Beiträge von straalster

    Wie gesagt, @Flauschig - bei mir ist es zumindest so, dass es kein automatisches Ausschlusskriterium ist. Es muss nur eben passen und es muss eine Absicherung geben. Diese Absicherung lässt sich teils auch mit dem betreffenden Verein planen.

    Eine gute Bekannte von mir nähert sich der 80. Ihre Katze ist 6 Jahre alt und kam als Pflegefell mit gerade so 8 Wochen zu ihr. Mit dem Verein ist geregelt, dass im Fall der Fälle (Krankheit, Unfall, Tod), ihr geholfen und das Tier versorgt wird, sofern ihre Kinder diese Aufgabe nicht übernehmen (können).

    Ein anderer Bekannter, phasenweise stark depressiv, ging lange Zeit als ehrenamtlicher Helfer in den Katzenschutz, weil er isoliert war und ohne soziales Netz kein Tier bekam. Jetzt hat er durch diese ehrenamtliche Arbeit ein soziales Netz und auch zwei Katzen zuhause. Wenn der nicht erreichbar ist oder zur gewohnten Zeit aufdauzt, stehen bei ihm Freunde vor der Tür. Freundschaften, die er zuvor nicht hatte und auch nicht gemacht hätte, wenn ihm einfach ein Tier gegeben wurden wäre.

    Nur mal so als Beispiele.

    Aber dafür muss eben auch eine gewisse Offenheit und Bereitschaft mitgebracht werden. Selbst wenn es gerade nicht sofort mit dem eigenen Tier klappt - es gibt Wege. Und manchmal sind diese Wege besser, als auf Teufel komm raus und mit Verheimlichen ein Tier zu übernehmen.

    Wenn die gesundheitliche Seite abgeklärt wurde, möchte ich dir noch etwas anderes zu Bedenken geben:


    "Wenn ich sie beachte, bekommt sie ja ihren Willen."


    Umkehrschluss: Wenn du sie nicht beachtest, brichst du ihren Willen.
    Diese Einstellung ist weit verbreitet und ich hatte sie auch mal. Aber das ist leider auch damit verbunden, dass man mehr gegeneinander als miteinander arbeitet und schnell in negative Einstellungen und Emotionen rutscht.


    Ich arbeite von Zuhause. Derzeit 12 Tiere und absolut jedes von ihnen wird immer sofort beachtet. Hund meldet sich außer der Reihe? Wir gehen.
    Vor Meetings gehe ich nochmal eine Runde, damit alle möglichst leer sind.

    Hund oder Katze melden, dass sie Hunger haben - ich stell Futter hin.

    Einer will spielen - haben immer wieder wechselndes Spielzeug, können sich gegenseitig auffordern, haben dafür Bereiche.

    Zudem gibt es Routine aber keine festen Uhrzeiten für die Routine. Rausgehen, Training/ Spielen, Futter, Ruhe.

    Das Schöne daran ist - und ich hab keine einfachen Tiere mit ner tollen Vergangenheit und zudem auch immer wieder Neuankömmlinge und wechselnde Besetzung - sobald die Bedürfnisse erfüllt sind, ist halt Ruhe. Das ist bei mir auch notwendig, weil ich feste Abgabetermine habe. Wenn ich die nicht einhalte, war nicht nur die Arbeit vergebens, sondern ich verliere auch Kunden und mein Ruf leidet. Bei mir ist nicht automatisch nach acht Stunden Schicht im Schacht und den Rest mache ich eben morgen. Funktioniert so nicht. Dazu lastet dann mal eben auch noch der Druck auf mir, ein Dutzend Tiere und zwei Kinder zu versorgen.

    Hier bekommen sie also ihren Willen und gerade dadurch kann ich ungestört arbeiten. Weil erfüllte Bedürfnisse mit Zufriedenheit und Entspannung einhergehen.
    Natürlich sage ich auch mal "nein, jetzt nicht". Aber alle wissen oder lernen, dass sie sich auf mich verlassen können und das entspannt sie auch.

    Ich würde übrigens jeden mit einer Diagnose raten diese zu verschweigen. Leider aber wie man es im Thread sieht wohl leider noch notwendig.

    Und genau durch das Verschweigen wird vieles Murks. Genau durch dieses Verschweigen kommen viele Probleme überhaupt erst zustande. Auf beiden Seiten - Tier und Halter.

    Wie genau soll denn das passende Tier vermittelt werden, wenn Einschränkungen nicht bekannt sind? Ob das starke und immer wiederkehrende Rückenschmerzen sind, eine Autoimmunerkrankung oder Depressionen ist dabei anfänglich egal. Nur mit den vorhandenen Infos kann eine entsprechende Abstimmung erfolgen.

