Hallo Dr. Peacock - ich kenne solche Fälle in vielen Größen und Rassen und ich finde es immer wieder erschreckend, wenn mit "der hat keine Angst - der ist einfach ein Kontrolletti" "der darf nicht aufs Bett/Couch" reagiert wird.
Gerade ängstliche, unsichere Hunde neigen zu solchen Handlungen. Eigentlich klar, oder?
Sie versuchen darüber Kontrolle auszuüben und sich somit sicher zu fühlen. Das hat nichts mit Spaß am Kontrollieren zu tun.
Es ist fehlende Sicherheit/Angst. Dafür braucht es kein Trauma.
Sichere, entspannte Hunde, die sich auf ihre Halter und deren Schutz verlassen, haben derlei Aktionen nicht nötig.
Geht übrigens Menschen - dich eingeschlossen - genau so. Der Hund greift dich an, du kannst ihn nicht lesen, was sind deine Impulse? Laut werden. Deutlich werden. Wegkicken wollen.
Weil du dich in dem Moment bedroht fühlst und mit der Kommunikation des Hundes nix anfangen kannst.
Ihr habt also beide die gleichen Probleme. (vielleicht hilft dieses Wissen schon mal)
Du hast den Vorteil, dass du Bücher zum Thema Hundesprache lesen kannst. Du kannst Videos dazu anschauen. Dich hier informieren. Der Hund kann das nicht.
Der Hund rennt dir hinterher, sendet vielleicht schon zig Signale und denkt sich schließlich "Boah, Alter, ich hab dir jetzt auf so vielen Wegen klar gemacht, dass du das lassen sollst und jetzt machst du das wieder! Also hacke ich jetzt zu!"
Eigentlich verständlich, oder?
Was du damit jetzt anfangen kannst: Beobachte mal ganz genau dich, deine Handlungen und den Hund. Oder nimm es, wenn möglich, auf. Das ist die Basis, die auch ein Trainer benötigt. Wie verhältst du dich, was löst das Verhalten aus?
Manchmal hat man dabei schon so einen "Achsoooo"-Moment. Von da aus kann man dann einen festen Rahmen und damit Sicherheit für alle aufbauen.