Es lässt sich aber auch positiv betrachten:
Wenn die Sache einen Namen hat, sind entsprechende Gegenmaßnahmen einfacher gefunden.
Das setzt natürlich voraus, dass eine gewisse Bereitschaft zur Änderung besteht.
Hund ist hyperaktiv? Dann muss Halter mehr darauf achten, dass er zur Ruhe kommen kann, Reize angemessen dosieren, eventuell mal aufs Futter schauen, den Hund eben besser lesen lernen.
Wer daran kein Interesse hat - tja, da hat der Hund halt das und das und daran lässt sich vermeintlich nichts machen. Aber gerade bei gesundheitlichen Geschichten lässt sich ja oft was machen!
Billige Ausreden wird es immer geben, nicht nur in Bezug auf Hunde. Das Medizinische find ich da jetzt nicht besser oder schlechter als andere Ausreden und auch nicht schlimmer als vor 10, 20 oder 30 Jahren.
Manchmal sogar im Gegenteil. Denn wer sich damit ein bisschen auskennt, kann die Ausreden ganz einfach enttarnen.
Wenn davon ausgegangen wird oder bekannt ist, dass es sich beim faulen Hund vielleicht um einen Vierbeiner handelt, der Schmerzen hat - dann lässt sich da was machen. Dann ist er eben nicht nur faul.
Wenn der hyperaktive Hund aufgrund der Umstände gerade nicht anders kann - dann wird damit anders umgegangen als bei der Annahme, der würde einfach nicht anders wollen, usw.
In jedem Fall kann man aber fragen, wie diese Diagnose zustande kam, was zur Lösung unternommen wurde und und und. Das macht Ausreden schwieriger.