    Und wer sowas absichtlich verschweigt und vertuscht, der tut weder sich noch dem Tier einen Gefallen. Das ist das ganz typische und sehr unverantwortliche "Ich will aber!!!".

    Und wenn schon öffentlich in einem Forum empfohlen wird, absichtlich bekannte Einschränkungen und Besonderheiten zu verschweigen, dann braucht sich doch wirklich keiner mehr über umfassende Vor- und Nachkontrollen, detaillierte Selbstauskünfte, Probezeiten und die teils sehr kritische Haltung der Vermittler zu wundern.

    Verwunderlich war in meinen Augen das beide Hunde (sind deutsche Schäferhunde) immer noch an ihm kleben wir Pattex zum Teil.... Meine hätte ihn mit dem Hintern nicht mehr angeschaut...

    Es gab da mal eine umfassende Studie, dass gerade unsichere Bindungen zwischen Lebewesen absurder Weise sowas nach sich ziehen. Wenn der Machthaber mehr oder minder unberechenbar ist, mal unvorhergesehen bestraft, mal unvorhergesehen lobt oder auch einfach die eigene Wut rauslässt, dann kann das fast schon eine Abhängigkeit erzeugen "kleben an ihm wie Pattex).

    Hier kann ich ein automatisches Kopfschütteln bei mir nicht verhindern.
    Für mich ist es selbstverständlich, dass meine Hunde NICHT einfach zu fremden Menschen hingehen. Ich habe von Beginn an darauf geachtet, dass andere Menschen/Passanten zum normalen Alltag gehören und für sie uninteressant sind.

    Die stürmen auch nicht drauf los - das hab ich falsch ausgedrückt. Aber es gibt Menschen, die locken die Hunde freudig und würde ich sie dann nicht abrufen, würden die Hunde in einigen Fällen durchaus mal gucken gehen.
    Und mir ist es als Signal für andere einfach lieber, wenn die Hunde immer erstmal zu mir und gegebenenfalls an die Leine kommen.


    Danke, @flanagan und @Mona X - das Motiv bot sich aber auch ganz besonders an. Auch wenn alles andere gerade gewachsen ist und die Nasen arg zurückhängen. Dafür mit reichlich Babyfettfalten ;)

    2. Der Hund darf nicht alleine bleiben.
    Versteh ich nicht?
    Meine bleibt im Büro Problemlos alleine, bleibt im Büro und streunt auch bei offener Tür nicht (ansonsten ja auch Leine dran). Was bringt also diese "nicht alleine lassen Regel"?

    Ist eben nicht bei allen so. Manche bellen, winseln oder sind sonstwie unruhig. Und in dem Moment, wo du deinen Hund alleine lässt, hast du ihn nicht mehr unter Kontrolle.

    Was ich dabei aber problematisch finde: Hunde sollen nicht mit auf die Toiletten - dürfen aber auch nicht alleine gelassen werden. Wenn ich als Halter also mal muss und gerade niemand da ist, der solange auf den Hund aufpasst - dann mache ich jetzt was? Auch draußen in eine Tüte oder wie löse ich das?

    @wow....

    In dem Fall war nicht ersichtlich, dass die beiden Interesse an den Hunden haben und eine Begegnung wünschen aber selbst wenn, nachzufragen schadet nicht. Ich finde es immer ein bisschen vermessen, wenn meine Hunde gewissermaßen als Gemeingut betrachtet werden und ich am besten Gedanken lesen soll. Ich sehe dann auch nicht ein, mich dafür zu entschuldigen, dass ich Rücksicht nehme und meine Hunde schütze.

    Ich gehe nicht davon aus, dass jeder Kontakt wünscht. Manche sind allergisch. Andere haben Angst. Wieder andere finden Hunde eben einfach störend. Würde ich sie in diesem Fall an die Menschen ranlassen, bin ich der Arsch und die Hunde haben gegebenenfalls das Nachsehen und eine unschöne Begegnung.

    Werde ich gefragt, erkläre ich das gerne.
    Aber angepatzt werden, weil ich meine Hunde nicht auf wildfremde Menschen zustürmen lasse oder vielleicht auch einfach nicht möchte, dass sie von jedem betatscht werden - das ist einfach vermessen.
    Ließ sich in dem Fall recht einfach aufklären und wie gesagt war es dann noch ein nettes Gespräch. Wäre mit einer einfachen Nachfrage und ohne ungehalten zu werden aber noch netter gewesen.

    @Cookie0305 mal noch zwei Sachen:

    1. Die Konsequenz und die Bedürfnisse vom Hund.
    Konsequenz finde ich ganz wichtig. Die schafft einen verlässlichen Rahmen. ABER, wenn die Konsequenz vollkommen an den Bedürfnissen vorbeigeht, bringt sie dich auch nicht weiter.

