Erstmal deutliche Worte, weil ich die angebracht und nötig finde:
Zu den Vorwürfen dass mein Hund andere Tiere und Menschen verletzt muss ich mich wehren, weil er nämlich nicht auf Kleintiere mit Jagdtrieb reagiert. Sein Erlebnis z.B. mit einer Katze, er läuft hin, Katze bleibt stehen, er bleibt stehen und dann schaut er sie an und weis nicht was er tun soll. Er reagiert aber sehr auf Aas und den Geruch von Verwestem und Kot.
Das sind Sachen, die du beobachten kannst. Aber wie schon erwähnt bleibt nicht jede Katze stehen. Andere Tiere schon gar nicht. Ob er da wirklich schnell hinterher kommt oder sie einfach in Panik versetzt, zum Absturz bringt, auf eine Straße jagt - siehst du ja nicht. Ob er andere auf seine "Ausflügen" bedroht, beeinträchtigt oder in Sorge versetzt weißt du auch nicht.
Verwestes und Kot fressen - ist eine Gefahr für deinen Hund.
Und zu den Vorwürfen ich würde mich nicht um meinen Hund Sorgen dass ihm was passieren könnte, das tue ich sehr wohl. Ich leine ihn ja auch nicht mehr ab. Dass er immer wieder ohne Leine laufen durfte ist sicher unsere Schuld, es ist unser erster Hund und aus Unwissenheit dachte ich beim ersten Mal nicht daran dass es für ihn eine Gewohnheit wird. Und so wurde er wieder abgeleint.
Und wieder und wieder und wieder abgeleint...
Da war die Sorge jetzt wo? Es ist schön, dass du hier fragst aber das scheint ja sehr häufig vorgekommen zu sein.
Wenn er abhaut wirkt es mehr als ob er auf Streifzug geht, er schnüffelt am Boden erst in der Gegend und läuft im Kreis, bis er weiter sucht und irgendwann weg is, und sobald er in diesem Modus is war er nicht mehr rauszuholen.
...kann viele Kommandos, unter anderem das Kommando "Fuß" und "Hier".
Passt schon mal nicht wirklich zusammen. Entweder hört er oder er hört nur dann, wenn es gerade passt.
Außerdem habt ihr Vorwarnungen für das Verhalten und lasst ihn trotzdem ziehen?!
Ich will weder meinem Hund noch meinen Mitmenschen etwas böses und habe bisher auch noch niemanden in Gefahr gebracht, mein Hund ist keine freilaufende Tötungsmaschine ;-)
Ähm..... Deine Absicht klingt ja nett. Deine Handlung bewirkt aber potentiell genau das, was du angeblich nicht willst. Doch, du bringst Menschen in Gefahr! Dein Hund geht mal eben ne Stunde stiften - der kann dabei noch so nett und lieb sein, und dennoch Leute erschrecken. Jemand rutscht ab und verletzt sich. Jemand sorgt sich um den Hund und bringt sich bei der vermeintlich notwendigen Rettung selbst in Gefahr. Jemand hat vielleicht selbst einen Hund an der Leine, der auf andere nicht so freundlich reagiert - dein Hund will "mal Hallo sagen" und der andere Besitzer darf dann seinen Hund kontrollieren und sich deinen von der Backe halten. Jemand hat extreme Angst vor Hunden und steht dann einem freilaufenden Hund gegenüber... von euch Besitzern keine Spur und kein Laut.
Und das alles nur, weil dein Hund doch bitte leinenlos sein soll. Verantwortungs- und rücksichtslos ist gar kein Ausdruck. Von "Sorgen" seh ich da auch wenig. Wer sich wirklich sorgt, macht den Fehler doch nicht nochmal und nochmal und nochmal.
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Für mich passt bei deiner Beschreibung einiges nicht zusammen. Angeblich schon seit Monaten nicht mehr ohne Leine. Aber bei den Eltern dann doch wieder und das mehrfach (denn er ist ja "teilweise über eine Stunde weg")? Hund kann nicht schnell laufen aber euch entkommt er doch immer wieder? Dann kann er ja so langsam nicht sein, oder?
