Einen Beagle wirst Du draußen zeitlebens im Blick haben müssen. Nicht nur wegen seiner
Jagdleidenschaft, sie sammeln nun mal auch gern jeden Dreck ein draußen oder gehen auf Erkundungstour.
Zur Erklärung, mein Beagle zog 5jährig unerzogen ein, hatte 2 Vorbesitzer, einige Macken im Gepäck, ziemlich desinteressiert an Menschen, kein Freiläufer, Leinenzerrer, Dieb, Müllschlucker, Katzenjäger, 1x nem Reh hinterher. Er kannte nichts anderes als Nase runter-vorwärts-Einsammeln was geht.
Aber - es ist machbar mit Beagle entspannt spazieren zu gehen, wenn die Regeln klar sind.
Diese Regeln sind oft nicht im Sinne des Beagles - die muss man ihm dann nett-konsequent verkaufen.
Meiner Erfahrung nach, reagieren die meisten Beagle sehr gut auf klassische
Schwarz-Weiß-Erziehung. Du musst dabei sehr aufmerksam sein, gutes Verhalten wird verbal (und hin und wieder lecker) gelobt, schlechtes Verhalten (schon der Ansatz dazu) wird deutlich
benannt und verhindert - reagiert Beagle dann wieder wie erwünscht, bricht sein Verhalten ab, gibts Lob.
Das "Raus da!" war bei uns auch Thema zu Beginn, Unterholz und Feld sind natürlich geiler als der öde Waldweg. Ich habe ihn beobachtet an der Leine (2,5 - 10m), lief er an der lockeren Leine auf dem Weg, gab´s öfter ein verbales Lob "Fein, weiter". Zeigte er den Ansatz ins Unterholz abzudriften gab es unser Abbruchkommando "Naaa!". Anfangs war ihm das ziemlich wurscht, wen interessiert schon so ein Mensch, wenn´s im Busch lecker riecht!
Ich habe dann nicht gezogen, 5x gerufen oder gewartet.( Mit Locken war bei ihm nicht viel zu machen wenn er erst mal die Nase im Boden hatte, er machte dann erst seins fertig und kam dann freundlicherweise.) Ich bin ins Holz getrampelt, vor den Hund, ein "Hey!" + "Raus da!" mit deutlicher Körpersprache auf den Weg zeigend. Meinte er, auch diese Aufforderung einfach ignorant wegschnüffeln zu können, hab ich ihn auch mal mit dem Bein von seiner Spur weggedrängt und ihn auf den Weg gescheucht. Dort gab´s dann ein kurzes Lob und " Weiter, Lauf" -beim nächsten Versuch seinerseits stockte er beim "Naa!" schaute zu mir und bekam dafür sein Lob.
Er lernte schnell, dass ich tatsächlich meine, was ich sage und es auch durchsetze. Er konnte schon bald (und nun seit fast 10 Jahren) zuverlässig frei laufen, egal wo. Ich konnte (ist kürzlich taub geworden) ihn jederzeit abrufen, ablegen, warten lassen, er läuft an Essensresten und lecker Kot/Müll vorbei, schaut immer nach mir, hält selbstständig einen Radius von 5-10 m ein (könnte gern weiter).