Beiträge von straalster

    Es geht hier um die Vermittlung von Lebewesen an Lebewesen. Die einen sollen ein schönes, passendes Zuhause finden. Beide sollen einen passenden Wegbegleiter bekommen.

    Zu diesem Zweck gibt es bestimmte Regularien. Die können einem in den Kram passen oder auch nicht.

    Und ja natürlich steht das Tier beim Vermittelnden im Fokus und das Zuhause und die Halter werden passend danach ausgewählt. Was genau soll daran schlimm sein?

    Alle wählen doch ihre Tiere auch entsprechend ihrer Vorstellungen aus. Will doch keiner ein Kaninchen und holt sich stattdessen ein Pony.
    Warum darf ein Tierschutzverein nicht sagen: Für das Tier brauchen wir Halter und ein Zuhause, die den und den und den Punkt erfüllen. Und weil wir oft genug verarscht wurde, oft genug Lügen aufflogen und das dann für das Tier eine noch größere Belastung darstellt, prüfen wir nach so gut wir können.


    Die Einstellung: Jeder weiß es selbst am besten, welches Tier er sich anschafft und ob er die Verantwortung tragen kann - nee, die stimmt einfach nicht. Wüsste es jeder selbst am besten, dann gäbe es kaum noch eine Notwendigkeit für Tierheime. Dann wären die Kleinanzeigen nicht voller Tiere. Es gäbe keine ausgesetzten oder beim Umzug "vergessenen" Tiere.

    Und wieso ist eine Person mit anhaltenden leidensdruck nun ungeeignet als hundehalterIn?


    Also entweder man merkt es nicht oder es wird einen erzählt - womit Ehrlichkeit bestraft wird.
    Tiere können gerade bei Depressionen sehr hilfreich sein aber wenn eine Person tatsächlich so schwere Episoden hat das sie ihr Tier nicht versorgen kann braucht es Hilfe. Aber wie du sagst, meist geht es den Betroffenen auch für lange Zeit gut in denen sie auch gut für ein Tier sorgen können. Also statt das Tier zu verweigern fände ich es da angebracht einen notfallplan zu erarbeiten, zu hinterfragen wo das Tier bleibt in den Situationen. Es gibt immer Lösungen wenn man bereit ist danach zu suchen.
    Perfektion gibt es nicht.

    Die gibt es nicht und mit einem passenden - ich sag mal - Hilfsnetz, wäre das auch per se kein Ausschlussgrund für mich.

    Aber bei einem chronisch Kranken oder Menschen mit starkem Leidensdruck, da muss ich als Vermittler damit rechnen, dass:

    - die "Gefahr" der Rückgabe erhöht ist. Das ist ungünstig, wenn ein Tier wirklich Stabilität braucht und sich nicht mal eben so anpasst.
    - kann bei einem Tier mit eigenen Baustellen wirklich schnell und heftig nach hinten losgehen.
    - ein "Notfallplan" nicht reicht. Ein Notfallplan ist nämlich oftmals zeitlich begrenzt. Geht vielleicht gut, wenn sich jemand verletzt und mal eine Woche nicht kann. Bei mehreren Monaten in einer Tagesklinik wird es schon schwieriger.
    - es mehr Aufwand bedeutet, den ich eventuell nicht leisten kann.
    - das Tier eventuell einen Aufwand bedeutet, denn der Betroffene nicht leisten kann - auch wenn der gerade felsenfest davon überzeugt ist, dass er das kann. Nur so zum Beispiel Depression - ich weiß, wie sehr ich mich gequält habe. Ich weiß, wie wichtig mein soziales Netz in der Zeit war - ja, auch für die Tiere. Wäre ich in der Zeit nur auf mich allein gestellt gewesen, hätte ich es vielleicht auch noch irgendwie mit Biegen und Brechen hinbekommen. Aber in der Zeit so für ein neues Tier da sein, dass sich erstmal einleben muss... hätte ich nicht leisten können. Hätte mein Netzwerk nicht leisten können.

    Es gibt gerade für den letzten Punkt so viele Beispiele in meiner Erfahrung. Da sind Menschen (und ich kann sie verstehen) felsenfest davon überzeugt, wenn sie heute dieses Tier bekommen - dann wird alles besser. Dann sind sie bestimmt motiviert, werden geheilt, können sich zusammenreißen (was natürlich nicht funktioniert, weil ihr Leidensdruck nicht daran liegt, dass sie sich nicht zusammenreißen würden). Aber das kann ich und will ich den Tieren nicht zumuten. Das sind Lebewesen, keine Hilfsmittel.


