Beiträge von straalster

    Das sagt dir eventuell der Kontrolleur selbst oder der Verein, es lässt sich in Gesprächen nachprüfen.

    Hat aber nix mit meinen Beispielen zu tun. Wenn mir ein Interessent erzählt, er habe sich rundum informiert und dann nicht mal weiß, dass beispielsweise Welpen eben nicht mit 8 Wochen stubenrein sind und das Zwingerhunde oder Hunde von der Straße das ebenfalls nicht sofort sein werden.... Oder er davon ausgeht, dass der fremde Hund sofort von der ersten Minute perfekt auf ihn hören wird.... Oder, dass er den Hund sofort alleine lassen wird...

    Da bräuchte ich selbst gar nicht mal so viel Hundeerfahrung und Menschenkenntnis, um den als "ungünstigen" Halter zu enttarnen.

    Das Problem ist, das ein Hundeunerfahrener Mensch im ersten Schritt nicht weiß, was denn nun für den Kontolleur wichtig ist und was nicht. Der Kontrolleur selbst sollte es aber aufgrund von Erfahrung und Fachkompetenz wissen und im ersten Kontakt gezielt die richtigen Fragen stellen können.
    Kann er das nicht, sollte er wohl darüber nachdenken, ob er für Kontrollen zur Entscheidungsfindung geeignet ist.

    Ein hundeunerfahrener Mensch kann aber auch einfach vollkommen ungeeignet für einen TS-Hund sein, bei dem es meist Baustellen gibt.

    Wenn ich jemandem gegenüber sitze, der sich das gaaaanz genau überlegt hat mit dem Auslandshund oder dem traumatisierten Tier und natürlich schon supergut informiert ist - dem ich aber erklären muss, dass das Tier aus dem Zwinger nicht stubenrein sein kann, dem ich erklären muss, dass Treppensteigen nicht drin ist, Rauslassen nicht geht, Abruf nicht klappt und erst aufgebaut werden muss....

    Das ist so ein bisschen als käme ein Mensch zum Jagdhundzüchter, natürlich supergut informiert und haut dann raus "ich will aber ein Tier ohne Jagdtrieb".

    Ich bin kein Ratgeber für Leute, die sich selbst überschätzen und ich bin in erster Linie nicht für die da, die sich noch nicht einmal informiert haben - ergo auch so gar keine Ahnung haben. Ich kann mit Rat und Tat zur Seite stehen, als Anlaufstelle, als Feinschliff. Aber definitiv nicht für jemanden der meint: Ich hätte gerne ein Tier. Möglichst jetzt. Mich zu informieren war mir aber zu viel... Trotzdem weiß ich natürlich am allerbesten, ob ich mir ihr Tier zumuten kann."

    Das ist für mich übrigens ein No go.

    Wenn jemand sagt: "Hier stand das, da jenes - wir sind verwirrt" ist das eine vollkommen andere Geschichte.

    @straalster
    Ich zitiere von dir mal nur diesen Teil:

    Ich glaube, es gibt da ein grundlegendes Missverständnis. Wenn ich ein Tier aus dem TS holen möchte, will ich was von denen. Ich möchte, dass mir ein Lebewesen überantwortet wird. Also entweder, ich halte mich an die Regeln, kommuniziere, wenn mir etwas zu weit geht und bemühe mich - oder ich lasse es bleiben.„

    Das finde ich eine furchtbare Aussage.
    Richtig ist: Ich möchte einen Hund. Falsch ist zu sagen der TS möchte keine Hunde vermitteln. Also möchte beide Parteien etwas voneinander. Und da kann man nicht daherkommen und sagen:“Halte dich an unsere Regeln oder lass es bleiben“
    Kommunikation ist beidseitig, genau wie Respekt und Höflichkeit.

    Doch, kann man. Denn es handelt sich teils um Regeln, die auch der Verein einhalten muss. Ansonsten könnte er keine Tiere mehr retten.

    Wenn sich der Interessent nicht an diese Regeln halten kann oder möchte - tja. Dann ist das so. Dann kann die Vermittlung nicht zustande kommen.


    Überall sonst im Leben ist das auch so. Du willst eine Wohnung, der Vermieter will die vermieten. Stimmst du dem Mietpreis nicht zu oder bezahlst nicht - dann hast du keine Wohnung mehr und der Vermieter aktuell keinen Mieter.

    Der Verkäufer will seine Ware verkaufen, du willst den Preis nicht zahlen - dann behält der die Ware.

    Du willst ein Haus kaufen? Dann verlässt sich kein Schwein darauf, dass du das wirklich willst und auch wirklich die notwendigen Mittel hast. Du wirst finanziell von links auf rechts gedreht abgeklopft und hast sogar erstmal noch ne Frist, bevor es wirklich dein Haus ist. Könnten sich ja beide Seiten nochmal überlegen.

