale zuvor (Unruhe, bestimmter Blick etc.)
    Gehen alle Angebote - Streicheln, Rausgehen, Spielen - von euch aus oder geht ihr auch auf die Angebote der Fellnasen ein.

    Ich hoffe, jetzt ist es etwas verständlicher.