Und obwohl ihr ja vorher merkt, dass er in den "Tunnel" kommt und nicht mehr ansprechbar ist?! Selbst bei Vorwarnungen wie Kreislaufen usw. bleibt der dann ohne Leine? Aber ihr macht euch Sorgen?! Und das alles klingt nicht nach ein bis fünf Mal passiert. Sondern, als wäre das schon Usus.
Und nun zum Konstruktivem:
1. Stell dir das von außen vor. Da läuft immer wieder ein Hund alleine rum. Eventuell belästigt er euch. Vielleicht machst du dir auch einfach Sorgen. Was erwartest du von dem Halter? Sichern, anleinen, bei sich behalten?
2. Stell dir vor, mein Hund ist aggressiv aber mal ehrlich - ist doch kein Hundeleben nur an der Leine. Also lass ich den los. Oder mein Hund ist blind oder taub - aber immer an der Leine ist ja doof. Fändest du das in Ordnung? Dein Hund geht an der Leine nicht kaputt. Spaziergänge mit viel Abwechslung, über Hindernisse hüpfen, schnüffeln lassen, mal schneller laufen, Spuren legen oder Dummyarbeit bringt Abwechslung. Leine nur in absolut abgesicherten Gebieten (das heißt ausbruchsicher eingezäunt) abmachen. Das geht. Das muss kein Einschnitt sein.
3. Es kann sein, dass dein Hund trotz jahrelangem Training nie ohne Leine verlässlich abrufbar sein wird. Nie. Hunde können das wunderbar unterscheiden. Leine dran = komm ich ja eh nicht weg. Also kann ich mir auf Abruf auch das Leckerli abholen. Leine ab = ich geh dann mal wirklich Spaß haben und pfeif auf Leckerlie.
Kannst du damit leben? Kannst du dich so anpassen, dass der Hund gesichert bleibt und das Beste daraus machen?
4. Ziehen bei euch alle an einem Strick? Oder ist zu befürchten, dass andere ihn wieder von der Leine lassen werden, wenn du nicht dabei bist?
5. Kannst du deine Einstellung ändern?:
es ist einfach kein tolles Hundeleben diese Natur an der Leine erleben zu müssen
Das ist meiner Meinung nach Blödsinn. Wenn die Leine positiv verknüpft ist, ist das weder Einschränkung noch Strafe. Wenn wir gemeinsam die Natur entdecken, was Neues kennen lernen, durch die Gegend streifen - dann brauchen wir keinen Abstand von 20 Metern oder mehr. Und entweder machen wir das gemeinsam oder zumindest zusammen oder ich lasse meine Hunde halt stiften gehen. Alles bis auf das Stiften gehen funktioniert auch super mit Schlepp- oder Flexileine.
Sucht euch einen guten Trainer, der Abhauen an sich nicht für in Ordnung befindet. Findet euch mit dem Gedanken ab, dass er vielleicht nie ungesichert unterwegs sein kann. Oder, wenn ihr das nicht könnt, zieht die Konsequenz daraus und sucht Halter, die das können.
Es gibt Hunde, bei denen wird das leinenlos nie gehen - egal, wie viel Arbeit reingesteckt wird. Wenn das für dich/euch, kein Hundeleben ist oder ihr einfach nicht damit leben wollt / könnt, dann zieht lieber jetzt als später die Bremse.
Ich würde gerne sagen, du bemühst dich ja, das wird schon - aber im Eingangspost: "Anleinen ist kein Hundeleben". Dazu "er macht das seit Ende letzten Jahres" und als erster Hund ein Aussi mit unbekannter Vorgeschichte.
Und das Abhauen läuft jetzt so seit mindestens einem halben Jahr - denn er wird von dir ja erst seit zwei Monaten nicht mehr abgeleint. Außerdem kommt er "nass" zurück. In den Bergen? 
Das klingt so, als wärt ihr der Sache nicht gewachsen und zu unüberlegt rangegangen. Also entweder sucht ihr euch einen ordentlichen Trainer und ändert einiges radikal. Oder ihr sucht neue Besitzer.
Klingt gemein und hart. Aber ich hab schon für "Hund war mehr als einmal länger als ne Stunde allein unterwegs" absolut kein Verständnis. Da sollte auch beim Ersthund klar sein, dass es verantwortungslos ist.