    Mal wieder genau on topic und zum Reindenken: Ein "was-wäre-wenn-Szenario."


    Du hast Tiere, in die du ganz viel Herzblut steckst. Du liebst diese Vierbeiner.
    Aber du kannst sie nicht behalten.
    Also beginnst du zu suchen. Natürlich hast du ganz genaue Vorstellungen davon, wo die Tiere am glücklichsten wären.
    Du weißt, was sie leisten können, was sie überfordert, kennst ihre Baustellen und weißt, was ein absolutes No-Go für diese Tiere ist.

    Als sich Interessenten melden, zeigst du dementsprechend Interesse. Du hast schon viel erlebt und fragst deswegen sehr genau nach. Natürlich möchtest du auch wissen, wo dein Tier hinkommt, also fährst du zum Besuch zu den potentiellen neuen Haltern. Im Vorfeld gibst du alles bekannt, was du machen wirst

    Dann kommt mal:

    - oh, wir haben uns geirrt: Und das Tier ist wieder bei dir. Das ist ungünstig, denn du hast den freien Platz schon wieder an ein anderes Tier vergeben.
    - oh, beim Besuch stellt sich heraus, dass die Angaben nicht stimmen: Du hast gerade Zeit und Geld investiert, um zu den Interessenten zu fahren, die sich in ein Foto verliebten und dafür lügen. Zeit und Geld sind bei dir aber ohnehin schon knapp bemessen, denn du rettest Tiere, hast einen Job und eine Familie.
    - wir wissen das am besten: Das Tier, das du aufgepäppelt und erzogen hast, das du am allerbesten kennst soll von Leuten übernommen werden, die dir gerade die Kompetenz absprechen. Die haben zwar Kinder, mit denen das Tier nicht klar kommt und auch keinen Garten, obwohl das Tier nicht drinnen zu halten ist. Aber sie versichern dir, dass bekommen sie schon hin. Immerhin haben sie Ahnung und wissen es am allerbesten, was sie schaffen.

    ...
    Lässt du dein Tier da?

    und genau da fängt bei mir ein @No Go“ an.
    Wer gibt denn vor, welche Informationen relevant sind? Für mich ist ADHS irrelevant bei der Frage Hund ja oder Nein, weil ich mich mit dem Thema gut auskenne und genau weiß wie mein Kind „tickt“. Oder die Frage nach der Berufstätigkeit. Wer sagt denn, das ein Hund nicht mit im Büro ist, ich von Zuhause arbeite oder andere Möglichkeiten habe?
    Und da wäre ein nettes, sachliches Gespräch hilfreicher um die Individualität eines Problems zu beurteilen, als ein „verarscht“ fühlen. Einen Bewerber nur aufgrund eines Umstandes abzulehnen , der vielleicht bei genauerem Hinsehen gar kein Problem darstellt, ist in meinen Augen ebenso arrogant, wie einen Hund als aggressiven Beisser zu verurteilen, nur weil er Artgenossen nicht mag, die zum „Hallo sagen“ vorbeikommen. Es gibt Dinge die sich durch ein nettes, höfliches Hinterfragen sehr schnell relativieren.
    Und wenn etwas unklar ist, dann greife ich erstmal zum Hörer und frage telefonisch nach. Das kompensiert den Zeitaufwand erheblich und die VK kann im Vorfeld schon abwägen. Und was mn bis dahin nicht herausgefunden hat, war wohl auch nicht so wichtig oder es wurden die falschen Fragen gestellt. Wirklich Relevantes, grundlegend wichtiges, sollte man schnell herausgefunden bzw. abgeklärt haben.
    Das Argument „Zeitverschwendung“ darf es im TS nicht geben.

    Und genauso wie du das bei deinem Kind weißt, weiß der Vermittler das hoffentlich von seinem Tier/ seinen Tieren und kann beurteilen, ob das geht oder nicht.
    Genauso wie sich der Vermittler laut einiger hier darauf verlassen soll, was ihm erzählt wird, am besten ohne Kontrolle und mit möglichst wenig genauem Nachfragen - muss sich doch auch ein Interessent verlassen, wenn da ein ganz klares "Nein" kommt. Oder?
    Denn genau darauf läuft es bei einigen hier hinaus: TS-Vereine und Vermittler mögen doch bitte hinnehmen, Geduld bewahren, nachfragen und alles klären - aber dann bitte nicht so genau, dass es irgendwie an der eigenen Privatsphäre kratzen könnte.

