Beiträge von straalster

    Offen gesagt und mal ohne Nettigkeit: Hä??? Da hat ein Hund sehr kurz nach der OP, sehr wahrscheinlich unter fiesen Schmerzen, mal mit Abwehr reagiert als sie rabiat behandelt wurde. Eine Woche nach der OP wird wieder an ihr rumgemacht. Das hat nix mit "bei der Erziehung durch die Lappen gegangen" zu tun. Das ist Schmerz und Angst, die die Abwehr verursachen. Woher soll denn das Vertrauen jetzt schon wieder kommen?

    Sie zeigt ein ganz normales Verhalten = Angst und dadurch Abschnappen. Und wird dafür des Zimmers verwiesen. Weil sie dir in diesem Moment nicht vertraut hat. Das ist keine Erziehungsgeschichte! Dein Hund hat gerade mehrfach traumatische Erlebnisse hinter sich und du hast sie nicht ihren Bedürfnissen entsprechend geschützt - wolltest sie dafür aber schon wieder testen. Da fehlt eindeutig Vertrauen und aus Perspektive deines Hundes ganz berechtigt.

    Vielleicht hast du auch selbst Angst vor deinem Hund und testest deswegen schon wieder, anstatt mit Verständnis zu reagieren?

    Bei allem "mit positiver Verstärkung arbeiten" klingt dein letzter Post für mich sehr danach, als habe der Hund zu funktionieren und überhaupt nicht nach "zu sehr Hund sein lassen".

    Eine an sich müßige Frage, da man keine Antwort finden wird, aber:

    Wie hätte es wohl ausgesehen, wenn der Jogger nicht selbst Hundehalter wäre? Oder anstelle eines Hundes ein Kind dabei gehabt hätte?

    Ich hatte gerade den Gedanken, dass es vielleicht zu dem Gedankengang kam: Der ist selbst Halter, der muss das ab können und anders damit umgehen. Was ich auch nicht fair fände.

    Das war auch keine Kritik, @Volker80 - das waren nur Fragen, um die Gründe dahinter zu verstehen. Es hätte ja auch jetzt schon gesundheitliche Ursachen geben können oder aber du versprachst dir davon eine Lösung von eventuellen Verhaltensproblemen.

    Die Kastration hat zu jedem Zeitpunkt ein Für und Wider. So zeitig wie bei deiner Hündin oder gar im Welpenalter kann es eben passieren, dass der Hund in der Entwicklung "steckenbleibt". Damit lässt sich umgehen, es hilft aber dem Halter, wenn er darüber Bescheid weiß.

    Ich würde bei deinem Hund von einem einmaligen Erlebnis ausgehen. Zu den Schmerzmitteln hast du dich ja nicht geäußert - aber vielleicht war die Medikation auch einfach zu gering, was die Reizschwelle natürlich nochmal senkt.

    Und an deiner Stelle (gegen die verständliche Unsicherheit), würde ich mir einen Plan machen. Das ist jetzt bescheiden gelaufen aber daran lässt sich ja nichts mehr ändern. Du kannst nur schauen, was du in Zukunft anders machen magst. Wenn dir das ein wenig Sicherheit gibt, kannst du auch wieder mehr Sicherheit ausstrahlen.

    Leider fällt mir in den letzten Jahren vermehrt auf (Ohgott, ich werde scheinbar alt), dass Höflichkeit und Rücksicht bei vielen Menschen keine Rolle mehr spielen. Der eigene "Liebling" soll sich ungehemmt ausleben können und andere Menschen haben das "süß" zu finden...Leider auch ein Trend in der Kindererziehung...

    Ich glaube, das sind gar nicht unbedingt Trends, die zu mehr Rücksichtslosigkeit generell führen. Wie sagten schon die Großeltern unserer Großeltern: "Früher hätte es das nicht gegeben!"

    Irgendwann fällt es einem nur mehr auf. Vielleicht, weil so eine "Welle" gerade durch einen eigenen Interessenbereich geht. Vielleicht, weil es ein bisschen mehr publik gemacht wird. Oder weil man sich selbst in einem Ballungsgebiet befindet bzw. die Menschendichte und damit auch die Haustierdichte am eigenen Wohnort zunimmt.

