Beiträge von straalster

    Auch ich find das immer wieder witzig, wie sehr Sexismus sogar auf Tiere übertragen wird. Rüden sind ja dieses und jenes. Hündinnen dafür so und so.

    Seit meinem 4. Lebensjahr gab es in meiner Familie nur noch Hündinnen. Ein Rüde (Deckrüde) war nach dem er "auf den Geschmack gekommen war" durch den Zaun ab auf die Straße und unter die Räder gekommen. Anscheinend einer läufigen Hündin hinterher. Danach kam meinen Eltern kein Rüde mehr ins Haus. Das ist schon ein paar Dekaden her.


    Ich wollte dann irgendwann einen Rüden, weil ich nach Jahren mit Mammatumoren und Pyometra einfach ein geringeres Risiko bei den Rüden sah. Zudem hat mir der Dicke auch keine wirkliche Wahl gelassen. Er hat mich ausgesucht, beschlossen, dass er mit mir mitkommt und mich um den Finger gewickelt. Die olle Schlaftablette. Wäre er aber zufällig eine sie gewesen - tja, dann wäre die Wahl trotzdem auf ihn/sie gefallen. Trotz all meiner "ich nehm aber nur einen Rüden!"-Vorsätze, muss ich das zugeben. Es passte einfach bei uns. Und da flitzten noch mehr als zehn andere Welpen rum, von denen mir einige optisch deutlich besser gefielen.

    Mit Kindern ist er noch ne Ecke geduldiger als meine Hündinnen.
    Er ist entgegen der anfänglichen Kritik (nimm bloß keinen Rüden!!!) der absolute Familienliebling geworden. War meine Senioren-Hündin aber auch. Mittlerweile sind von neun Hunden in der Familie vier männlich. Dabei hieß es vor seinem Einzug noch "Wie kannst du nur?" "Rüden sind so und so - das kriegste auch nicht raus!"

    Dafür erklären mir immer wieder alle möglichen Leute, dass meine Hündinnen zickig und launisch sein müssten - einfach, weil sie Hündinnen sind. Zum Glück haben die Mädels das noch nicht verinnerlicht.

    Mein Fazit: Ob Hoden oder Eierstöcke - es muss einfach passen und auch Hunde sollten nicht allein nach ihren jeweiligen Geschlechtsorganen beurteilt werden. Erziehen und managen musst du als Halter so oder so.


    Womit man als Halter eher umgehen kann, sollte natürlich eine Rolle spielen. Also:
    Hündin Schutzhöschen anziehen, damit keine Blutspuren hinterlassen werden. - Das muss nicht, kann aber notwendig sein. Dazu größeres Risiko und höhere Kosten bei ner eventuellen notwendigen Kastration.

    Oder eben der Rüde, der eventuell jeder Spur einer läufigen Hündin folgt, einen Vorhautkatarrh bekommen könnte, eventuell aufgrund höheren Gewichts schwerer körperlich zu kontrollieren ist.

    Mit 2,5 bis 3 intakten Hunden muss ich mittlerweile sagen: Das eine Geschlecht ist nicht einfacher oder anstrengender, als das andere. Es ist immer individuell.

    @Pan8dora - ich versteh die Ausgangslage nicht so ganz. Der Hund klingt der Beschreibung nach gestresst. Das kann sehr viele Gründe haben. Auch das "auf den Schoß nehmen" ist nicht automatisch Angst bestärkend. Es kann sein, dass das Schutz bietet und beruhigend wirkt. Aber eben nur dann, wenn der Mensch dabei passend vorgeht. Es kann sein, dass der Hund sich dabei noch bedrohter fühlt, weil er fixiert wird und sich nicht mehr zurückziehen kann.

    Was irgendwas davon mit Vermenschlichen oder damit zu tun hat, dass der Hund nicht weiß, dass er ein Hund ist, entzieht sich meinem Verständnis. Vielleicht kannst du da nochmal Klarheit schaffen.

    Herr Hund saß vorhin bettelnd, bittend und ningelnd auf der Couch am Dachfenster. Das Fensterbrett ist recht groß, passen so vier bis fünf Katzen bequem drauf. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Herr Hund anfragt, ob ich ihn mal eben hochheben kann - ist eben ein toller Aussichtspunkt und die Fellnase ist ja höflich, zudem kommt er da alleine eben nicht drauf.
    Also stand ich von der Arbeit auf, um ihm seinen Wunsch zu erfüllen - und schwupps, sprintet er los und auf meinen Platz, nimmt mein warmes Körnerkissen in Beschlag und grinst mich an.

    Endete dann darin, dass ich die Arbeit für den Moment Arbeit sein lassen und ihm den Bauch kraulen musste, während er bequem auf meinem Körnerkissen lag...