    Ich glaube, es gibt da ein grundlegendes Missverständnis. Wenn ich ein Tier aus dem TS holen möchte, will ich was von denen. Ich möchte, dass mir ein Lebewesen überantwortet wird. Also entweder, ich halte mich an die Regeln, kommuniziere, wenn mir etwas zu weit geht und bemühe mich - oder ich lasse es bleiben.
    Ist ganz oft im Leben so: Wenn ich eine Fahrerlaubnis will, dann durchlaufe ich das Prozedere. Das interessiert keinen, dass ich beim Fahren nicht auf die Finger geschaut haben möchte. Entweder ich mach das mit - oder ich hab keinen Führerschein. Gehe ich mit dem einmal erworbenen Privileg, fahren zu dürfen, unverantwortlich um = dann ist der Führerschein eventuell weg. Ganz normal, oder?

    Die Vermittler und Kontrollen sollen eine Schulung durchlaufen. Ganz normal, oder? Aber die Interessenten abklopfen, die letztendlich Verantwortung für das Tier übernehmen sollen??? Uuuuuuh, ganz böse. Da ist schon ein Besuch zuhause teils ein viel zu großer Eingriff. Den Aufschrei möchte ich sehen, wenn Interessenten eine Schulung durchlaufen sollen, bevor sie überhaupt für ein Tier in Betracht gezogen werden.

    "Das Argument „Zeitverschwendung“ darf es im TS nicht geben." Doch, das darf es. Nicht in Bezug auf die Tiere, dann sollte man es lassen.
    Aber in Bezug auf "Passt bei uns, wir versprechen Ihnen alles, was sie hören wollen"-Menschen. Und das Argument sollte es geben und gibt es. Auch das ist ein Aspekt des Aussiebens von Interessenten. Auch daher gibt es ganz klare Ausschlusskriterien - um keine Zeit zu verschwenden, die man eigentlich besser in Tiere investiert oder in Stellen, wo man zu einer Lösung kommen kann.

    Natürlich kann das "wie" eine Rolle spielen, vielleicht auch die Begründung dahinter.
    Aber sieh vielleicht auch mal noch die andere Perspektive:

    Da setzt sich jemand hin und geht auf Fragen von Bewerbern ein. Stellt vielleicht schon mal eine Auswahl eventuell geeigneter Tiere zusammen.
    Dann fährt er los zur VK und stellt dabei fest - oh, da gibt es ein (für denjenigen relativ klares) Ausschlusskriterium.
    Warum hat der Bewerber das denn nicht erwähnt?
    Dieses Ausschlusskriterium kann bestehen, weil sich im gesamten Verein oder bei diesem Vermittler kein geeignetes Tier finden wird.
    Von mir würde beispielsweise eine Familie mit ADHS-Fall kein Tier haben können, weil das einfach nicht passt (im Sinne von meine Tiere würden in die Situation nicht passen) . Und je nach Ausprägung und Umgang damit würde ich vielleicht auch einschätzen, dass da eventuell gar kein TS-Tier passt.

    Jetzt ist also dieser Vermittler/Kontrolleur/ was auch immer, extra zu dir gefahren und erfährt nun, joah - passt eventuell gar nicht, für keins unserer Tiere. Da stecken Zeit, Mühe und Arbeit drin, die nun völlig vergebens sind. Und es hätte einen Satz des Bewerbers im Vorfeld in einer Mail oder am Telefon benötigt, um das schon zuvor zu klären. Um die simple Frage zu beantworten: Geht das überhaupt, wenn bei uns diese Besonderheit vorliegt?

    Natürlich sind Vorkontrollen genau dafür da, rauszufinden, ob das überhaupt geht. Aber wenn etwas vergleichsweise Offensichtliches erst beim Besuch (nach drei Mails und zwei Telefonaten) rauskommt - ganz ehrlich, da bin ich auch erstmal skeptisch bis pissig. Klar, wenn es abgesehen davon passen würde und sich eine Lösung finden lässt - dann kann man beraten und schauen.

    Aber auch die Vermittler sind nur Menschen, die sich mal dezent verarscht fühlen können und denen der Sinn dann vielleicht nicht danach steht, noch ganz lieb, geduldig und nett aufzudröseln und zu klären, warum der Bewerber - der ohnehin schon einiges an Zeit in Anspruch genommen hat - eine offensichtliche Besonderheit nicht erwähnt hat.

    Ich finde Tierschutz wichtig. Ich mag Züchter.
    Ich beantworte gerne Fragen zu meiner Motivation einen Hund nehmen zu wollen und was ich einem Hund bieten könnte. Ich höre gerne Ratschläge und Tipps zu diesem oder jenem Hund oder einer Rasse und finde es wichtig die Macken und das Wesen eines potentiell für mich interessanten Hundes zu kennen, um ihn in unser Leben bestmöglich integrieren zu können. Ich freue mich auch über Menschen, denen das Wohlergehen ihres „Schützlings“ wirklich und aufrichtig am Herzen liegt.