    Ich bin inzwischen dazu übergegangen, ihr drinnen, wenn sie eine Pfütze oder Haufen macht, zu sagen, dass das nicht ok ist.

    Das finde ich generell bei der Stubenreinheit sinnvoll - auch wenn ich dafür schon kritisiert wurde.

    Ich glaube, es ist für Hunde verwirrend, wenn:

    Draußen ne Party gefeiert wird aber drinnen scheint das Lösen auch okay zu sein. Verliert keiner ein Wort drüber und es wird weggewischt. Woher soll der Hund denn wissen, dass das nicht erwünscht läuft. Sagt doch keiner was dazu. Wischt der Zweinbeiner weg und gut.

    Wenn ich nicht möchte, dass der Hund auf die Couch springt oder meine Schuhe frisst, verbiete ich es doch auch und biete Alternativen an. Das ist doch viel klarer.


    Deswegen sage ich dabei ein klares "nein", wenn ich den Hund "erwische". Ansonsten eben gut beobachten und Alternativen bieten - wenn er sucht "nein" und sofort rausbringen, längere und/oder häufigere Spaziergänge, darauf achten, dass sich der Vierbeiner draußen in Ruhe lösen kann usw.

    @Mahei07: Ich wollte dir noch einmal schreiben, weil ich deine Schilderung sehr gut verstehen kann.

    Man vermisst und wünscht sich diesen Lebensbegleiter zurück, trauert, hat Schmerzen - und irgendwann möchte man, dass dieser Schmerz einfach nicht mehr da ist. Dass man das Schöne sehen kann. Sich an die tollen Sachen erinnert.

    Bei Menschen ist das oftmals noch "relativ einfach" - wobei es auch da wahnsinnige Unterschiede gibt. Aber man kann sich meist noch mit anderen unterhalten und austauschen, die den Menschen ebenfalls kannten. Da kommt auch unter Tränen schneller ein Lächeln zustande, wenn jemand meint "Weißt du noch, als xy das und jenes gemacht hat?".
    Wie du schon sagst, wird die Trauer da eher verstanden.

    Aber schäm dich bitte nicht, weil du um deinen vierbeinigen Begleiter trauerst. Schließlich hat er dich lange lange begleitet. Er verdient die Trauer und deine Wunden müssen heilen.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn du hier etwas Trost und die Gelegenheit findest, schöne Erinnerungen zu teilen - wenn dir danach ist. Oder auch die aktuell starken Schmerzen rauszulassen.


    Meine Herrscherin des Universums, Seelenhund, geballte Power im Mini-Format, Begründerin des Rudels, weil sie immer alles und jeden adoptieren musste - starb vor fast drei Jahren. Und sie ist immer noch da.
    Gerade treibt mir ihre körperliche Abwesenheit die Tränen in die Augen. Aber meistens freue ich mich, wenn mir ihr Pfotengeruch (altbackene Brötchen) in die Nase steigt oder ich eine Erinnerung habe. Oder ich sie versehentlich auch noch zum Essen rufen will.
    Der Schmerz wird weniger. Gib dir einfach Zeit und die Möglichkeit, ihn zu durchleben.

    Ein Tierarzt der nach 30 Jahren behauptet er hätte "so ein Verhalten noch nie gehabt" hat entweder Alzheimer oder den Schuss nicht gehört.
    Da wird wohl lieber dem wehrhaften Hund eine Verhaltensstörung angedichtet als mal sein eigenes Auftreten zu überdenken..

    Davon gibt es leider einige.


    Danke für deine Antwort! Sie ist 1 Jahr und 4 Monate und die Kastration hat aus genau dem Grund nach der ersten Läufigkeit stattgefunden.

    Dachtest du, @Volker80 - wenn du die erste Läufigkeit abwartest ist es keine Frühkastration mehr?
    Und aus welchem Grund hast du sie kastrieren lassen?

    Das kann unter anderem wichtig sein, um deine Erwartungen besser zu verstehen und Hinweise geben zu können.