    Hallo @JoJo_89 du hast ja bereits viele Tipps bekommen aber vielleicht findest du unter den folgenden Hinweisen noch etwas Hilfreiches:


    1. Planung und neue Realität: Weißt du noch, wie das mit deinem ersten Kind war? Mal Vorfreude, mal Angst, mal Bedenken, ob das alles zu stemmen ist? Durchwachte Nächte, volle Windeln und Spuckflecken? Hattest du das so geplant? Hattest du dir das so anstrengend vorgestellt? Lagen da auch mal die Nerven blank?

    Ich würde darauf wetten, dass sich auch da der Plan erheblich von der Realität unterschied. Eben, weil Planung das eine ist - und Realität das andere. Während der Planung hat man einfach nicht all die Gefühle, die dann im Alltag bzw. in der neuen Situation da sind. Das geht allen so. Das Einspielen dauert und erfordert Geduld - aber es lässt uns auch wachsen.

    2. Perspektivwechsel: Du bist erprobtermaßen recht stressresistent, vermute ich mal. Ich mein, hey, 3 Kinder! Ich vermute jetzt mal weiter, dass da nicht immer von Anfang an alles superduper war, sondern du schon des öfteren Lösungen finden musstest. Wenn der Hund jetzt das vierte Kind wäre und du ihn nicht abgeben könntest, welche Lösungen würden dir einfallen? (Ich will damit ganz ausdrücklich nicht sagen, dass du den Hund nicht abgeben sollst - manchmal ist das die beste Entscheidung - aber wenn das so rein gar nicht ginge, was fällt dir dann zur Lösung der Probleme ein?)


    3. Sicherheit: Du kannst weder von deinen Kindern noch von dem Welpen erwarten, dass sie sich garantiert an die Regeln halten. Dazu sind alle noch zu jung. Sicherheit und Management obliegen also vollkommen dir. Da lässt sich nichts machen. Türgitter, Laufstall, Welpenauslauf beziehungsweise kein unbeaufsichtigtes Beieinandersein müssen erstmal Pflicht sein.

    Freitags gibt es ganz oft Brathuhn oder wie man hier sagt "Broiler".

    Ich hab vorhin das Essen geholt und erstmal den Korb mit Hähnchen für alle drinnen kurz im Flur stehen lassen, weil ich anderen Krams weggeräumt habe. Komme zurück und: Der Dicke liegt schnarchend, bewachend und mit im Schlaf wedelndem Schwanz neben dem Korb. Ich hab mich fast weggehauen. Wenn eine Katze näher kam, kam ein leichtes Knurren. Dann wieder Kopf ablegen, Schnarchen und "Wedel, wedel, wedel" xD

    Meine Oma hat immer mal wieder stark an sich gezweifelt. Kaffee eingeschenkt (Kaffee besteht bei ihr zu grob geschätzten 75 Prozent aus Sahne) aber sobald sie ihn trinken wollte, war die Tasse leer. Nicht ausgetrunken, sondern leer und sauber.

    Es dauerte Monate, bis auffiel, dass ihr Hund die Tasse in Rekordzeit austrank und blinkeblank ausleckte - während Oma gerade Zeitung las und sich damit zum einen selbst die Sicht auf die Tasse versperrte und zum anderen mit dem Papierrascheln die Schlabebrgeräusche überdeckte...


    Meine Senioren hat ja nie gebettelt. Ihre Methode war: Ich niese auf das Essen, das ich will. Funktionierte aber nicht bei allen. Von meiner Schwägerin kam zum Beispiel "Mir egal, ich ess das trotzdem."

    @hasilein75
    Eine mögliche psychische Erkrankung habe ich bereits erwähnt. Ich möchte mir da auch nicht ausgehend von einem Video eine Diagnose anmaßen, daher habe ich lediglich meine Eindrücke erwähnt.

    Drogen und psychische Erkrankung gehen ja auch nicht gerade selten Hand in Hand. Was den Umgang mit Betroffenen nicht einfacher macht.

    Wer damit keine Erfahrung hat, tritt da schnell auf eine Landmine. Wer nicht ruhig bleiben kann, weil er gerade selbst Angst hat, kann unvorhergesehene Reaktionen auslösen. Und nein, nicht durch das spöttisch angemerkte Entgleisen der Bahn - aber wann immer sich viele Menschen auf engem Raum befinden, kann die Dynamik recht schnell, recht gefährlich werden.

    Zudem setzt ein gemeinschaftliches, gezieltes Handeln eine gewisse Vertrautheit der Eingreifenden untereinander voraus. Die würde ich jetzt in einer Bahn nicht als gegeben ansehen. Sprich: Einer macht ne abrupte Bewegung, die Frau hängt mir im Gesicht. Nein danke. Würde ich (als jemand, der damit Erfahrungen gemacht hat) vielleicht noch alleine riskieren, aber beispielsweise nicht, wenn ich meine Schutzbefohlenen im Schlepptau habe.