    Sagen wir mal, du hast gerade das Bedürfnis nach Körperkontakt. Und ich sag dir ganz konsequent: "Nö. Geh halt Kaugummi kauen oder die Wand anstarren." Ist dein Bedürfnis weg?

    Oder du hast Hunger und musst mich um Essen bitten. Jedes Mal, wenn du was willst. Ich sag dir aber ganz konsequent: "Nö. Geh doch schlafen." Ist der Hunger weg?

    Oder du hast Durst und ich verbiete dir konsequent zu trinken. Bist du trotzdem noch durstig?

    Bedürfnisse verschwinden nicht, wenn sie ignoriert werden oder ihnen mit Konsequenz begegnet wird. Auch wenn der Hund irgendwann resigniert, ist das Bedürfnis immer noch da. Manchmal sucht sich das unerfüllte Bedürfnis auch ein anderes Ventil. Zerstörungswut, zum Beispiel.

    Verstehst du, was ich meine?

    Ich würde mal schauen, auch wenn das ungewöhnlich klingt, ob du ihr Kuscheleinheiten geben kannst oder Kontakt doch noch irgendwie anders geht. Gerade weil sie sich ja so schlecht beruhigen kann. Es gibt doch diese Känguru-Beutel für Hunde - der Träger hat die Hände frei, der Hund hängt in etwa vorm Bauch oder vor der Brust des Menschen. Damit könntest du dich im Büro frei bewegen und ansonsten hast du sie sozusagen auf dem Schoß.
    Eventuell sagt sie dir nach einer halben Stunde oder eine Stunde - "puh, jetzt reicht es, ich leg mich mal alleine da drüben hin." Würde ich an deiner Stelle einfach mal zuhause testen.

    Ich hatte mir damals ein Tragetuch für meine Demenzkranke Hündin von 4lazylegs geholt. Hab das dann auch nochmal für ein Angsttier verwendet - hat wunderbar geholfen und war keine Dauerlösung, sondern eben ein Hilfsmittel für ein paar Wochen. Danach hatte das Angsttier deutlich mehr Vertrauen und konnte sich auch ohne direkten Körperkontakt entspannen.


    Auch bei der Angelegenheit mit dem Bett. Kannst du vielleicht vorher mit ihr kuscheln, was das Zeug hält? Oder dich selbst daran gewöhnen, dass sie neben dir liegt? Denn im Endeffekt ist es ja gerade so, dass du meinst, du kannst mit ihr im Bett nicht schlafen - aber solange sie nicht im Bett ist, schlaft ihr beide auch bloß nicht. Ist doch eigentlich bescheuert für euch beide.


    2. Dein Genervtsein

    Du möchtest in Ruhe schlafen - geht nicht so recht. Du möchtest in Ruhe arbeiten - geht auch nicht so recht.
    Dass du genervt bist, ist verständlich. Es ist aber eine suboptimale Voraussetzung dafür, eine passende Lösung zu finden.
    Könntest du dir eine Auszeit von der Hundenase nehmen? Ein Freund geht mit ihr spazieren, spielt oder setzt sich einfach zu ihr auf die Couch und du holst mal Schlaf nach?

    Manche erwähnen das oder es fällt durch bestimmte Verhaltensweisen auf, dass derjenige belastet ist. Andere haben mir gegenüber auch schon versucht, das als Argument oder sogar als Druckmittel zu verwenden.

    Abgesehen davon: Absicherung muss einfach immer gegeben sein, das heißt unter anderem auch soziales Netz /Betreuung bei Krankheit, Unfall, Urlaub, sonstiger Abwesenheit.

    Ich finde übrigens auch, dass Rentner bzw. Senioren kein Ausschlusskriterium sind. Aber mit steigendem Lebensalter steigt nun einmal auch das Risiko für physische und neurologische Probleme. Bewegungseinschränkungen, Demenz, Stürze sind gefährlicher... chronische Gesundheitsprobleme sind meist schon vorhanden. Sicht ist schlechter.
    Natürlich kann der 75 Jährige auch noch topfit sein, bis er 95 ist. Und der 30 Jährige kann morgen tot umfallen, weil er ein unerkanntes Aneurysma hatte.
    Aber bei dem 75 Jährigen ist es eben wahrscheinlicher, das was passiert. Und dann muss für diese Fälle eine bessere Absicherung vorhanden sein.

    Könntest du vielleicht mal Kontaktliegen im Büro versuchen? Wenn du weg musst, muss sie eben in den Auslauf aber ansonsten vielleicht hinter dir, an den Füßen - oder wie es sich eben einrichten lässt.

    Gibt bei mir auch einige Tiere, die können sich damit deutlich besser beruhigen, schlafen tiefer und sind entspannter.