    Es reicht doch ein Blick ins Forum um zu sehen, wie sehr der Welpenblues oder Neu-Hundeblues erstmal reinschlagen kann. Wie sehr ein Tier für eine Weile überfordern kann, bis man Lösungen und zusammen findet. Das kann man nochmal potenzieren, wenn es sich um ein TS-Tier und einen Halter mit psychischer Erkrankung handelt, der gerade eigentlich schon mehr als genug damit zu tun hat, sich um sich selbst zu kümmern und für sich selbst Hilfe zu finden.

    Ich will damit definitiv nicht alle Katzenhalter in eine Schublade stecken. Ansonsten würde ich die Katzen doch auch nicht weitervermitteln.

    Es gibt durchaus jede Menge sehr verantwortungsbewusste Halter - keine Frage. Es gibt Halter, die essen lieber selbst weniger oder billiger, damit ihre Vierbeiner bestens versorgt sind. Ich kenne auch Leute, die haben ihr Auto verkauft, um Tierarztrechnungen zu bezahlen. Es gibt Menschen, die ziehen um, weil die Katze lieber Teilzeit-Freigänger sein möchte. Gibt es alles.

    Nur glaube ich eben nicht, dass dass die absolute Mehrheit aller Katzen- bzw. Tierhalter ist.

    Darf man einfach so als normaler Mensch zum Einwohnermeldeamt gehen und Adressen überprüfen lassen?

    Klar. Ob du einen alten Freund zum Klassentreffen einladen willst, versuchst einen Schuldner zu finden oder jemandem die Post nachschicken möchtest - solange die betreffende Person keine Sperre drin hat (z.B., weil es sich um das Opfer eines Stalkers handelt) geht das problemlos.

    Kannst du sogar online anfragen.

    Dauert halt (ich glaube) bis zu zwei Wochen und du benötigst neben dem vollständigen Namen wahlweise letzte bekannte Adresse und/oder Geburtsdatum.

    Also früh am Morgen ist bei mir draußen noch nicht viel los und somit gehen wir nur unsere kurze Runde, wobei er sein Geschäft macht und natürlich die Zeitung ließt. (Straßenlaterne anschnüffelt)
    Während der großen Runde gehen wir auch einmal in die Stadt, dort sind dann Autos die auf der Straße fahren und jede Menge Leute. Um die Autos kümmert er sich eigentlich nicht und die Leute läßt er auch links liegen. Es sei denn es sind kleine Kinder die uns begegnen, die fragen dann immer gerne ob sie ihn streicheln dürfen. Das läßt er sich auch ohne böse zu werden gefallen.

    Die anderen beiden Runden sind so wie am Morgen.

    Sobald wir auf andere Hunde treffen, frage ich erst den Besitzer, ob sie sich näher kommen dürfen und dann erst dürfen sie sich auch beschnüffeln. Ein Hund braucht auch den Kontakt zu Artgenossen!

    Find ich bei weitem nicht zu straff, wenn er nicht überdreht wirkt oder sonstiges :ka:

    @straalster
    Danke für die Aufzählung, die ist übel genug, ich mag sie nicht zitieren :/

    Was soll ich sagen, ich bin total geschockt.

    Ach du, man gewöhnt sich fast daran und hasst manche Menschen nur ganz wenig....

    Katze anzünden und durchs Fenster oder über einen Zaun werfen - war hier auch mal Trend.

    Deswegen glaube ich einfach nicht, dass die meisten ihre Katzen dolle lieb haben. Weil ich eben in den Kreisen unterwegs bin, die die ungewollten Tiere auffangen. Und das kommt in so einer Masse vor, dass ich manchmal einfach nur noch weinen möchte.
    Für mich heißt das nicht, dass jeder Freigänger automatisch und absichtlich schlecht versorgt ist. Manchmal ist es auch Naivität, Gutgläubigkeit, Hoffnung der Halter.
    Schön ist es dennoch nicht.

    Ich bin leider fest davon überzeugt, dass Katzen schneller und unbedachter angeschafft werden, als so manch anderes Tier. Und das haben sie nicht verdient.

    Nein nein und nochmals nein, ich glaube nicht, dass das so ist. Die große Zahl der Freigängerkatzenbesitzer, das glaube ich, steht zu ihren Katzen.