    Was ich überhaupt nicht mag (und da ist mir völlig egal ob Tierschutz oder Züchter) sind Übergrifflichkeiten, überzogene Neugier, Schubladendenken, Privatsphärenverweigerer und Gutmenschegos die nicht durch meine Tür passen.
    Denn ich muss mich nicht bevormunden oder in meiner Lebensweise verurteilen lassen müssen, weil ich nicht in die Ponyhofweltanschauung eines Moralapostels passe, der sich über die „Ich-tue-Gutes“ Schiene profiliert.

    Das ist dein absolutes Recht und auch ein Grund, warum ich die Aufregung nicht ganz verstehe.

    Jemand will keine unangemeldeten Besuche bei sich zuhause - in dem Verein sind diese aber Pflicht? Da ist der Fall doch erledigt. Muss sich keiner gegen seinen Willen antun.

    Jemand steht vor der Tür und will rein, der Bewohner will das nicht - Tür zu.

    Wird doch keiner mit einer Waffe bedroht, sondern es ist an sich rein geschäftlich. Seite A sagt, wenn sie ein Tier von uns wollen, dann gelten Regeln 1 bis 12. Entweder nimmt Seite B das hin oder lässt es bleiben, weil sie die Regeln doof findet.

    Wenn jemand etwas benutzt, muss ich davon ausgehen, dass er Grundlagen beherrscht oder ich kläre darüber auf.

    Ich kann doch auch mein Kind nicht Auto fahren lassen, obwohl es das nicht kann und danach sagen: "Ähm, das kannte eben die Risiken nicht." Strafe und Konsequenzen sieht das trotz dieser Unwissenheit nach sich.
    Ich kann auch mein Tier nicht über die Straße laufen lassen und danach sagen: "Das ist jetzt aber unfair, dass es überfahren wurde, dass wusste es nicht besser." Verletzt oder tot ist es danach trotzdem.

    Und auch wenn der Begriff "Stalking" so gerne geworfen wird (obwohl eine Internetsuche noch lange kein Stalking ist) und ich die Vergleiche hier teils absurd finde: Es gibt durchaus gravierende Fälle, wo so eine Suche im Internet - schlicht und einfach öffentliche Posts - hilfreich sein können. Dabei geht es nicht um Urlaub oder Gewohnheiten.

    Würde sich beispielsweise ein Vitus F. Porschow bei mir melden und ich gebe den Namen in eine Suchmaschine ein - joah, brauch ich gar kein weiteres Gespräch führen.

    Ich verstehe den Gedankengang wirklich nicht.
    Wenn ich irgendwas öffentlich im Internet schreibe, dann kann das absolut jeder Mensch auf dieser Welt sehen, der einen Internetzugang hat. Aber wenn das jemand nachliest, der mir ein Tier überantwortet, dann geht das zu weit?

    @wiejetztich: Nö, deswegen habe ich Vorhänge an den Fenstern. Ich hab auch ein Schloss an der Tür und am Auto.

    Aber dieser Internetvergleich ist für mich wie:

    Ich stehe in einem Geschäft und probiere Kleidung an. Dabei ziehe ich mich öffentlich aus und erwarte dann, dass bitteschön alle weggucken. Klar, ich hätte halt auch eine Umkleidekabine nutzen können. Aber es sollen halt alle weggucken.
    Das funktioniert so nicht.

    Wenn ich Privatsphäre will, dann poste ich es nicht öffentlich im Internet. Wenn ich nicht will, dass mir jemand ins Fenster schaut, dann sorge ich dafür, dass das nicht geht.

    Ich gehe jetzt mal von öffentlichen Posts aus und die sind für mich ebenso, wie alles, was ich in der Öffentlichkeit sage.
    Kann mich doch nicht in eine Menschenmasse stellen und sagen "hört mal alle weg, ich sag jetzt was öffentlich aber keiner soll es hören" :ka: Ich kann auch kein Schild in meinen Vorgarten stellen und erwarten, dass es keiner liest.

    Das hat für mich weder etwas mit verletzter Privatsphäre (denn die Posts sind öffentlich), noch mit Diebstahl oder sexueller Belästigung zu tun. Ich gehe dabei nicht an das Eigentum einer fremden Person, lese weder Privatnachrichten noch das Tagebuch. Ich sehe lediglich was diese Person ganz freiwillig öffentlich von sich preisgibt.