    Hier aber schon mal ein paar Tipps für den nächsten TA-Besuch bzw. die Auswahl eines solchen und auch zum Umgang mit dem Hund:

    1. Sprich alles vorher ab und sag ganz klar, was "erlaubt" ist an deinem Hund und was nicht. Das verhindert solches Überrumpeln vielleicht nicht mit 100%iger Garantie aber es gibt dir eine ruhigere und sicherere Grundlage.

    2. Schau mal bei deiner Hündin, ob sich in sonstigen Bereichen das Verhalten ändert. Das meine ich jetzt nicht auf den Biss bezogen - den ich sehr sehr verständlich finde. Frische OP-Naht, ohne die Sprache der umgebenen Wesen zu verstehen, kurz nach der traumatischen Erfahrung in fremde Hände gegeben zu werden und dann an einem fremden Ort aus der Narkose zu erwachen - da beißt oder schlägt jeder um sich oder ist zumindest in Panik. Ich vermute mal, dass da auch einige Zeichen der Abwehr im Vorfeld ignoriert wurden. Und irgendwann ist bei jedem die Grenze erreicht.

    Es gibt aber auch so etwas wie Narkoseschäden, nach denen sich das Verhalten erheblich verändern kann.


    3. Welche Schmerzmittel hat sie bekommen, in welcher Dosis und wie lange? Ich habe schon sehr oft erlebt, dass Tiere mit Schmerzmitteln gnadenlos unterversorgt werden.


    Wer behauptet, dass ein Hund auch unter solchen Umständen nicht beißen darf, den möchte ich mal in diese Situation bringen. Mal sehen, wie schnell derjenige um sich schlägt, kratz beißt....

    Hab jetzt nicht alles gelesen - daher entschuldigt, wenn ich es gegebenenfalls wiederhole:

    Ich erkenne bei Urteil und Link keinen "Freifahrtsschein", nun auf Hunde einzuprügeln. Auf Abstand halten und bei Bedarf wehren war schon immer zulässig.

    Auffallend und warnend an dem Urteil ist doch bestenfalls, dass die Halter des nicht abrufbaren Hundes dann eben für Schäden haften müssen. Das ist aber auch nicht neu und ebenso der Fall, wenn mein Hund jemandem ins Auto rennt und ich als Halter das nicht verhindert habe. Da hafte ich auch für Sach- und Personenschäden.

    Erschwerend kommt in dem Fall ja auch noch hinzu, dass in dem Gebiet Leinenpflicht herrschte. Da finde ich das Urteil erst recht verständlich. Der Jogger ist nicht über die Hundewiese gerannt und hat dann alle aufgefordert, ihre Hunde anzuleinen. Der war in einem Gebiet unterwegs, wo er eigentlich davon ausgehen darf, dass da keine freilaufenden Hunde rumrennen.

    Ob sein angeleinter Hund (an der Leine) unverträglich ist, Angst vor anderen Hunden hat, gerade läufig ist, blind ist oder der Jogger selbst Angst vor fremden Hunden hat ist doch vollkommen egal. Es ist auch egal, ob der Hund "spielerisch um ihn herum tänzelte" oder aggressiv war. Der Hund war leinenfrei in einem Gebiet mit Leinenpflicht mit nicht funktionierendem Abruf unterwegs und die Halter waren zudem nicht schnell genug, ihn von dem Jogger abzuholen.

    Ich find eher unverständlich, dass das vor Gericht gegangen ist. Die Sachlage ist doch eigentlich ganz klar.

    @Mahei07 - vielleicht könnte dir das Buch helfen:

    Das fand ich ganz gut, weil es da kein "falsch" oder "übertrieben" oder was auch immer gibt. Trauer ist individuell und ein Prozess.


    Ein Wesen, mit dem du 17 Jahre dein Leben geteilt und viel erlebt hast, kann den Alltag nicht mehr mit dir bestreiten. Ob du vier Wochen oder vier Monate weinen möchtest oder musst, in vier Jahren nochmal weinst - all das ist zutiefst verständlich. Fühl dich deswegen bitte nicht schlecht oder setz dich unter Druck. Das funktioniert sowieso nicht.