@Selinah: Du hast meines Erachtens nach viele Alarmglocken schrillen lassen und das Pferd von hinten aufgezäumt.
Wie schon mehrfach erwähnt:
"Den möchte ich haben aber wenn es der nicht wird hab ich hier noch 23 andere Favoriten"
Das wirkt wahllos und als wärst du allein nach der Optik gegangen, hast dafür aber über die Probleme hinweg gesehen. Zumal dir das Tierheim doch sehr wohl konkret gesagt hat, warum dieser und jener Hund nicht passt (ländliche Gegend gesucht, passt nicht zu kleinem Hund, ist noch nicht so weit usw.). Diese Gründe hast du selbst aufgezählt.
Zudem wirkst du dadurch uninformiert und ja, auch unerfahren. Du hast eine Liste mit Hunden, die beißen, jagen, schwierig sind und und und aufgestellt - die alle deine "Favoriten" sind. Das lässt wie gesagt Alarmglocken schrillen und lässt einen Rückschluss darauf zu, dass du wenig Erfahrung hast.
Mit Hunden aufzuwachsen ist immer noch was anderes, als schon selbst die Verantwortung für einige Fellnasen getragen zu haben. Und wenn man diese Verantwortung tatsächlich verantwortungsbewusst getragen hat und vielleicht auch ein paar schwierige Fälle/Felle darunter hatte, geht man nicht mit ner langen Liste ins Tierheim. Dann weiß man sehr genau, was man kann und was nicht. Und dann geht man stattdessen mit einer Liste ins Tierheim, auf der deine Anforderungen und all das stehen, was du leisten kannst. Ganz realistisch. Nicht "ich trau mir das aber zu", sondern:
- ich hab einen kleinen Hund --> Zweithund darf also nur Gewicht bis xy haben, muss verträglich sein und sich als Zweithund eignen
- mein Hund ist neun Jahre alt und ich will zu Gassitreffen (warum kannst du das eigentlich nicht mit dem Hund allein?)--> möglichst eher ein ruhiger Genosse, der gerne und gut spazieren geht und artgenossenverträglich ist
- ich arbeite x Stunden täglich, mein Hund wird so und so versorgt, im Urlaub oder Krankheitsfall habe ich Plan B, C, D bis Z für die Betreuung
- für die Eingewöhnung könnte ich mir so und so viel Zeit nehmen
"Welche Hund können Sie mir empfehlen? Mit welchem dürfte ich vielleicht erstmal Gassi und wenn das passt schauen, ob er sich mit meinem verträgt?"
Auch da hilft es, wenn du dich umfassend im Vorfeld informierst. Durchstöber den Internetauftritt. Bei manchen Tierheimen wird eine Schulung verlangt, bevor du Gassigänger werden darfst. Das steht dann meist auch auf der Website.
Und versuch mal, die Sicht der Pfleger einzunehmen. Da kommt jemand, der sich mal eben über 24 Hunde informieren und zu jedem erklärt haben möchte, warum der denn nicht passt - sich im Vorfeld aber scheinbar wenig Gedanken darum gemacht hat, was in seine Lebenslage passen könnte und was gar nicht geht.
Zu der Vorkontrolle - warum solltest du die zulassen, wenn es dann gar nichts passendes gibt. Hm. Vielleicht kommt ja morgen oder nächste Woche das passende rein? Und warum sollte das Tierheim die nicht machen, bevor sie dir das passende empfehlen kann oder überhaupt erstmal sehen kann, ob ein Zweithund reinpasst? Es ist doch Quatsch, dir zu empfehlen und dich zu informieren - und damit mal so im Klartext gesprochen - Zeit zu verschwenden, wenn ein Zweithund einfach nicht geht. Oder wenn nur ein Zweithund mit sehr besonderen Eigenschaften passt.
Ich zitiere dich mal "Mein einziges Argument war dann nur noch, dass ich mich der Herausforderung stelle, und ich mich dem gewachsen fühle." Weißt du, wie viele genau das behaupten - bei denen der Hund dann ganz schnell wieder im Tierheim oder woanders landet? Bei dir kommt dann auch noch hinzu, dass du tatsächlich unerfahren bist und sehr beliebig vorgehst - beides an der Liste zu bemerken. Da sind Probleme oder Rückgabe schon fast vorprogrammiert, wenn der Hund nicht sehr gut passt.
Für die Hunde heißt das dann oft neue Baustellen, weil es der "ich trau mir das zu"-Adoptierer versemmelt hat. Und es heißt dann auch "Hund war schon so und so oft vermittelt" - was nicht unbedingt die beste Werbung für das Tier ist.