    Hast du, außer deinem Gefühl, irgendetwas, was dich zu dieser Annahme bewegt?Ich glaube, dass die meisten der Katzenbesitzer wissen, dass eine Kastration sinnvoll ist, sowohl bei Katzen als auch bei Katern. Sofern man keinen Nachwuchs möchte.
    Auch aus praktischen Gründen, weil wenn eine Katze sich (trotz Freigang) auch in der Wohnung aufhält, es nur Nachteile hat, wenn unkastriert. Kater markieren (und das stinkt fürchterlich), weibliche Katzen werden rollig, und das ist auch nicht angenehm.

    Und das Chippen ist eigentlich Usus, wenn man eine Katze zum TA bringt. Und das macht eigentlich jeder, zum Untersuchen, ob sie gesund ist, und weil man eine Katze auch impfen lässt, zumindest ganz junge Katzen lassen fast alle impfen, gegen Katzenschnupfen.

    Ich mag keine Schätzungen abgeben, aber dass der Großteil der Menschen, die eine Katze aufnehmen, sie aussetzen oder ins Tierheim bringen würden, wenn es eine Pflicht für Chippen, Registrieren und Kastrieren geben würde, das kann ich nicht glauben.
    Eher kann ich mir vorstellen, falls diese Pflicht allgemein bekannt wäre, dass einige Menschen kein Katzenkind mehr aufnehmen würden.

    Ich zähle mal ein paar Fälle/Felle auf, die bei mir gelandet sind bzw., die ich erlebt habe:

    - Besitzer umgezogen, Katzen zurückgelassen - 300 Leute (Nachbarschaft) wissen ganz genau, dass diese Katzen zu diesen Leuten gehören. Wir haben die neue Adresse ausfindig gemacht, weil wir dachten, die Katzen wären aus Gewohnheit zurück zur alten Wohnung gelaufen... Da haben wir uns echt oft geirrt... ;) Denn die Katzen wurden ganz bewusst zurückgelassen und waren von den Leuten nicht mehr gewollt.

    - Katzen plötzlich bettelnd vor der Tür oder direkt in der Wohnung - Besitzer von zwei Türen weiter für ein bis zwei Wochen nicht Zuhause. Tja, waren im Urlaub und mir flog "Katzen versorgen sich draußen selbst" um die Ohren. Das war auch ganz falsch die bei extremen Minusgraden oder Wind und starken Regenfällen aufzunehmen. Jetzt sind die verzogen und kommen draußen nicht mehr klar.

    - Katzen wurden wegen Trächtigkeit abgegeben, weil: Kann nicht sein, dass die schon wieder Junge erwarten, die wurden doch immer nur tagsüber und auch nur kurz rausgelassen.
    Anscheinend brauchen Katzen den Schutz der Dunkelheit und ein stundenlanges Date, um schwanger zu werden...


    - Aushänge wegen gefundener Katzen gemacht. Als Antwort bekam ich sehr oft: "Ach, die war eh krank."


    - In sehr kurzer Zeit (maximal ein Monat) verschwanden hier nahezu 20 Katzen. Es gab genau zwei, zu denen Aushänge gemacht wurden. Eine davon war mein letzter Freigänger.


    Wie gesagt, über 100 Pflegefelle. Alle zumindest als Fundtier gemeldet - zwei kamen zu ihrem alten Besitzer. Zwei!

    Jetzt mal ungeachtet der Bauernhofkatzen, die ja doch eher einen verschwindend geringen Prozentsatz ausmachen:

    Sollte jemals die Pflicht zum Chippen, Registrieren und Kastrieren eingeführt werden - es wird eine Katzenschwemme in Tierheimen geben. Unzählige Katzen werden plötzlich vermeintliche Streuner sein.

    Und das definitiv nicht, weil alle so sehr an ihren Samtpfoten hängen. Sondern weil die Bindung dann doch nicht soweit reicht, das Geld dafür auszugeben und die nötigen Schritte zu gehen. Holt man sich eben ne Neue. Wie gesagt: Wegwerf-Artikel. Nicht für alle! Aber für einige.

    Und ich geh jetzt mal so ganz gemein davon aus: Wer seine Katze dem Risiko aussetzt, von Fremden eingefangen, gechippt und kastriert zu werden - der kann das Tier nicht so lieb haben. Wie gut diese Halter ihre Katzen versorgen und pflegen - naja...

    Ob die Regelungen zum Wohle der betreffenden Katzen sind... hm. Auf jeden Fall würden sie folgende Generationen verringern und ich glaube im Großen und Ganzen mehr Leid ersparen.