Beiträge von Ruhrpottlöckchen

    Dass der Welpe direkt beim Züchter daran gewöhnt wird mit der Schermaschine geschoren zu werden halte ich für richtig und wichtig.
    Scheren, egal wie, gehört bei den allermeisten Pudeln einfach dazu. Eine gute Gewöhnung an sämtliche Pflegehandlungen ist mMn also Gold wert.

    Die "typischen" Pudelschuren (wobei ich mir subjektiv fast sicher bin, dass die meisten Pudel heute eher einheitlich geschoren werden oder maximal in Modeschur) haben zT ihren Ursprung in der Arbeit.
    Ich denke es ist, wie bei vielen anderen alten Rassehunden, einfach auch viel Tradition.
    Die Züchter von denen ich meine Hunde habe, hatten ihre Zuchthunde übrigens überwiegend in Modeschur. Einen Conti zB trug keiner.
    Auch schrieb yane (glaube ich) bereits, dass auch viele Züchter ihre Hunde, wenn sie nicht mehr auf Ausstellungen gehen, ihre Hunde in eine pflegeleichtere Frisur schneiden.

    Wie gesagt Ausstellungen haben auch viel mit Traditionen zu tun.
    Auf Ausstellungen wird auch die Fellstruktur bewertet, wenn ich mich nicht täusche (ich bin nicht so der Ausstellungstyp) und dafür muss es natürlich eine gewisse Länge aufweisen. Da bieten sich die Pudelschuren natürlich an.


    Ein wirklicher "Naturlook", also wirklich einfach überall wuchern lassen, wird von den Wenigsten richtig gepflegt werden können.
    Pudel haben anderes Fell als viele andere langhaarige Hunde.


    Gerade um die Augen, an den Ohren und Pfoten sollte das Fell mMn schon regelmäßig gekürzt und ggf. gezupft werden um ein Gesunderhalten des Hundes zu begünstigen.

    Wenn jemand Lust hat einen Pudel, der am kompletten Körper tierisch langes Fell hat, zu pflegen - bittesehr.
    Mir wäre das zu aufwändig und da verbringe ich meine Zeit mit meinem Hund auch lieber anders, als ihn ständig stundenlang kämmen, baden und trocknen zu müssen.
    Ich persönlich finde übrigens eine Löwenschur insgesamt deutlich weniger aufwändig als eine längere Modeschur oder ein komplettes "Langlassen".

    Die meisten Pudel, die ich kenne, haben keinen nennenswerten Jagdtrieb, oder solch einen, der sich recht gut händeln lässt.
    Ich habe in meinem nahen Umfeld nicht einen Pudel, der ständig an der Leine laufen muss.
    Die mag es aber durchaus geben. Ich denke die Gefahr besteht auch dann, wenn sich jemand eben nicht schlau macht und gewisse Tendenzen (Blätter, Vögel scheuchen, festschnuppern, nach Mäusen buddeln etc) nicht von Anfang an richtig einschätzt und entsprechend reagiert.

    Da ist natürlich der neue Halter UND der Züchter gefragt darauf hinzuweisen.
    Ich glaube auch, dass es da gerade bei den kleineren Exemplaren oft auch von Züchterseite zu wenig Aufklärung kommt.


    Aber in welche Kategorie gehört er deiner Meinung nach, wenn nicht in die 9.?

    In die der Jagdhunde? Bei aller Liebe, Jagdtrieb bedeutet nicht geeignet zur Jagd.
    Die Veranlagung bringen sicherlich einzelne Vertreter mit (und für die finde ich es sehr schade, dass sie in einigen Bundesländern nicht zur Jagd eingesetzt werden dürfen), aber der Großteil der Pudel, die ich kenne, haben zwar großen Spaß an jagdlichen Ersatztätigkeiten im Freizeitbereich, wären aber für die Arbeit nur bedingt geeignet. Viele Jäger die ich kenne wünschen sich eher Allrounder. Gerade für die Arbeit am lebenden WIld wird der Pudel nicht gerne genommen, zumal man es hier in NRW, glaube ich, auch nicht dürfte.


    Was bei den kleinen Begleithunden einfach ein Problem ist, ist, dass sie oft von Ersthundhaltern angeschafft werden, die wirklich nahezu keine Ahnung von der Erziehung eines Hundes haben.
    Da hört dann selbst der kleine Havaneser oder Bichon Frise nicht.

    Da bin ich dann ganz bei dir. Da kann der Pudel schon ein anderes Kaliber sein.
    Er ist sehr sensibel, sehr intelligent und sehr aktiv.
    Das kann zu größeren Problemen bei "Nichterziehen" führen, als bei einigen anderen Kat9-Hunden.

    In welche Kategorie gehört der Pudel denn dann, wenn nicht in die der Begleithunde?
    Ich finde, dass er genau da richtig aufgehoben ist, auch wenn er, in meinen Augen teils etwas "anspruchsvoller" ist als viele der anderen dort geführten Rassen.
    Das ist durchaus was worauf man hinweisen muss, aber wenn man sich über die Rasse schlau macht bevor man sie sich in die Familie holt, sollte das ja kein Problem darstellen.

    Wenns um den Pudel zB geht: das Haar hat zum einen eine (zumindest gefühlt) längere Lebdauer und wenn es "ausfällt" verbleibt es normalerweise am Körper des Hundes bzw verfängt sich in dem noch lebenden Haar.

    Beim ordentlichen Bürsten holt man so vielleicht schon das eine oder andere abgestorbene Haar mit raus, sie fliegen aber nicht in der Wohnung herum oder bleiben beim Schmusen an der Kleidung hängen.

    Wobei ich persönlich dieses sich ständig absprechen müssen, wenn Kontakt grundsätzlich ok ist, auch blöd finde.
    Wenn der andere nicht anleint gehe ich davon aus, dass Fremdhundkontakt kein Problem ist.

    Ich finde dieses grundsätzlich bei Fremdhundsichtung anleinen, was bei einigen Hundeschulen propagiert wird, blöd und das verkünstelt die Situation meiner Erfahrung eher, als dass es sie entspannt.