Aber, und das ist eine wirklich ernst gemeinte Frage: kann sich jemand, der selbst noch nie eine Behinderung hatte, wirklich vorstellen, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen?
Welche Probleme es da im Alltag gibt, welche nicht? Was derjenige leisten kann und was nicht?
Das, was man sich da zusammenreimt, basiert ausschließlich auf Hörensagen, möglicherweise Beobachtungen aus dem bisherigen Leben, aus dem, was man so liest oder im Tv sieht. Daraus formt man sich ein Bild im Kopf und macht es zu seiner persönlichen Wahrheit.
Ob Behinderung oder Krankheit, ob physisch oder psychisch - keine Erfahrung ist für jeden Menschen gleich. Allein schon Depression erlebt jeder anders.
Dennoch gibt es einige Faktoren, die sich nicht durch das persönliche Weltbild oder die persönliche Erfahrung einfärben oder wegwünschen lassen.
Ein Rollstuhlfahrer benötigt länger, um zu wenden und damit wenn nötig anderen Hunden auszuweichen. Er kann auch nicht mal eben aufs Feld, um seinen Hund aufzuheben, wenn der grade mitten im Schlamm umgeknickt oder umgefallen ist. Dann würden nämlich beide festsitzen.
Depression - hm. Kann der Mensch morgen, nächste Woche, nächsten Monat noch mit dem Hund raus, wenn es wieder schlimm wird? Oder hängt der Hund dann fest? Solange es ein soziales Netz gibt, wo das auffällt und abgefangen wird - alles iO. Aber ansonsten... Mag ich keinem Tier antun.
Gibt nicht umsonst Therapietiere, Servicetiere mit spezieller Ausbildung, die so einiges abkönnen müssen - sonst werden sie für diesen Job nicht zugelassen. Aber die sind ja teuer.