@Cookie0305 mal noch zwei Sachen:
1. Die Konsequenz und die Bedürfnisse vom Hund.
Konsequenz finde ich ganz wichtig. Die schafft einen verlässlichen Rahmen. ABER, wenn die Konsequenz vollkommen an den Bedürfnissen vorbeigeht, bringt sie dich auch nicht weiter.
Sagen wir mal, du hast gerade das Bedürfnis nach Körperkontakt. Und ich sag dir ganz konsequent: "Nö. Geh halt Kaugummi kauen oder die Wand anstarren." Ist dein Bedürfnis weg?
Oder du hast Hunger und musst mich um Essen bitten. Jedes Mal, wenn du was willst. Ich sag dir aber ganz konsequent: "Nö. Geh doch schlafen." Ist der Hunger weg?
Oder du hast Durst und ich verbiete dir konsequent zu trinken. Bist du trotzdem noch durstig?
Bedürfnisse verschwinden nicht, wenn sie ignoriert werden oder ihnen mit Konsequenz begegnet wird. Auch wenn der Hund irgendwann resigniert, ist das Bedürfnis immer noch da. Manchmal sucht sich das unerfüllte Bedürfnis auch ein anderes Ventil. Zerstörungswut, zum Beispiel.
Verstehst du, was ich meine?
Ich würde mal schauen, auch wenn das ungewöhnlich klingt, ob du ihr Kuscheleinheiten geben kannst oder Kontakt doch noch irgendwie anders geht. Gerade weil sie sich ja so schlecht beruhigen kann. Es gibt doch diese Känguru-Beutel für Hunde - der Träger hat die Hände frei, der Hund hängt in etwa vorm Bauch oder vor der Brust des Menschen. Damit könntest du dich im Büro frei bewegen und ansonsten hast du sie sozusagen auf dem Schoß.
Eventuell sagt sie dir nach einer halben Stunde oder eine Stunde - "puh, jetzt reicht es, ich leg mich mal alleine da drüben hin." Würde ich an deiner Stelle einfach mal zuhause testen.
Ich hatte mir damals ein Tragetuch für meine Demenzkranke Hündin von 4lazylegs geholt. Hab das dann auch nochmal für ein Angsttier verwendet - hat wunderbar geholfen und war keine Dauerlösung, sondern eben ein Hilfsmittel für ein paar Wochen. Danach hatte das Angsttier deutlich mehr Vertrauen und konnte sich auch ohne direkten Körperkontakt entspannen.
Auch bei der Angelegenheit mit dem Bett. Kannst du vielleicht vorher mit ihr kuscheln, was das Zeug hält? Oder dich selbst daran gewöhnen, dass sie neben dir liegt? Denn im Endeffekt ist es ja gerade so, dass du meinst, du kannst mit ihr im Bett nicht schlafen - aber solange sie nicht im Bett ist, schlaft ihr beide auch bloß nicht. Ist doch eigentlich bescheuert für euch beide.
2. Dein Genervtsein
Du möchtest in Ruhe schlafen - geht nicht so recht. Du möchtest in Ruhe arbeiten - geht auch nicht so recht.
Dass du genervt bist, ist verständlich. Es ist aber eine suboptimale Voraussetzung dafür, eine passende Lösung zu finden.
Könntest du dir eine Auszeit von der Hundenase nehmen? Ein Freund geht mit ihr spazieren, spielt oder setzt sich einfach zu ihr auf die Couch und du holst mal Schlaf nach?